Auftragsvergaben im Gemeinderat

Große Treppe statt Parkplätze vor Steinacher Rathaus

Autor: 
Lars Reutter
Lesezeit 3 Minuten
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08. Mai 2018
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Das Amt für Denkmalschutz muss noch grünes Licht für diese Treppenvariante geben. ©Visualisierung: Kopf Architekten

Einer »mondänen Treppenlösung« für das Rathaus geben alle Steinacher Gemeinderäte die Vorfahrt gegenüber Stellplätzen für Autos. Dies ist das Ergebnis der Sitzung von Montagabend, in der auch drei Gewerke vergeben wurden.

»Wir sollten nicht alles den Autos opfern«, brachte Günter Schmidt (FWV) am Montagabend die Stimmungslage des Gemeinderats auf den Punkt. Das Gremium entschied sich einstimmig für eine »mondäne« (Architekt Thomas Kopf) von drei Seiten begehbare Treppe zum Südeingang des Rathauses, die gegenüber der Alternative – einer kleineren von links und rechts begehbaren Treppen – mehr Platz beansprucht, so dass wohl drei Parkplätze dieser Lösung zum Opfer fallen werden.

Diese werden aber möglicherweise an einer anderen Stelle ersetzt. Außerdem muss laut Bürgermeister Nicolai Bischler das Amt für Denkmalschutz noch grünes Licht für die neue Treppenlösung geben.

Von drei Seiten begehbar

Die Diskussion um die Treppe war bereits in der Ratssitzung Mitte April los gegangen. Damals hatte das Büro Kopf Architekten die jetzt abgelehnte Variante einer von zwei Seiten begehbaren Treppe präsentiert (wir haben berichtet). Den damaligen Wunsch des Gremiums auch von allen Seiten begehbare Treppe zu planen, war das Büro nun nachgekommen.  

Thomas Kopf erläuterte beide Varianten. Bei der von seinem Büro favorisierten schmaleren Treppe bliebe eine 3,55 Meter breite Fahrbahn, bei der »mondäneren« Treppe nur 2,55 Meter. Bei einer Nutzung der Parkplätze vor dem Eingang durch ein breites Auto käme man daher mit einem weiteren Fahrzeug nicht mehr durch. 

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Er zeigte auf, dass es Möglichkeiten geben könnte, für die drei wegfallen Plätze andernorts einen Ersatz zu schaffen. Er gab aber auch zu bedenken, dass das gesamte Umfeld des Rathauses noch überplant werden sollte, Flächen für Parkplätze dabei eher Mangelware seien und nicht alle Flächen wie beispielsweise die Rasenfläche vor dem Rathaus im Besitz der Gemeinde seien.

Gegen Flickschusterei

Zudem müsste man das Budget für die größere Treppe um rund 10.000 Euro erhöhen. Bei beiden Varianten müsse man auch eine alte Wasserleitung für rund 10.000 Euro versetzen.

Ob und wo neue Stellflächen für Autos entstehen könnten, war in der Diskussion aber eher ein Randthema. Vielmehr herrschte die Meinung vor, dass man auch hinter dem Rathaus parken könne und man ein Stück weit laufen könne.

Unter anderem Tino Joos (CDU) sprach sich  zusammen mit zwei weiteren Gemeinderäten aber für einen von Kopf ins Spiel gebrachten Zwischenschritt aus. Bei diesem hätte man erst die schmale Treppe realisiert und dann nach einer zeitnahen Prüfung der Parksituation den vorderen Treppenbereich quasi angebaut. Joos befürchtet nämlich, dass trotzdem Autos in den dann schmalen Bereich parken werden.

Allen voran Bertin Metzger (Junge Liste) sprach sich aber gegen ein solches »gestückeltes Flickwerk« aus. 

Info

Leichte Kostensteigerung

Auf jeweils einstimmigen Beschluss des Gemeinderats wurden folgende Gewerke an den jeweils günstigsten Bieter vergeben:

  • Die Trockenestricharbeiten übernimmt die Firma Kaiser aus Triberg für rund 88000 Euro (rund 11000 Euro mehr als geplant).
  • Die Offenburger Firma Heinrich Schmid erledigt für  rund 206 000 Euro die Trockenbauarbeiten (rund 20000 Euro weniger als geplant).
  • Die Innenputzarbeiten übernimmt die Firma Himmelsbach aus Friesenheim für  rund 295000 Euro (rund 15 000 Euro mehr als geplant). Die Prüfung des Angebots hatte ergeben, dass die angebotene Preise der Dämmputze nicht auskömmlich seien. Auf Rückfrage versicherte die Firma aber, dass sie dies seien. Ablehnen konnte man das Angebot laut Kämmerin Petra Meister somit nicht. Nun habe man aber eventuell einen höheren Aufwand bei der Bauaufsicht. Architekt Thomas Kopf hat aber grundsätzlich keine Bedenken, dass die Firma gute Arbeit abliefern wird.

Meister informierte über die Kostenentwicklung. Gegenüber der Kostenberechnung stehe ein Plus von 1,5 Prozent und gegenüber der Kostenschätzung eines von fünf Prozent. »Damit sind wir gut dabei«, meinte sie mit Blick auf andere Vorhaben mit einem größeren Plus bei den Kosten.

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