Wolfach

Handwerker erntet für Unfallflucht dreimonatiges Fahrverbot

Autor: 
Andreas Buchta
Lesezeit 3 Minuten
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10. Februar 2019

©Archivfoto: Mittelbadische Presse

Sechs Zeugen und ein Sachverständiger waren am Freitag am Amtsgericht Wolfach aufgeboten, um einen Sachverhalt aufzuklären, der sich am 17. August gegen 1 Uhr nachts in Hornberg ereignet hatte: Ein Handwerker hatte beim Rangieren mit seinem Transporter einen Baum, einen Zaun und ein Auto touchiert und fuhr danach davon, ohne sich um den Schaden zu kümmern.

Der 44-jährige Handwerker war laut Anklage auf einem engen Schotterparkplatz mit seinem Kleintransporter beim Rangieren erst rückwärts gegen einen Apfelbaum, dann gegen einen Zaun und schließlich gegen einen dort abgestellten Wagen gestoßen. Danach fuhr er in gemächlichem Tempo davon, ohne sich um den Schaden zu kümmern, der sich allein am Auto auf mehr als 4000 Euro belief. Gegen den Strafbefehl vom November – 2000 Euro Geldstrafe und drei Monate Fahrverbot – hatte der 44-Jährige Einspruch eingelegt, weshalb es am Freitag zum Gerichtstermin kam.

Zusammenstoß nicht bemerkt

Er habe von den Zusammenstößen lediglich den mit dem Baum bemerkt, beteuerte der Beschuldigte. Vom beschädigten Zaun und dem Auto habe er erst durch einen Bekannten erfahren und sich am nächsten Tag gleich bei der Polizei gemeldet. Den Zaun habe er umgehend repariert. Und zwar so, dass die Besitzerin davon regelrecht begeistert gewesen sei. Auch habe er sich bei allen Betroffenen entschuldigt. »Mein Transporter ist ein geschlossenes Fahrzeug ohne Fenster nach hinten«, erklärte der Angeklagte. Zudem habe das Radio gespielt und er so nichts Auffälliges gehört. 

Zeugen widersprechen Darstellung

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Die Zeugen, darunter der Besitzer des beschädigten Autos, wollten die Aussage, der Angeklagte habe die Zusammenstöße nicht bemerkt, nicht gelten lassen. So habe der Autobesitzer noch laut aus dem Fenster gerufen und sei dann dem Davonfahrenden schreiend hinterher gerannt. Übereinstimmend sagten die Zeugen, dass der Knall beim Zusammenstoß mit dem abgestellten Wagen sehr laut gewesen sei. So laut, dass eine Anwohnerin an einen Schuss glaubte und die Polizei rief. Übereinstimmend sagten sie aber auch aus, dass der Transporter beim Rangieren langsam und keinesfalls hektisch bewegt worden sei. Auch die Musik aus dem Fahrzeug wurde gehört.

Sachverständiger belastet Angeklagten

Der Sachverständige war der Meinung, dass der Angeklagte den Zusammenstoß mit dem Auto hätte bemerken müssen. Nicht zuletzt hätte er den Ruck spüren müssen. Das wiederum wollte der Verteidiger Tilman Horch nicht gelten lassen: Der Wagen sei seitlich eingedrückt worden, wo es keinerlei Verstärkungen am Blech gebe. Die hintere Stoßstange des Transporters sei recht sanft in das Blech »eingetaucht«. Zudem habe sich sein Mandant aktiv an der Regulierung des Schadens beteiligt und sich freiwillig bei der Polizei gemeldet. Er hielt vor allem das Fahrverbot für unverhältnismäßig und für seinen Mandanten, einen selbständigen Handwerker, der viel unterwegs sein müsse, für existenzbedrohend. »Völlig unverhältnismäßig« fand auch der Angeklagte den drohenden dreimonatigen Entzug der Fahrerlaubnis. »Hier wird unangemessen die große Keule geschwungen.«

Unbeeindruckt zeigte sich davon Staatsanwalt Christian Broß und forderte schließlich eine Geldstrafe von 2400 Euro und ein Fahrverbot von sogar sechs Monaten. Richterin Ina Roser folgte in ihrem Urteil der Strafhöhe, das Fahrverbot setzte sie aber nur auf drei Monate fest.

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