Wolfach

Für Kordula Kovac reicht’s diesmal nicht

Autor: 
Tobias Lupfer
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
25. September 2017

(Bild 1/2) Stimmenauszählung im Wolfacher Rathaus: Zwar holte die CDU bei der Bundestagswahl in Baden-Württemberg alle 38 Direktmandate, kam bei den Zweitstimmen landesweit aber nur noch auf 34,4 Prozent der Stimmen – 11,3 Prozent weniger als noch bei der Wahl vor vier Jahren. Trotz guter Positionierung auf der Landesliste reichte es damit für die Wolfacher Abgeordnete Kordula Kovac nicht zum Wiedereinzug ins Berliner Parlament. ©Tobias Lupfer

Die Verluste der CDU bei der Bundestagswahl machten Kordula Kovacs Chancen auf einen Wiedereinzug ins Plenum zunichte: Nach vier Jahren endet die Zeit der Wolfacherin als Abgeordnete. Gestern überwog bei ihr aber die Zufriedenheit über das Erreichte. 

»Ich glaube nicht, dass ich zur Politikverdrossenheit beigetragen habe«, sagte Kordula Kovac am Montag auf Nachfrage des Offenburger Tageblatts. 14- bis 16-Stunden-Tage seien in ihrer Zeit als Bundestagsabgeordnete die Regel gewesen, auch an den Wochenenden. Das aber habe sie gern und aus Überzeugung getan: »Für mich war es wichtig, dass ich mich in diesen vier Jahren, in denen ich im Bundestag saß, für die Menschen und die Region eingesetzt habe.«

Am Ende entscheiden die Wähler

2013 sei ihr Einzug in den Bundestag eine Überraschung gewesen, »das war schon die Ausnahme«, da brauche man sich nichts vormachen, resümierte Kovac gestern. Diesmal stand Kovac auf Platz zehn der Landesliste – eigentlich ein guter Platz, mit dem Beobachter ihr auch im Vorfeld große Chancen für eine zweite Amtszeit als Abgeordnete prognostiziert hatten. Die Politikerin selbst beschwichtigte in den vergangenen Monaten immer wieder: Am Ende entscheide der Wähler, betonte sie stets.

Entschieden war das Aus abermals erst spät in der Nacht, für Kovac sei am Wahlabend aber schnell klar gewesen, dass es nicht klappt: »Wenn man das Wahlergebnis sieht, dann kann man Zwei und Zwei zusammenzählen und ausrechnen, dass es nicht reichen wird.« Von Enttäuschung gestern allerdings keine Spur: »Aus der Kommunalpolitik weiß man, dass das alles nur auf Zeit ist.«

Aufgabe eine Ehre

- Anzeige -

Es sei eine Ehre gewesen, Verantwortung im Bundestag zu übernehmen. Die habe sie ernst genommen und sich in »ihren« Bereichen Landwirtschaft, ländlicher Raum und Ernährung nach Kräften eingesetzt. »Ich will nicht eingebildet wirken, aber da habe ich mein Bestes gegeben.« Es könne ihr niemand vorwerfen, nicht fleißig gewesen zu sein. Die Leute dürften aber auch erwarten, dass ihre Abgeordneten sich für sie einsetzen.

Wie es für sie persönlich weitergeht, »da habe ich mir noch keinen Kopf gemacht«. Jetzt sei der Plan zunächst einmal, sich »um meine Leute zu kümmern, dass die Jobs kriegen. Die sind ja alle Ende Oktober arbeitslos.« Gemeint sind die Mitarbeiter in Wolfach und Berlin: Beide Abgeordnetenbüros müssen aufgelöst werden, da gebe es auch für Kovac persönlich viel zu erledigen. Gestern Abend flog sie nach Berlin, bis Mittwoch stehen dort noch einige Termine an.

Ein paar Tage zurückziehen

Politisch gebe es noch zwei, drei Anliegen, die sie weiter begleiten wolle. Etwa das Engagement für die Hebammen im Kreis. Dabei freut sich Kovac über den Förderbescheid fürs Pilotprojekt. »Den kann uns keiner wegnehmen.« Und sie freue sich, Wolfgang Schäuble als Kollegen gehabt zu haben und für ihn im Wahlkampf einiges getan haben zu können. 

Wenn der Trubel um die Auflösung der Büros beendet ist, wolle sie sich vielleicht erst einmal ein paar Tage zurückziehen und einige ruhige Stunden mit ihrem Mann verbringen – eine Seltenheit in den vergangenen vier Jahren. »Alles andere muss man kucken.«

