Wolfach-Kirnbach

Günter Eichmann plant Neustart ohne die »Sommerecke«

Autor: 
Tobias Lupfer
Lesezeit 3 Minuten
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15. August 2017
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(Bild 1/2) Das Naturfreundehaus »Sommerecke« erlebte seit 2014 einen merklichen Aufschwung. Zum 15. September wird Günter Eichmann den Restaurantbetrieb einstellen – er wechselt in die »Hinterholzstube«. ©Eichmann

Zeitenwechsel im Naturfreundehaus »Sommer-ecke« hoch über Kirnbach: Das Pächterpaar Stefanie Meller und Günter Eichmann wird den Restaurantbetrieb zum 15. September einstellen – ab 17. September bewirten sie die »Hinterholzstube« in Schiltach.

Seit einer guten Woche hängt ein Aushang an der Tür der »Sommerecke«, am Sonntag machten Stefanie Meller und Günter Eichmann die bevorstehende Veränderung auch auf ihrer Facebook-Seite publik: Am 15. September wird der Restaurantbetrieb im Naturfreundehaus »Sommerecke« enden – das Paar übernimmt die seit Januar leer stehende »Hinterholzstube« in Schiltach. Das »Bergstüble« ist von den Entwicklungen nicht betroffen.

»Wir werden die ›Sommer-ecke‹ wegen gewissen und für uns unzumutbaren Umständen verlassen«, heißt es seit Sonntag auf der Facebook-Seite. Dabei hatte Eichmann eigentlich ganz andere Pläne. Er wollte das Haus, das er mit seiner Partnerin seit April 2014 als Pächter führt, sogar kaufen. Die Vorverhandlungen trugen keine Früchte – stattdessen soll das Haus der Naturfreunde-Ortsgruppe Schramberg laut Eichmann zum Januar 2018 ins Eigentum des Naturfreunde-Landesverbands übergehen.

»Unser Laden brummt«, erklärte Eichmann gestern. Vor drei Jahren startete das motivierte Paar – mit Erfolg: Man habe den Betrieb von etwa 1000 auf gut 5500 Übernachtungen jährlich ausgebaut, allein neun Hochzeiten werden 2017 neben weiteren großen Feiern ausgerichtet, weit mehr Anfragen gab es. Auch für Schulklassen und Firmen-Seminare sei das Haus gefragt. »Das haben wir in drei Jahren geschaffen.«

Der Pachtvertrag läuft noch bis März 2019. Bereits 2015 aber sei seitens der Naturfreunde die Frage aufgekommen, ob Eichmann die »Sommerecke« nicht kaufen wolle. Nachdem die Hauptversammlung dem Ortsgruppen-Vorstand im März 2016 grünes Licht für den Verkauf gegeben habe, sei die Planung ins Detail gegangen. Der Pächter klärte eine Reihe organisatorischer und komplexer Fragen, auch mit Behörden. Daneben investierte Eichmann »eine mittlere fünfstellige Summe« ins Haus. »Immer noch im guten Glauben: Es gehört ja irgendwann dir.«

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Danach aber sei es ruhig geworden: Auf das Kaufangebot gab es keine Resonanz. Erst, als Eichmann intensiv nachgehakt habe, sei ihm im Juni 2017 schließlich offiziell mitgeteilt worden, dass die »Sommerecke« ab 2018 Eigentum des Landesverbands sein soll. 

Der Landesverband hätte sie zwar weiter gern als Pächter. Daran haben Eichmann und Meller nun aber ihrerseits kein Interesse mehr. Sie haben einen Auflösungsvertrag angeboten, kommuniziert wird inzwischen über den Anwalt. Von der Ortsgruppe Schramberg – Eichmann war zeitweise sogar Vorstandsmitglied –, die bis Jahresende noch Eigentümerin ist, höre man nichts.

Seit Juli ist für das Paar mit der Vertragsunterzeichnung mit der Familie Schwenk der Neustart in der »Hinterholzstube« Schiltach in trockenen Tüchern. Bis 15. September wird in der »Sommerecke« bewirtet, am 16. September ist noch eine Hochzeitsfeier, am 17. September geht es nahtlos in der »Hinterholzstube« weiter. Die Übernachtungsbuchungen für 2017 werden noch erfüllt. »Unsere Gäste haben es nicht verdient, dass wir sie im Regen stehen lassen.«

Für die »Sommerecke« suchen Eichmann und Meller einen Nachpächter. Falls sie den nicht finden, wollen sie ihren Vertrag bis 2019 eben einfach ohne Betrieb auslaufen lassen. 

Stichwort

»Hinterholzstube«

Seit Januar steht die »Hinterholzstube« in Hinterlehengericht leer. In den 1990er-Jahren war der ehemalige Bauernhof umgebaut worden.

Übernachtungen werden die Pächter dort nicht anbieten, es sei ein reiner Gastronomiebetrieb. »Wir wollen’s etwas aufwerten«, sagte Günter Eichmann, die Speisekarte werde sich an jener der »Sommerecke« orientieren. Das aktuell 13-köpfige Team wird fast komplett übernommen. Spülkraft, Housekeeperin und Saison-Köchin werden wohl gehen müssen. »Ich werde wieder mehr in die Rolle des Kochs schlüpfen.«

Stichwort

»Bergstüble«

Das »Bergstüble« auf dem Moosenmättle, das Günter Eichmann zum Mai als Pächter von der Stadt Wolfach übernommen hat, ist vom Wechsel an der »Sommer-ecke« nicht betroffen.

Das Team vor Ort bleibe, »und auch die Nähe bleibt«, betonte Eichmann: Von der »Hinterholzstube« sei es kaum weiter zum »Bergstüble« als von der »Sommerecke« aus. Zwischenzeitlich habe er auch ein Gespräch mit Bürgermeister Thomas Geppert gehabt, für September sei ein weiteres Gespräch zu Überlegungen für die Zukunft der Vesperstube geplant.

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