Kinzigtal

Freilicht-Atelier mit Flußblick

Autor: 
Christoph Rümenapp
Lesezeit 3 Minuten
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19. September 2012
Christoph Rümenapp - Bildhauer in Ruhepose (von links): Wilfried Duwentester, Bodo Grimmer und Reinhard Rösler an und hinter einem der beiden mächtigen Douglasienstämme, aus denen Skulpturen für Schiltach entstehen.

Christoph Rümenapp - Bildhauer in Ruhepose (von links): Wilfried Duwentester, Bodo Grimmer und Reinhard Rösler an und hinter einem der beiden mächtigen Douglasienstämme, aus denen Skulpturen für Schiltach entstehen.

Drei Künstler arbeiten im »Freilicht-Atelier« auf Zeit, der Schiltacher Lehwiese an ihren Skulpturen – direkt vor den Augen Interessierter. Nach der Fertigstellung sollen ihre Werke in Schiltach bleiben.

Schiltach. Anderen Leuten bei der Arbeit zuschauen, kann richtig Spaß machen. Das wissen auch die Bildhauer Wilfried Duwentester aus Mecklenburg-Vorpommern und die beiden Sachsen Bodo Grimmer und Reinhard Rösler. In dieser und der kommenden Woche nützt ihnen ihr Wissen darum aber nichts: Die Künstler arbeiten in dieser Zeit nämlich an der Schiltacher Lehwiese an ihren neuen Werken. Und sie sind es, denen man bei der Arbeit zuschauen kann.

Wilfried Duwentester sägt mit der Motorsäge in das mächtige Schwarzwälder Douglasienholz Kerben und Furchen. Der Künstler zeigt sich beeindruckt von den Bedingungen direkt an der Kinzig. Begeistert ist er von den mächtigen Douglasienstämmen, die ihnen die Stadt zur Verfügung gestellt hat: »Solche Stämme sieht man nicht oft.« Duwentester ist der Initiator des Skulpturenwegs Burg Schlitz nach Görzhausen in der mecklenburgischen Schweiz. Und genau dort hat ihn Schiltachs Bürgermeister Thomas Haas in einem Urlaub getroffen. Beide entwickelten die Idee für das aktuelle Projekt auf der Lehwiese, und heute hacken, sägen und meißeln die drei freischaffenden Bildhauer im Schwarzwald – inmitten flanierender Schiltacher und Tagestouristen.

Skulpturen sollen bleiben

Und das Beste – aus Schiltacher Sicht: Die fertigen Skulpturen sollen in Schiltach bleiben. »Wo genau wir sie aufstellen, müssen wir mal schauen«, verkündet Bürgermeister Haas, der sich auch einen Skulpturenweg vorstellen kann.

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Was genau dort an der Lehwiese entsteht, bleibt aber weitestgehend offen. Weil Rösler das Arbeiten an seinem Douglasienstamm als einen wechselseitigen Prozess versteht, will er sich noch nicht endgültig festlegen. Der Sachse setzt ein breites Grinsen auf und sagt: »Es werden aber keine obszönen Plastiken.«

Drei-Tonnen-Fels

Bodo Grimmer, der den drei Tonnen schweren Sandsteinblock mit Meißel und Fäustel in Form setzt, konnte sich erst in der vergangenen Nacht Gedanken über seine Arbeit machen. Denn erst Montagabend fand der Sandsteinblock seinen Weg von Sulgen nach Schiltach. »Wir alle arbeiten eher figürlich«, verrät er. »Man wird es auf jeden Fall erkennen können«, schiebt der gelernte Steinmetz nach.

Indes besteht der Aufenthalt der Künstler nicht ausschließlich aus Arbeit. Sonntag sollen Säge, Axt und Meißel ruhen. Da will sich das Trio die Landschaft anschauen. Gut möglich, dass Duwentester Führungen für seine Kompagnons gibt. Der Norddeutsche kennt Schiltach aus früheren Aufenthalten. »Da drüben«, sagt er und zeigt auf ein bestimmtes Gebäude, »habe ich mir vor vielen Jahren mal eine Lederhose gekauft.«

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