Abgesagtes Konzert in "Wolfsklause"

Hardcore-Bands überwältigt von Unterstützung aus Oberwolfach

Autor: 
Jan Schmider
Lesezeit 3 Minuten
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26. März 2020

JJ Peters (links) und seine Jungs von „Deez Nuts“ wollten nach 2013 und 2016 am 28. März eigentlich ein drittes Mal in der „Wolfsklause“ spielen. ©Jan Schmider

Mit dem Ausfall ihrer Europa-Tour, auch das Konzert am Samstag in Oberwolfach wurde abgesagt, haben die Bands „Deez Nuts“, „First Blood“, „Skywalker“ und „Unity TX“ viel Geld verloren. Das Oberwolfacher „Wolfsklause“-Team hat deshalb eine Spenden-Aktion ins Leben gerufen – mit Erfolg.

Die Vorfreude bei Fans und Veranstalter war riesig, und dementsprechend groß war auch die Enttäuschung, als aufgrund des Coronavirus vor gut zwei Wochen die Europa-Tour der australisch-amerikanischen Hardcore-Band „Deez Nuts“ abgesagt werden musste – und somit auch das für Samstag, 28. März, geplante Konzert in der „Wolfsklause“ in Oberwolfach.

Nicht nur die Hauptband „Deez Nuts“, deren Mitglieder in Australien und in den USA leben, ließ mit ihrem Hardcore auf einen stimmungsvollen Konzertabend hoffen. Auch die aus der Gegend von San Francisco stammende Band „First Blood“ ist eine in der Szene weltbekannte Hardcore-Formation mit großer Fangemeinde. Und da die beiden Vorbands „Skywalker“ aus Prag und Liverpool sowie „Unity TX“ aus Dallas (USA) musikalisch ebenfalls einiges zu bieten gehabt hätten, war das in der „Klause“ geplante Konzert in Rekordzeit ausverkauft. „Jammerschade“, so Organisator Jan Schmider, „aber der Abbruch der Tour war die einzig sinnvolle Entscheidung.“ 

Bands haben zu kämpfen

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Für die „Wolfsklause“ hält sich der durch den Konzert­ausfall entstandene wirtschaftliche Schaden in Grenzen, aber die Bands haben teilweise schwer damit zu kämpfen, so Schmider. Da die Tour bereits am Laufen war, blieben die Musiker durch den Abbruch auf einem erheblichen Teil der Kosten für Tourbus, technischer Ausrüstung oder Flüge sitzen. Vor allem bei „Deez Nuts“, die als Headliner einen großen Teil der Tour vorfinanziert hatte, habe das Ganze ein großes Loch in der Kasse hinterlassen. Auch „First Blood“, deren Sänger Carl Schwartz in Berlin lebt, und „Unity TX“, die als kleine Band viel investiert hat, um auf dieser Tour mitspielen zu können, „gehen finanziell schwierigen Zeiten entgegen“. 

Deshalb startete das „Wolfsklause“-Team einen Spendenaufruf, um die Not der Bands zumindest ein wenig zu lindern. „Die Leute, die sich Karten für das Konzert gekauft hatten, konnten bei der Rückgabe teilweise oder ganz auf Geld ihr verzichten“, erklärt Schmider. „Die Resonanz war beeindruckend. Es kamen innerhalb kürzester Zeit mehr als 1000 Euro zusammen, die wir der Bedürftigkeit entsprechend unter den Bands aufgeteilt haben.“ 

„Das ist unglaublich großzügig“

Diese waren sehr überrascht und äußerst angetan von der Hilfe aus dem Schwarzwald. „Das ist unglaublich großzügig, ich kann euch gar nicht genug danken. Das bedeutet uns sehr viel“, so „Deez Nuts“-Sänger JJ Peters. Carl Schwartz von „First Blood“ war „einfach nur sprachlos, als ich von der großen Hilfsbereitschaft hörte. Wir hatten uns sehr auf die bis dato einzige ausverkaufte Show der Tour gefreut und wollen das Konzert definitiv nachholen, wenn irgendwie möglich.“ Auch JJ Peters hofft, dass er mit seiner Band das Konzert nachholen kann.

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