Gemeinderat Schenkenzell

Gute Nachricht für Sanierung der Schwallungen in Wittichen

Autor: 
Lothar Herzog
Lesezeit 3 Minuten
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11. September 2019

Thomas Kipp (links) und Willy Schoch verließen in der Juli-Sitzung enttäuscht und geknickt den Ratssaal. ©Lothar Herzog

Willy Schoch nutzte am Mittwoch die Bürgerfragestunde, um das Thema Sanierungen der Schwallungen noch einmal im Schenkenzeller Gemeinderat vorzubringen. Dabei hatte er in Sachen Finanzen Neuigkeiten.

Wie der frühere Hauptamtsleiter der Gemeinde Schenkenzell, Willy Schoch, in der Einwohnerfragestunde in der Ratssitzung am vergangenen Mittwoch einräumte, hätten er und Flößermeister Thomas Kipp in der vergangenen Sitzung kurz vor der Sommerpause den Ratssaal »ziemlich enttäuscht und geknickt verlassen«. Erfreulich sei für sie dennoch gewesen, dass Ortschaftsrat und Gemeinderat voll hinter der dringend notwendigen Sanierung zur Erhaltung von drei Flößer-Schwallungen in Kaltbrunn-Wittichen stünden. 

Er stelle sich allerdings die Frage, weshalb das Thema auf die Tagesordnung gesetzt worden sei, ohne dass sich zuvor die Verwaltung mit den Behörden über die mögliche Förderung richtig abgestimmt habe. Bei der Sanierung habe man es mit gleich zwei Denkmalämtern zu tun, aus Stuttgart und Freiburg. Letzteres sei für das Finanzielle zuständig, so Schoch. Bei einem Besprechungs- und Besichtigungstermin in Wittichen habe Christine Schneider vom Regierungspräsidium Freiburg, zuständig für Denkmalpflege, ihm zugesichert, dass die Gemeinde beim Förderantrag wie ein Verein oder eine Privatperson behandelt werde und zwei Drittel der förderfähigen Kosten als Zuschuss erhalten könne. 

Auch private Spender

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Mit der Denkmalstiftung könne noch ein weiterer Fördertopf angezapft werden, sodass eine maximale Förderung von 80 Prozent möglich wäre. Bei kalkulierten Sanierungskosten von 260 000 Euro verbleibe der Kommune ein Eigenbeitrag von 52 000 Euro, verteilt auf fünf Jahre, rechnete Schoch vor. Peter Rottenburger, stellvertretender Vorsitzender der Klaus-Grohe-Stiftung Schiltach, habe ihm in einem Schreiben mitgeteilt, dass die Stiftung zehn Prozent beisteuern würde. Damit reduziere sich der Anteil der Gemeinde auf 26 000 Euro. »Und das ist noch längst nicht alles. Für den Erhalt der Bauwerke mit herausragender Bedeutung gibt es auch noch private Spender«, ließ der Vertreter des Historischen Vereins wissen. 

Bürgermeister Bernd Heinzelmann musste Schoch in seinem Redeeifer bremsen, da in der Einwohnerfragestunde einer Ratssitzung keine Statements abgegeben werden dürfen. Wenn er gewusst hätte, gab Heinzelmann zu, dass Michael Hascher vom Landesdenkmalamt Stuttgart seine Meinung noch am gleichen Tag ändere, hätte er in der vorherigen Sitzung das Thema gewiss nicht auf die Tagesordnung gesetzt. Er freue sich nun aber über die guten Nachrichten von Schoch.­ Auch habe sich Hascher bei ihm inzwischen gemeldet und versichert, dass die Gemeinde eine Zwei-Drittel-Förderung bekommen könne. Die Verwaltung werde die Angelegenheit neu aufarbeiten und zeitnah dem Ratsgremium wieder zur Beratung vorlegen. 

Angespannte Haushaltslage

In der Sitzung Ende Juli hatte Heinzelmann die Gemeinderäte um Vertagung dieses Themas gebeten. Der Grund: Beim Beitrag von Hascher hatte sich herausgestellt, dass die Gemeinde lediglich eine Förderung von einem Drittel der förderfähigen Kosten erhalte und angesichts der angespannten Haushaltslage die Restmittel nicht stemmen kann. In Wittichen befinden sich fünf Bauwerke von Flößerschwallungen, die laut Schoch und Kipp als hochwertiges Kulturgut gelten. Drei von ihnen, »Untere Lay«, »Obere Lay« und »Grüß Gott Wittichen«, sind von Bewuchs freigelegt worden und sanierbar.

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