Dokumentarfilm über Geistigbehinderte

»Hallo Welt« zeigt Carl-Sandhaas-Schüler

Autor: 
Lars Reutter
Lesezeit 3 Minuten
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26. Juni 2018

Freuen sich schon auf den Dokumentarfilm »Hallo Welt« (von links): Schulleiter Andreas Graff, Servillano Pantillo, Sparkassenchef Benrd Jakobs und Laura Umlauff. ©Lars Reutter

»Hallo Welt, wir sind da und wir haben Freude am Leben«: Diese Botschaft liegt nach wenigen Drehtagen für einen Dokumentarfilm nahe, der einen Einblick in den Alltag von drei Schülern der Carl-Sandhaas-Schule bieten soll.

Laura Umlauff (22) studiert in Offenburg  Medien- und Informationswesen (Bachelor) mit Schwerpunkt  Film. Als Abschlussarbeit dreht sie einen Film über den Alltag von Schülern der Haslacher Carl-Sandhaas-Schule.  Unter anderem bei der Sponsorensuche unterstützt sie Servillano Pantillo (26).  Premiere wird der Film wohl im November im Haslacher Kino feiern.

Umlauff und Pantillo haben die Sparkasse Haslach-Zell von ihrem Film mit dem Titel »Hallo Welt« überzeugen können. »Dieses interessante Projekt unterstützen wir gerne«, sagt Sparkassen Vorstandsvorsitzender Bernd Jacobs. Er hofft, dass die Dokumentation dabei hilft, etwaige Berührungsängste gegenüber geistigbehinderten Menschen abzubauen.

Keine »mitleidige Reportage«

Darüber würde sich auch Schulleiter Andreas Graff freuen. »Verschiedenheit sollte als Normalität wahrgenommen werden«, meint er. Was weder er noch die Filmemacher wollen, ist dagegen eine »mitleidige Reportage über arme Kinder«.  Denn diese sprühen trotz größerer oder kleiner Einschränkungen vielmehr nur so vor Lebensfreude. »Wir stellen natürlich keine Szenen. Schöne Situationen entstehen von ganz alleine, man muss nur die Kamera einschalten«, meint die Studentin nach  der ersten Drehwoche.

Beeindruckt haben Umlauff und Pantillo, wie gerne die Kinder in die Schule gehen. »Sie wirken einfach nur glücklich und können gar nicht verstehen, wie man ungern zur Schule gehen kann«, sagt die 22-Jährige. Pantillo hebt zudem hervor, wie toll es sei, wie Lehrer und Familien das bestmögliche für die Kinder täten. 

Denn gedreht wird nicht nur in der Schule, sondern auch in den Familien. Gezeigt werden sollen so die verschiedenen Perspektive der Eltern, Lehrer und natürliche die  der »Hauptdarsteller«.

Unterschiedlich selbstständig

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Da es den Rahmen sprengen würde, dies mit allen rund 40 Schülern zu tun, beschäftigt sich der Film vor allem mit drei Jugendlichen beziehungsweise jungen Erwachsenen im Alter von zwölf bis 18 Jahren. Wobei die jüngste den höchsten Förderbedarf hat – also am meisten Hilfe benötigt – der mittlere den Alltag gut bewältig und die älteste sehr selbstständig ist und gerade Praktika im ersten Arbeitsmarkt absolviert und auf der Straße nicht als Geistigbehinderte erkannt wird.

»Unser Ziel ist es, die Kinder bei den Schritten  zu mehr Selbstständigekit zu unterstützen«, erklärt Graff, dass in seiner Schule k vor allem Alttagssituationen wie etwa einkaufen gehen trainiert werden. 

Auf das Ergebnis des Films freut sich der Rektor schon heute: »Unsere Schule feiert im nächsten Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Mit dem Film können wir die Botschaft senden ›Hallo Welt, wir sind auch da.‹«

Roter Teppich für »Stars«

Auf die Idee zum Film kam Umlauff, da sie in einem Fitnessstudio jobbt und dort einmal die Sport-AG der Schule betreute. Zuvor hatte sie noch keine Erfahrung mit Geistigbehinderten und daher  großen Respekt vor der Aufgabe gehabt.

»Heute weiß ich, dass das auch nichts anders ist als mit ›normalen‹ Kindern. Es gibt auch dort lautere und stillere Kinder – wie überall«, meint sie. Diese Erkenntnis will sie mit dem Film  weitergeben. Fertig zur Vorführung will sie ihn etwa im November haben. 

Bei der Premiere im Haslacher Kino soll dann ein roter Teppich ausgerollt werden. »Das hab ich schon versprochen, da sich das die Jugendlichen wie echte Filmstars verdient haben. Sie haben uns schon jetzt mehr geschenkt als wir zurückgeben können«, meint Pantillo.

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