Dokumentarfilm »Hallo Welt«

Filmdreh eine tolle Erfahrung für Sandhaas-Schüler

Autor: 
Lars Reutter
Lesezeit 3 Minuten
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12. Januar 2019
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Vorfreude auf »Hallo Welt« in der Carl-Sandhaas-Schule (von links): Hanna Ev, Andreas Graff, Laura Umlauff, Marc Evan, Luca Stiewe, Servillano Pantillo und Sophia Singler. ©Lars Reutter

Nur noch wenige Tage sind es bis zur Premiere des Dokumentarfilms »Hallo Welt!«, der am 25. Januar, im Haslacher Kino erstmals gezeigt wird. Einen Vorgeschmack bietet schon jetzt ein Trailer. Zudem haben die Beteiligten weitere Einblicke gewährt.

»Hallo Welt« ist der Titel des Dokumentarfilms von Schülern der Carl-Sandhaas-Schule mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung bieten wird, die derzeit 38 Kinder und Jugendliche mit ganz unterschiedlichen Förderbedarf betreut (wir haben berichtet). Zu Wort kommen im Film beispielsweise auch Lehrer und Familienmitglieder. 

Laut Rektor Andreas Graff ist der Film im Jahr des 50-jährigen Bestehens der Schule ein »tolles Projekt«, aber kein Werbefilm für die Schule. Vielmehr gewähre er einen »ungestellten, authentischen Einblick« in den Alltag der Schüler und ihrer Bezugspersonen. Auch gehe es nicht um die viel diskutierte Frage nach Inklusion und was Inklusion überhaupt bedeute. 

»Rohschnitt hat mir sehr gefallen«

»Der Rohschnitt des Films hat mir sehr gefallen«, sagt der Rektor. Es sei gut eingefangen worden, vor welchen Herausforderungen die Schüler, Lehrer und Familien stehen und welch gute familiäre Atmosphäre an der Schule herrsche. »Das fühlt sich ein wenig wie ein Schulterklopfen an, aber ich bin nun sehr gespannt, wie die Reaktion von Außenstehenden sein wird«, freut sich Graff auf die Premiere am Freitag, 25. Januar, mit anschließender Feier in der Stadthalle.

Dort wird die Band der Musikschule Haslach »The Wave« auftreten, in der eine Cousine und ein Bruder von Schülern der Carl-Sandhaas-Schule mitspielen. Die Band soll bei ein, zwei Liedern durch vier Schüler der Einrichtung für Geistigbehinderte ergänzt werden. Überlegt weder derzeit, eine Inklusionsband zu gründen.

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Unter den Musikern wird auch Marc-Evan sein, der begeistert Cajon (Kistentrommel) spielt. Er ist einer von drei Schülern, die besonders im Fokus des Films stehen. Gezeigt wird er unter anderem, wie er auf dem Hof seiner Familie hilft, erzählt die Regisseurin des Films, Laura Umlauff. Seine Eltern würden ihm viel zutrauen ohne ihn dabei zu überfordern, ergänzt der  Mann fürs Organisatorische, Servillano Pantillo. 

Ebenfalls im familiären Umfeld wird Hanna-Ev gezeigt, die den stärksten Förderbedarf der drei Hauptprotagonisten hat. Laut Graff ist es im Film aber interessant zu sehen, wie sie auf den Gesang des Bruders im Hintergrund reagiert.

Praktikum im Tierheim absolviert

Sehr viel zugetraut wird dem weiteren »Star« des Films Sophia Singler. Ihre Mutter sage im Film in etwa: »Ich weiß zwar nicht immer, wie sie das alles hinbekommt, aber sie schafft das irgendwie«, erzählt Graff, der gespannt ist, ob diese Haltung auch etwas vorsichtigere Eltern dazu bewegt, ihren Kindern mehr zuzutrauen.

Der Berufswunsch der 18-Jährigen sei etwas mit Tieren zu machen. Gedreht wurde daher unter anderem im Tierheim in Hausach, wo sie ein Praktikum absolvierte. Als nächstes steht für die dann ein Praktikum im Karlsruher Zoo an, wohin sie alleine mit dem Zug fährt – keine Selbstverständlichkeit für Sandhaas-Schüler. »Beim Dreh war ich aufgeregt, aber ich habe mich trotz Kamera ganz normal verhalten«, erzählt sie.

Im Fokus des Films steht Schülersprecher Luca Stiewe zwar nicht, aber er ist in einem kurzen Interview zu sehen. »Das war eine tolle Erfahrung und für uns alle etwas ganz neues, mitzubekommen, wie so ein Film gedreht wird«, erzählt er begeistert. Toll fand der 16-Jährige auch, dass die Filmleute ihre Gerätschaften ihm kurzzeitig überließen. 

Info

Filmvorführungen in Haslach

Die Premiere des Erstlingwerks der Studentin Laura Umlauff wird am Freitag, 25. Januar, groß gefeiert. Für diese wird es nur ganz wenige Restkarten geben, daher wird der Film im Haslacher Kino auch noch an den Sonntagen, 3. und 10. Februar, jeweils um 17 Uhr sowie mittwochs, 20. und 27. Februar, jeweils um 10 Uhr gezeigt. Die Vorführungen am Morgen richten sich an Schulklassen oder auch an Bildungseinrichtungen für Lehrer oder Erzieher. Sollten diese Termine nicht passen, können Lehrer beim Haslacher Kino auch nach Alternativterminen fragen.

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