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Wolfach

Für Kordula Kovac reicht’s diesmal nicht

25. September 2017
&copy Tobias Lupfer&copy Archiv

Die Verluste der CDU bei der Bundestagswahl machten Kordula Kovacs Chancen auf einen Wiedereinzug ins Plenum zunichte: Nach vier Jahren endet die Zeit der Wolfacherin als Abgeordnete. Gestern überwog bei ihr aber die Zufriedenheit über das Erreichte. 

»Ich glaube nicht, dass ich zur Politikverdrossenheit beigetragen habe«, sagte Kordula Kovac am Montag auf Nachfrage des Offenburger Tageblatts. 14- bis 16-Stunden-Tage seien in ihrer Zeit als Bundestagsabgeordnete die Regel gewesen, auch an den Wochenenden. Das aber habe sie gern und aus Überzeugung getan: »Für mich war es wichtig, dass ich mich in diesen vier Jahren, in denen ich im Bundestag saß, für die Menschen und die Region eingesetzt habe.«

Am Ende entscheiden die Wähler

2013 sei ihr Einzug in den Bundestag eine Überraschung gewesen, »das war schon die Ausnahme«, da brauche man sich nichts vormachen, resümierte Kovac gestern. Diesmal stand Kovac auf Platz zehn der Landesliste – eigentlich ein guter Platz, mit dem Beobachter ihr auch im Vorfeld große Chancen für eine zweite Amtszeit als Abgeordnete prognostiziert hatten. Die Politikerin selbst beschwichtigte in den vergangenen Monaten immer wieder: Am Ende entscheide der Wähler, betonte sie stets.

Entschieden war das Aus abermals erst spät in der Nacht, für Kovac sei am Wahlabend aber schnell klar gewesen, dass es nicht klappt: »Wenn man das Wahlergebnis sieht, dann kann man Zwei und Zwei zusammenzählen und ausrechnen, dass es nicht reichen wird.« Von Enttäuschung gestern allerdings keine Spur: »Aus der Kommunalpolitik weiß man, dass das alles nur auf Zeit ist.«

Aufgabe eine Ehre

Es sei eine Ehre gewesen, Verantwortung im Bundestag zu übernehmen. Die habe sie ernst genommen und sich in »ihren« Bereichen Landwirtschaft, ländlicher Raum und Ernährung nach Kräften eingesetzt. »Ich will nicht eingebildet wirken, aber da habe ich mein Bestes gegeben.« Es könne ihr niemand vorwerfen, nicht fleißig gewesen zu sein. Die Leute dürften aber auch erwarten, dass ihre Abgeordneten sich für sie einsetzen.

Wie es für sie persönlich weitergeht, »da habe ich mir noch keinen Kopf gemacht«. Jetzt sei der Plan zunächst einmal, sich »um meine Leute zu kümmern, dass die Jobs kriegen. Die sind ja alle Ende Oktober arbeitslos.« Gemeint sind die Mitarbeiter in Wolfach und Berlin: Beide Abgeordnetenbüros müssen aufgelöst werden, da gebe es auch für Kovac persönlich viel zu erledigen. Gestern Abend flog sie nach Berlin, bis Mittwoch stehen dort noch einige Termine an.

Ein paar Tage zurückziehen

Politisch gebe es noch zwei, drei Anliegen, die sie weiter begleiten wolle. Etwa das Engagement für die Hebammen im Kreis. Dabei freut sich Kovac über den Förderbescheid fürs Pilotprojekt. »Den kann uns keiner wegnehmen.« Und sie freue sich, Wolfgang Schäuble als Kollegen gehabt zu haben und für ihn im Wahlkampf einiges getan haben zu können. 

Wenn der Trubel um die Auflösung der Büros beendet ist, wolle sie sich vielleicht erst einmal ein paar Tage zurückziehen und einige ruhige Stunden mit ihrem Mann verbringen – eine Seltenheit in den vergangenen vier Jahren. »Alles andere muss man kucken.«

Autor:
Tobias Lupfer

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