Gemeinderat Schenkenzell

Finanzielle Unterstützung für Nachbarschaftshilfe halbiert

Autor: 
Lothar Herzog
Lesezeit 3 Minuten
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14. Mai 2019

Die Nachbarschaftshilfe unterstützt Schenkenzeller Senioren im Alltag. ©Symbolfoto: Ulrich Marx

Die Gemeinde Schenkenzell wird die Nachbarschaftshilfe der Sozialgemeinschaft Schiltach/Schenkenzell vorerst nur noch mit 1000 Euro jährlich unterstützen. Der Rat hat in der vergangenen Woche zugestimmt, die finanzielle Unterstützung zu halbieren. 

Wie Bürgermeister Bernd Heinzelmann in der Ratssitzung in der vergangenen Woche erläuterte, habe sich die Kommune 2016, als das Angebot der Nachbarschaftshilfe mit häuslichem Bereich und Begleitung gestartet ist, bereit erklärt, dies mit einer Anschubfinanzierung in Höhe von 2000 Euro jährlich zu unterstützen. Die Zusage habe sich auf die Dauer von drei Jahren beschränkt. 

Die Nachbarschaftshilfe habe derzeit ein 13-köpfiges Helferteam, das sich ehrenamtlich engagiere und eine Aufwandsentschädigung von circa 7,50 Euro netto pro Stunde erhalte. Weil der Bedarf ständig steige, sei die Einrichtung stets auf der Suche nach weiteren Helfern. Dies sei nicht einfach, weil sie eine Ausbildung von 30 Stunden nachweisen müssten, um überhaupt mit der Arbeit beginnen zu können. Seitens der Sozialstation werde eine Fortsetzung der finanziellen Unterstützung in bisheriger Höhe begrüßt. Allerdings sei die Nachbarschaftshilfe nicht dazu da, um Überschüsse zu erwirtschaften. Dies sei dann der Fall, wenn die Gemeinde weiterhin 2000 Euro jährlich zuschieße. Heinzelmann schlug deshalb vor, den Zuschuss vorab auf 1000 Euro zu kürzen. 

Nachbarschaftshilfe sei ein großer Gewinn

Rätin Annette Hauer (CDU) urteilte, die Nachbarschaftshilfe stelle ein tolles Angebot dar. Es gäbe immer mehr ältere Menschen, die Hilfe benötigten. Wenn sie durch diese Unterstützung länger zu Hause bleiben können, sei dies ein großer Gewinn. Sie fände es schade, dass manche Anfragen abgelehnt werden müssen, weil das Team an der Kapazitätsgrenze arbeite. 

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Für Ratskollege Stefan Maier (CDU) war es nicht plausibel, weshalb die Förderung nun gekürzt werden soll. Wenn er den Nachweis habe, dass mehr Geld benötigt werde, sei er der Letzte, der da nichts zuschieße, argumentierte Heinzelmann. 8,50 Euro brutto sei nicht mehr als der Mindestlohn, da werde eine Anpassung kommen müssen. Er habe jedoch seine Zweifel, ob mit einer Erhöhung der Aufwandsentschädigung weitere Mitarbeiter wirklich leichter zu gewinnen seien: Eine solche ehrenamtliche Arbeit müsse einem liegen.

Gesetzgeber gefordert

Werner Kaufmann (CDU) teilte Heinzelmanns Ansicht, wonach mehr Geld nicht automatisch mehr Helfer garantiere. Er sieht das Problem eher in der geforderten 30-stündigen Schulung. Da es sich bei den Helfern überwiegend um Rentner handle, würden die sich das gut überlegen. Um mit jemandem spazieren zu gehen, für ihn einzukaufen oder ihn zum Arzt zu fahren brauche man eine solche Ausbildung gewiss nicht. Da sei der Gesetzgeber gefordert, Hürden abzubauen. 

Brigitte Sum (CDU) versicherte als Mitglied der Sozialstation, die Aufwandsentschädigung sei für die Helfer noch nie ein Thema gewesen. Neue Helfer müssten stärker beworben werden. Etwa 50 Prozent des Geldes werde für die Verwaltung benötigt.  

Den Vorschlag des Bürgermeisters, sich auf 1000 Euro festzulegen und nach zwei Jahren wieder neu zu entscheiden, befürwortete der Rat einstimmig. 

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