Schenkenzell-Kaltbrunn

Grenzstein auf dem Roßberg steht wieder und ist geschützt

Autor: 
Willy Schoch
Lesezeit 3 Minuten
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12. September 2019

Damit der Grenzstein Nummer 25 nicht schon wieder abgebrochen wird, wird er nun von drei Pflöcken geschützt. ©Willy Schoch

Mehr als 200 Jahre diente er als Grenzmarkierung: ein Grenzstein in der Nähe des Friedwalds auf dem Roßberg der Gemarkung Schenkenzell-Kaltbrunn. Einst abgebrochen, wurde er wiederentdeckt und nun wieder hergerichtet.

Abgebrochen lag der Grenzstein in einer Kultur. Wahrscheinlich bei der Waldbewirtschaftung vor Jahren umgefahren. Es war der Grenzstein mit der Nummer 25, ein gehauener Sandstein mit einer Höhe von 52 Zentimetern in der Nähe des Friedwalds auf dem Roßberg. Sicherlich wäre er für immer untergegangen, hätte ihn nicht ein Wanderer gesichtet. Auf der Oberseite des Grenzsteins ist eine Kerbe, die die Richtungen zu den nächsten Grenzsteinen anzeigt. Auf einer Seite die Zahl 25, als Positionshinweis, auf der anderen Seite die Buchstaben »FF« für Fürstlich Fürstenberg. Auf den restlichen beiden Seiten befinden sich Hofzeichen. Dies ist was Außergewöhnliches und vermutlich zurückzuführen auf das 18. Jahrhundert. Grenzsteine mit Hofzeichen sind noch beim Bühlhof und Martinshof auf Kaltbrunner Gemarkung anzutreffen. 

Die Grenze hat heute noch Bestand. Sie verläuft auf dem Roßberg teils parallel zur Grenzlinie der einstigen staatlichen Bereiche zwischen dem Großherzogtum Baden und dem Königreich Württemberg. Die dortigen Landesgrenzsteine, von denen sich noch rund 430 entlang der Grenze auf Gemarkung Schenkenzell und Kaltbrunn befinden, sind noch größere Steinquader und von der Vielseitigkeit her gesehen noch imposanter. 

Dekorativer Wert

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Aber dieser Grenzstein Nummer 25 hat einen besonderen dekorativen Wert. Diese Art von Grenzstein wurde bei der Kleindenkmalerfassung 2012/2013 nicht festgestellt. Eine absolute Rarität. Recht aufwendig wurden die Hofzeichen eingehauen. Einmal das Hofzeichen der »Allmend Kaltbrunn« und auf der anderen Seite des Hofbesitzers »Johann Hauer«.

Das Holz-, Hof- und Schifferzeichen war eine Eigentümlichkeit des Kinzigtals und seiner Einzugsgebiete. Vielleicht sind sie aus alten Sippenzeichen entstanden. Auf jeden Fall sind sie durch den Waldbesitz und die damit verbundene Flößerei erhalten geblieben. Alles was zum Hof gehörte, trug ein solches Zeichen, das vom Vater auf den Sohn vererbt wurde und nicht selten Jahrhunderte zurückreicht. Diese Besitzzeichen befanden sich früher an den Häusern, auf dem Feld- und Waldgeschirr und vor allem auch auf den Grenzsteinen. Es wurde zu einem Teil des Besitznamens und gehörte untrennbar zum Hof. 

Pflöcke zum Schutz

Der Historische Verein Schiltach/Schenkenzell nahm sich zusammen mit dem heutigen Grundstückseigentümer, der Fürstlich Fürstenbergischen Forstverwaltung, um den Erhalt des schmucken Erinnerungsstücks an. Das Vermessungsamt lieferte die genauen Maße, wo der Stumpf zu finden war. Heute steht der historisch wertvolle Grenzstein mit Hofzeichen wieder. Um  Beschädigungen bei der Waldbewirtschaftung künftig auszuschalten, wurden zur Sicherung Pflöcke eingehauen.

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