Bad Rippoldsau-Schapbach

Geschichte zum Nachblättern

Autor: 
Tobias Lupfer
Lesezeit 3 Minuten
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13. März 2014

Zwei lang recherchierte Themen hat Historiker Ralf Bernd Herden in »Die Ortenau« dem Vergessen entrissen. ©Tobias Lupfer

Hintergründiges über die imposante Entourage Adolf Hitlers im Führerhauptquartier auf dem Kniebis und über die »vergessene Literatin« Irma Goeringer entreißt Ralf Bernd Herden in seinen neuesten geschichtlichen Veröffentlichungen dem Vergessen.

Bad Rippoldsau-Schapbach. Die Geschichte lässt ihn nicht los: Ralf Bernd Herden, passionierter Historiker und ehemaliger Bürgermeister von Bad Rippoldsau-Schapbach, ist wieder als Autor aktiv. In »Die Ortenau«, der Zeitschrift des Historischen Vereins für Mittelbaden, veröffentlichte der Wolftäler nun gleich zwei Themen, an denen er lange feilte: Ein Abriss über Irma Goeringer, »die vergessene Literatin von Bad Rippoldsau«, und ein Blick auf den »Hofstaat« im Führerhauptquartier »Tannenberg« auf dem Kniebis.

»Ich habe eine Leidenschaft, Dinge dem Vergessen zu entreißen«, sagt Ralf Bernd Herden. Der kam er auch bei seinen zwei jüngsten Veröffentlichungen nach, denen 2014 noch weitere Publikationen folgen sollen. Ständig habe er acht bis zwölf Themen im Karteikasten liegen, zu denen er nach und nach Informationen sammle, erläutert Herden beim Besuch im Arbeitszimmer hoch über Schapbach. Im Fall von Irma Goeringer etwa habe er fast 20 Jahre gesammelt, ehe er vor einem guten Jahr intensiver in die Recherche eingestiegen sei.

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In akribischer Mühe habe er Aufsätze und Bücher der »vergessenen Literatin« zusammengetragen. Gerade einmal 30 Jahre wurde sie alt, ehe sie sich in Berlin das Leben nahm. Als »fortschrittlich denkende, selbstbewusste und weltoffene Dame« wertet Herden die Literatin. Zwar sei das Mosaikbild ihres Lebens noch nicht ganz vollständig, doch sei es gerechtfertigt, die Vita auch fragmentarisch darzustellen. Neben dem Leben Goeringers geht Herden auch dem Inhalt ihrer Werke nach und stellt dar, dass diese auch im Oberen Wolftal spielen.

Bei Irma Goeringer wird es aber nicht bleiben: »Die Familie fasziniert mich«, sagt Herden. Die Familie, die den Badbetrieb in Bad Rippoldsau aufgebaut habe, dann als Familiendynastie aber im Ersten Weltkrieg alles verloren habe, seien »sehr umtriebige aber auch sehr soziale Leute gewesen«, sagt Herden nach seinen Recherchen. »Das wird noch eine interessante Geschichte.« Eins der nächsten Themen soll das Leben und Wirken von Otto Goeringer junior werden. »Da wird’s auch wieder neue Dinge geben, die noch nicht veröffentlicht sind.«

Die bekannten Fakten, angereichert mit einigen Neuigkeiten, die seiner intensiven Recherche entstammen, präsentiert Herden auch in »Der ›Hofstaat‹ des Führerhauptquartiers«. Das Dritte Reich ist ohnehin eins der thematischen »Steckenpferde« Herdens als Historiker. Eindrücklich schildert er in seiner jüngsten Veröffentlichung, wer im »Tannenberg« ein und aus ging, zitiert unter anderem aus dem Tagebuch von Joseph Goebbels. Auch »Menschelndes« greift Herden beim Blick hinter die Bunkerwände auf dem Kniebis auf.

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