Hausach

Frauen "talken" zur Lage der Pfarrgemeinde und Zukunft der Kirche

Autor: 
Michaela Keller
Lesezeit 2 Minuten
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13. Oktober 2021
Ungewöhnliche „Predigt“ im Sonntagsgottesdienst: die Talkrunde der Katholischen Frauengemeinschaft mit Maria Kaiser (von links), Elisabeth Zürn, Brigitte Auel, Gbriele Maurer, Benita Zürn und Margarete Lüttschwager.

Ungewöhnliche „Predigt“ im Sonntagsgottesdienst: die Talkrunde der Katholischen Frauengemeinschaft mit Maria Kaiser (von links), Elisabeth Zürn, Brigitte Auel, Gbriele Maurer, Benita Zürn und Margarete Lüttschwager. ©Michaela Keller

Die Katholische Frauengemeinschaft Hausach meldet sich zu Wort – mit einer Talkrunde im Gottesdienst, die nach den Unruhen der vergangenen Zeit Denkanstöße über die Zukunft der Kirche gibt.

Dass das hierarchische Verhalten des Erzbischöflichen Ordinariates in Sachen vorzeitige Beendigung der Probezeit von Pfarrer Christoph Nobs von den Hausacher Katholiken nicht einfach „ad acta“ gelegt wird, wurde beim von der Katholischen Frauengemeinschaft mitgestalteten Sonntagsgottesdienst deutlich.

In einer gespielten Talkrunde mit fiktiven Personen – vom ausgetretenen Katholiken über die gläubige Rentnerin bis zum Vertreter des Erzbischöflichen Ordinariats –, wurde vor allem Kritik an der Amtskirche ausgesprochen. Eine Dame verließ nach ihrem Statement zum Kirchenaustritt wegen fehlendem Interesse aus Zeitmangel gleich wieder die Runde.

Lohnt es sich, in der Kirche zu bleiben?

Andere prangerten fehlende Glaubwürdigkeit, mangelnde Aufarbeitung der Skandale, Kirchensteuer, altertümliche Morallehre, untergeordnete Rolle der Frau sowie fehlenden Respekt gegenüber Ehrenamtlichen an. Die Kündigung von Christoph Nobs ohne Anhören der Gemeindemitglieder führte bei einem engagierten Gemeindeteammitglied zur Frage „Lohnt es sich für mich, in der Kirche zu bleiben?“.

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Dagegen die Rentnerin, die Angst vor Veränderung zeigt und eigentlich alles so belassen will, wie es in ihrer idealistischen Vorstellung scheint. Und völlig erschrocken der Vertreter der Amtskirche, der weder Verständnis für das Aufbegehren noch für den Wunsch nach Veränderung hat. Seiner Meinung nach wüssten nur die Leitungsgremien mit ihrer theologischen Ausbildung, was für die Kirche gut und richtig sei.

Bei den Antworten zur Frage, was sich die Teilnehmer für die Zukunft wünschen, waren sich dann alle einig, dass mit Zukunftsorientiertheit, Transparenz, Gleichberechtigung, Respekt, Dialog- und Kompromissbereitschaft sowie dem Mut, neue Wege zu gehen, eine glaubwürdigere Kirche entstehen kann. In den Fürbitten kam der Wunsch nach dieser Erneuerung zum Ausdruck.

„Aufeinander hören“

Für Pfarrer Jürgen Grabetz waren einige Passagen der Talkrunde der sieben Frauen „harter Tobak“, und er ergänzte sie um die Bitte, mehr aufeinander zu hören. Die Argumente des anderen zu verstehen, sei eine „knallharte Arbeit“, die sich allerdings lohne, wobei er zu den Themen der Talkrunde viel zu sagen habe.
Er dankte den Mitgliedern der Katholischen Frauengemeinschaft für die Gestaltung des Gottesdienstes, der von „Klangspiel“, nach Aussage von Brigitte Auel einer „durch und durch ökumenischen Gruppe“ wunderbar musikalisch begleitet wurde.

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