Hausach

Hausacher Christen feiern ihren Schatz an Gemeinsamkeiten

Autor: 
Keller
Lesezeit 3 Minuten
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22. Juli 2019

(Bild 1/2) Ökumene fängt schon bei den Kleinsten an – die Kinder strömten nach ihrer Kinderkirche zum Gemeindefest. ©Keller

Mit einem Gottesdienst und einem fröhlichen »weltlichen Fest« feierten die evangelische und die katholische Gemeinde am Sonntag ihre Gemeinsamkeiten. Die Katholiken verabschiedeten außerdem Pfarrsekretärin Josefine Himmelsbach. 

Die Sonne strahlte, als sich die evangelischen und katholischen Christen am Sonntagmorgen vor dem Pfarrheim zum Gottesdienst trafen, und so waren die Schattenplätze beim Ökumenischen Gemeindefest schnell belegt. Die evangelische Pfarrerin Marlene Schwöbel-Hug und ihr katholischer Kollege Christoph Nobs hatten sich die Aufgaben geteilt, Erstere war für die Liturgie zuständig, und Pfarrer Nobs hielt die Predigt zur Lesung aus dem Lukasevangelium. 
Schwöbel-Hug erinnerte an den »Schatz an Gemeinsamkeiten« innerhalb der Ökumene und fand Gehör mit ihrer Bitte, beim gemeinsam gesprochenen Glaubensbekenntnis die Worte »heilige katholische« oder »christliche« durch »ökumenische Kirche« zu ersetzen. 

Das Verhältnis von Maria und Martha war Thema der Predigt, und in Anlehnung an die Werbung für eine bekannte Limonade fragte Nobs nach, ob »wir nicht alle ein bisschen Maria und Martha seien«. Der phlegmatische Typ stehe völlig im Gegensatz zum überdrehten und hektischen Charakter, dafür standen die mitgebrachten Symbole des Besens und der Weinflasche. Der eine steht für »Schaffe und Fuhrwerke« und die andere für Beschaulichkeit. 

Dialog auf Augenhöhe

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In der Ökumene werde derzeit viel gefegt, doch vor lauter Eifer sollte nicht vergessen werden, aus den Quellen zu trinken, sich selber zu sortieren und sich zu fragen, wo man selber steht. Das führe womöglich zu Kirchenaustritten oder aber zum Denken »jetzt erst recht«, zu verstärkter Aktivität in der Kirche. Denn, so Nobs: »Wer passiv bleibt, wird von der Zeit überrollt.« Er wünscht sich Glaubensgespräche nicht nur mit den christlichen Kirchen, sondern mit allen Religionen – und kein rechthaberisches Auftreten, sondern auf Augenhöhe zuhören und sich austauschen. 

»Aufeinander zugehen«

Mit dem passenden Lied »Wir wollen aufstehen, aufeinander zugehen«  endete die Predigt, bevor Kirchengemeinderatsvorsitzender Alfredo Sanchez die langjährige Pfarrsekretärin Josefine Himmelsbach in den wohlverdienten Ruhestand entließ. Sie war die »immer lächelnde, süße Stimme« des Pfarramts und laut Nobs der »seelsorgerische Abhördienst«, da sie sich wichtige Informationen oft erfragen musste. Mit den Fürbitten einer Pfarrsekretärin (siehe Infobox) sorgte sie für Schmunzeln und wurde mit großem Beifall verabschiedet.

Die Kinder der im Pfarrheim parallel gefeierten ökumenischen Kinderkirche schenkten den beiden Priestern jeweils einen Wal, den sie zur Geschichte von »Jona und dem Wal« dort gebastelt hatten. Dann wurden die Sitzbänke um Biertische ergänzt und das Ökumenische Gemeindefest mit weltlichen Leckereien weiter gefeiert.
 

Stichwort

Gebet einer Pfarrsekretärin

Mit dem »Gebet einer Pfarrsekretärin« verabschiedete sich Josefine Himmelsbach in den Ruhestand: 
Lieber Gott
hilf mir, das Gedächtnis eines Elefanten zu haben oder wenigstens eines, das drei Jahre umfasst.
Lass mich durch irgend ein kleines  Wunder fähig sein, alles auf einmal zu tun: Vier Telefonanrufe miteinander zu beantworten und einen Brief zu schreiben, der heute noch hinaus muss, obwohl ich genau weiß, dass er erst morgen unterschrieben wird.
Lass mich die Geduld nicht verlieren, wenn ich stundenlang nach Unterlagen suche, die auf dem Schreibtisch meines Chefs zu finden sind.
Gib mir das Wissen eines Univesitätsprofessorrs, auch wenn ich nur die mittlere Reife habe.
Hilf mir, alle Anweisungen und Erklärungen zu verstehen und auszuführen.
Lass mich, ohne dass es mir gesagt wurde, stets wissen, wo der Chef ist, was er tut und wann er wieder zurück sein wird.
Am Jahresende gewähre mir die voraussicht, von den Akten, die manmir zum Wegwerfen übergibt, diejenigen nicht zu vernichten, die dann einige Tage später wieder verlangt werden. Amen.

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