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeigen
  • 15.02.2019
    Bars, Musik, Kostümprämierung
    Schon siebenmal fand der Gammlerball in Kehl bislang am Schmutzigen Donnerstag statt. In diesem Jahr ist das anders. Erstmals wird in der Stadthalle am Fasnachtssamstag gefeiert. Neben DJ Vuko sorgen verschiedene Narrenzünfte und die Gammlerbänd Willstätt für die Musik. Mit der Terminänderung aufs...
  • 13.02.2019
    Manufaktur für orthopädische Leistungen
    Sie tragen uns im Laufe unseres Lebens durchschnittlich 180.000 Kilometer – unsere Füße. FUSS ArT, die Manufaktur für orthopädische Leistungen rund um den Fuß, ist seit Anfang Februar 2019 in der Moltkestraße 30-32 in Offenburg am Start und bietet ihren Kunden ein umfassendes Leistungsspektrum und...
  • 04.02.2019
    Offenburg
    Das Braun Möbel-Center bietet Wohnmöbel in vielen Formen, Farben und Materialien. Vom 7. bis zum 9. Februar findet auf dem Gelände die dreitägige Möbelmesse statt. Hier können die Kunden in verschiedenen Themenwelten die aktuellsten Wohntrends entdecken. Neben einem großen Sonderverkauf gibt es...
  • 03.01.2019
    Die eigene Firma zu gründen ist auch dank der Digitalisierung heute nicht mehr schwer – aber wie geht es dann weiter? Wie kleine und mittelständische Firmen erfolgreich werden, zeigen zwei Jungunternehmer bei einem Vortrag am 26. Januar in der Offenburger Oberrheinhalle.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Kinzigtal

vor 7 Stunden
CDU Hornberg nominiert Kandidaten
Zwölf Kandidaten der Hornberger CDU stellen sich der Gemeinderatswahl 2019. Sechs kandidieren für den Ortsteil Reichenbach und vier für den Ortsteil Niederwasser. Für Letzteren stand allerdings gar die Ortsverfassung wegen der zunächst geringen Bereitschaft auf der Kippe. Außerdem tritt...
vor 7 Stunden
Kandidatennominierung bei der Hornberger SPD
"Einen Querschnitt aller gesellschaftlichen Klassen": So präsentiert die Hornberger SPD ihre Kandidaten für die Gemeinderats- und Ortschaftsratswahlen. Freude gibt es über die Bereitschaft der jüngeren und weiblichen Hornberger, sich der Wahl zu stellen.
vor 9 Stunden
Hausach
Bei unserem 15. Baustellenbesuch informierten wir uns, was sich im Kinzigtalbad in den letzten vier Wochen getan hat. Das Offenburger Tageblatt hält seine Leser mit einer Serie immer am letzten Samstag im Monat auf dem Laufenden.
vor 9 Stunden
Axel Moosmann berät Käufer und Verkäufer von Immobilien
Axel Moosmann ist Bereichsleiter Privatkunden in der Volksbank Mittlerer Schwarzwald. Der 46-Jährige, der mit seiner Familie in Gutach-Turm wohnt, kennt den Immobilienmarkt seit Jahrzehnten und gibt Auskunft, wie er die aktuelle Marktsituation sieht.
vor 9 Stunden
Deutliches Preisgefälle bei Häusern
Der Immobilienmarkt boomt bundesweit. Wohneigentum, sei es ein Haus oder eine Eigentumswohnung, erzielt Höchstpreise auch im Kinzigtal. Allerdings gibt es deutliche regionale Unterschiede, wo die Immobilie steht.
vor 14 Stunden
Wolfach
Es geht rasant der Fasnet entgegen: Nach dem Zunftabend steigt am morgigen Sonntag, 24. Februar, das große Schnurren in Wolfach. Zwei aus dem Vorjahr bekannte Lokale und zwei altgediente Gruppen sind nicht mehr dabei – im Gegenzug gibt es eine neue Gruppe und ein neues Lokal. 
vor 14 Stunden
Gutach
Christel Griesbaum leitet seit 30 Jahren eine Frauenriege im TuS Gutach, frischte erst im vergangenen Jahr noch- mal in der Sportschule ihre Kenntnisse auf. Im Januar gehörte sie selbst zu den Turnschwestern, die den runden Geburtstag gemeinsam feiern. Es war ihr 80.!
vor 21 Stunden
Hürde
Um Juxkandidaten von einer Bürgermeisterkandidatur abzuhalten, überlegt der Gemeindetag, auch für kleinere Ortschaften Unterstützungsunterschriften einzuführen. Kinzigtäler Kommunalpolitiker haben mit dem Offenburger Tageblatt über eine solche Regelung gesprochen.
vor 22 Stunden
Vielstimmiges »Heraus, Heraus«
Hunderte Kinder zogen am Freitag mit Storchenvater Alois Krafczyk durch die Stadt und forderten lautstark mit »Heraus, heraus« Brezeln, Orangen und Süßigkeiten, die Anwohner bereitwillig aus den Fenstern warfen.
22.02.2019
Hausach
Die forstliche Beratung soll auch künftig allen Privatwaldbesitzern kostenlos zur Verfügung stehen. Die Betreuung nicht, sie wird aber weiterhin gefördert. Forstdirektor Martin Strittmatter erläuterte am Mittwoch in der Hausacher Stadthalle die künftige Regelung.
22.02.2019
Altmeister des Handwerks (8)
In der Serie »Altmeister des Handwerks« stellen wir jene Kinzigtäler Handwerksmeister vor, die von der Handwerkskammer mit goldenem, diamantenem oder eisernem Meisterbrief ausgezeichnet wurden. Heute: Wolfgang Letzin.
22.02.2019
Hauptversammlung Imkerverein Schenkenzell
Lieber keine Honigtracht als Zementhonig. So lautete das Fazit der Schenkenzeller Imker für das Jahr 2018, das für sie mehr Frust als Lust brachte. Am Sonntagnachmittag fiel es den meisten Bienenzüchtern des Imkervereins Schenkenzell-Kaltbrunn leicht, zur Hauptversammlung ins Hotel Waldblick zu...