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Hausach

Forum Hausach übergibt »Bärenkind« Pedro 20400 Euro

Mehr als 1000 Bären verkauft: »Bärenfamilie« Brucker »plötzlich im Auge des Sturms«
12. Februar 2017
&copy Claudia Ramsteiner

Auch wenn das Jahr über immer mal wieder Spenden eintreffen, ist die Bärenaktion des Forums Hausach für 2016 abgeschlossen. 20 400 Euro bekommt der fünfjährige Pedro Brucker, die der Familie helfen sollen, seine Behinderung wenigstens finanziell besser abzufedern. 
 

Die Entscheidung, dass ihr Pedro »Hausacher Bärenkind« wird, ist Birgit und Edgar Brucker nicht leicht gefallen. Wie wird das sein, wenn unser Bub plötzlich so in der Öffentlichkeit steht? Wenn wir als Familie gläsern und damit angreifbar werden? Und nun, wo die Zeit um ist, reagieren die Bruckers wie alle »Bäreneltern« zuvor: »Es war eine gute Zeit, wie haben viele tolle Reaktionen erlebt«, sagen sie am Freitagabend bei der Spendenübergabe. Und auch, dass das Geld »völlig zweitrangig« war, haben schon viele »Bärenfamilien« vor ihnen erfahren.

Der fünfjährige Pedro, der mit einer Myelomeningocele, einem »offenen Rücken«, zur Welt kam, sonnte sich in der Aufmerksamkeit. Und den Eltern bescherte die neue Situation, in der plötzlich jeder über ihr behindertes Kind Bescheid wusste, viele Gespräche, die so sonst nie geführt worden wären. »Selbst im privaten Umfeld haben wir erlebt, dass sich Menschen plötzlich getraut haben, mit uns über Dinge zu sprechen, die vorher tabu waren«, erzählt Edgar Brucker. Und er hätte über die Aktion plötzlich wieder mit Menschen Kontakt bekommen, die er schon 20 Jahre nicht mehr gesehen habe.

Nicht nur Positives erfahren

Die Situation seiner Familie beschreibt er in einem Bild: Es sei, als wäre man am Meer gesessen, als ein schlimmer Sturm aufkam. Und plötzlich befindet man sich im Auge, und der Sturm tobt nur außen herum. »Ab und zu ergreift er einen aber«, berichtet Edgar Brucker auch von unschönen Reaktionen. Die negativen Erfahrungen machten nur etwa fünf Prozent aus, sagen die Eltern, »aber sie tun weh«. 

Sie erzählen von Neidern, die nicht so recht glauben wollten, dass Pedro tatsächlich so schwer behindert ist, die auch in einem Internetforum betrofffener Eltern »knallhart diskutieren, dass es einem den Boden unter den Füßen wegzieht«, und von Menschen, die in erster Linie erfahren wollten, was die Familie denn jetzt mit so viel Geld mache.

Behinderungen sieht man nicht auf den ersten Blick

Wie zur Bestätigung flitzt Pedro jauchzend mit seinem Bruder Carlos um die Kleiderständer von Herren-Moser. Auf den ersten Blick sieht man ihm seine Behinderung wirklich nicht an. Dass er trotz aller Handicaps ein fröhliches Kind ist, macht die Eltern glücklich. Die Beeinträchtigungen wie die Blase- und Mastdarmstörung gehören für ihn zum Leben, ebenso die Orthesen vom Knie aus abwärts. Und er kann es sicher auch noch nicht erfassen, wie schwer die Operation sein wird, die ihm voraussichtlich in diesem Jahr noch bevorsteht. Da wird der Rücken erneut geöffnet und die Nerven gelöst – mit der 80-prozentigen Gefahr, dass er danach querschnittsgelähmt sein wird. 

20 400 Euro können Erwin Moser und Martin Bruder vom Forum Hausach der Familie übergeben. »Das wird allein für Pedro bereit gehalten. Er wird einmal ganz schnell in die Situation kommen, in der er Leistungen wie Physio oder Hilfsmittel nicht mehr bekommt«, sagen die Eltern: »Das wird ihm einmal richtig gut tun.«

Phänomenale Solidarität in Hausach und der ganzen Region

Was da über 13 Jahre in Hausach an Kraft, Innovation und Solidarität entstanden sei, die sich auf die ganze Region ausgewirkt habe, sei einfach phänomenal, dankten die vom Ergebnis völlig überwältigten »Bäreneltern«. 

»Ich bin brutal stolz auf uns alle«, strahlt Erwin Moser. Für das Forum Hausach war die diesjährige Aktion eine der besten seit Beginn 2003. Das Ziel, mehr als 1000 Bären zu verkaufen, sei erreicht. Neben der Anstrengungen des gesamten »Bärenteams« habe auch eine eigene Facebookseite dazu beigetragen sowie neue  Unterstützer wie beispielsweise das ›Blockhaus‹», so Moser. Pedro bleibe natürlich noch den ganzen Sommer Bärenkind, »aber wir müssen die Aktion ja einmal abschließen. Deren Erfolg hänge gerade auch von der Glaubwürdigkeit ab, dass hier wirklich jeder Cent ankommt.«

Und Pedro? Er fand’s toll, Bärenkind zu sein – »außer das Fotografieren«. Das muss nun ein einziges Mal noch sein, und er übersteht es auf Papas Schoß lachend. 

Vorschläge für Bärenkind 2017 erwünscht

Auch in diesem Jahr soll wieder ein behindertes oder krankes Kind im Mittelpunkt des Hausacher Advents stehen. Vorschläge nimmt Erwin Moser unter • 0 78 31/75 55 oder em@moser-herrenmoden.de entgegen.

Autor:
Claudia Ramsteiner

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