Hausach

Fleig-Kapitän geht von der Brücke

Autor: 
Claudia Ramsteiner
Lesezeit 3 Minuten
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09. Dezember 2013
Helmut Fleig mit Ehefrau Elisabeth, die in den Anfängen viel zum Aufbau der Firma beigetragen hat, übergab Fleig Versorgungstechnik an die junge Generation und überreichte Sohn »Hembo« eine Flüstertüte – weil seine Stimme in der Lautstärke nicht an die des Vaters heranreiche – und Tochter Sandy Sum eine Schatzkiste, in der »immer ein Rest drinbleiben möge«.

Helmut Fleig mit Ehefrau Elisabeth, die in den Anfängen viel zum Aufbau der Firma beigetragen hat, übergab Fleig Versorgungstechnik an die junge Generation und überreichte Sohn »Hembo« eine Flüstertüte – weil seine Stimme in der Lautstärke nicht an die des Vaters heranreiche – und Tochter Sandy Sum eine Schatzkiste, in der »immer ein Rest drinbleiben möge«. ©Claudia Ramsteiner

Am Freitagmorgen trafen sie sich beim Notar und am Abend mit allen 50 Mitarbeitern, um das Ereignis würdig zu feiern: Stolz übergab Helmut Fleig am Freitag das Zepter von Fleig Versorgungstechnik in die Hände seiner Kinder Sandy und Helmut, besser bekannt als Hembo. Sandy Sum ist bereits seit fünf Jahren Geschäftsführerin, sie wird die Kaufmännische Leitung und die Personalleitung der 40 Mitarbeiter in Hausach und zehn in Wolfach übernehmen. Helmut Fleig junior wird Technischer Leiter.

Bisherige Kapitän geht zwar von der Brücke, aber nicht von Bord: Er wird ein Büro am Klosterplatz beziehen, als Berater fungieren und weiterhin sein »Kind«, die Hausacher Wärmelieferung, betreuen. In einer launige Rede ging er bei der Feier im »Hofengel« auf die Anfänge des Betriebs ein, den er vor 40 Jahren als junger Versorgungsingenieur noch in Stuttgart gründete – er plante, seine Frau Elisabeth schrieb die Ausschreibungen. 1975 kehrte er zurück nach Kirnbach und richtete sein erstes Büro in der ehemaligen »Krone« ein: Zwei Tische, ein Telefon, eine Kofferschreibmaschine.

Auf dieser tippte Elisabeth Fleig mangels Kopierer alle 80 Briefe an die Architekten der Region einzeln. Der Schwiegervater agierte als Buchhalter, der Vater opferte für das Lager seine Garage, die Ehefrau wurde nun zur Sekretärin auch noch zur Fahrerin. Helmut Fleig war der erste, dervor gut 30 Jahren »auf der grünen Wiese« am Hechtsberg das neue Gewerbegebiet eröffnete. Die Entwicklung erfolgte nicht immer steil bergauf, »es gab auch viele schlaflose Nächte«, bekannte Fleig.

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Doch längst kann er nicht nur auf seine, sondern auch auf die Leistung seiner Mitarbeiter stolz sein: »Eure Bereitschaft, mit mir durch gute und schlechte Jahre zu gehen, war großartig!«. Dann  schwenkte er um auf das vergangene Jahr. Seit April sei Fleig Versorgungstechnik ausgelastet, zurzeit überlastet. »Wer aufhört, täglich besser zu werden, ist morgen schon nicht mehr gut«, gab er der Mannschaft und den beiden neuen jungen Geschäfsführern mit auf den Weg.

Volle Auftragsbücher

Sandy Sum blickte dann nach vorn: Die Auftragsbücher für das erste Quartal 2014 seien bereits voll – zu großen Projekten in Freiburg und Waldkirch kommen Baustellen in der Region wie die Hackschnitzelanlage fürs Mathematische Forschungsinstitut und die Festhalle in Oberwolfach. Sie dankte der gesamten Belegschaft und ganz besonders Monika Mosmann, die nach Jahrzehnten bei Fleig nun ihren Lebensmittelpunkt nach Spanien verlegt. Dafür fühlen sich die beiden spanischen Monteure seit einem guten halben Jahr bei Fleig sehr wohl.

Zum Schluss stellte sich Helmut »Hembo« Fleig vor. Der 35-Jährige hat Versorgungstechnik und Gebäudetechnik in München studiert und leitete in den letzten fünf Jahren für Bilfinger & Berger in Katar ein Großprojekt: Dort wurde eine Stadt für 25 000 Menschen aus dem Boden gestampft – mit 18 000 Badezimmern und Toiletten, 36 Kilometer Fernkältenetz und 18 Kilometer Gasnetz. Über die Jubilarehrung berichten wir noch.

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