Kinzigtal

Hauser Museen ließen in die Geschichte eintauchen

Von Christiane Agüera
Lesezeit 3 Minuten
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23. Mai 2024
Die Burgfrauen Michela Colle (von links), Margot Knobel, Zeremonienmeister Joachim Uhl und Blauer Eugenio Agüera Oliver erzählten einem Gast lustige Anekdoten über die Hausacher Fasent.

Die Burgfrauen Michela Colle (von links), Margot Knobel, Zeremonienmeister Joachim Uhl und Blauer Eugenio Agüera Oliver erzählten einem Gast lustige Anekdoten über die Hausacher Fasent. ©Christiane Agüera

Vier Hausacher Museen öffneten am Samstag zum 47. Internationalen Museumstag ihre Pforten. Das Interesse der Besucher war groß – besonders am Zunftarchiv der Freien Narrenzunft.

Wer sich für Heimatgeschichte und die Geschichten drum herum interessiert, bekam sie am vergangenen Sonntag geballt vorgesetzt. Zum 47. Internationalen Museumstag öffneten gleich vier Hausacher Kleinode ihre Pforten. Führungen und zahlreiche Exponate standen im Mittelpunkt und natürlich viele interessante Gespräche.

Zeitlich versetzt wurde es auch möglich gemacht, in alle Museen entweder nur „hineinzuspickeln“ oder für längere Zeit darin zu verweilen, um zu schauen, staunen und zu schmökern. Während der Besucherandrang im Feuerwehrmuseum fast gänzlich ausblieb, fanden sich im Zunftarchiv der Freien Narrenzunft und in der Erzpoche viele Interessierte ein. Der angekündigte Film über den Künstler Karl Krug lockte hingegen nicht ganz so viele Gäste wie erhofft ins Herrenhaus.

Viele Kuriositäten

Ludwig Breig von der Alterswehr führte durch die kleine Feuerwehr-Ausstellung, die im Museum unterm Dach des Feuerwehrgerätehauses untergebracht ist. Viele Exponate waren ansprechend ausgestellt: von alten Kupplungen, Atemschutzmasken und einer Volksgasmaske aus dem Jahr 1935 über altertümliche Schaumstrahler bis hin zu Protokolltagebüchern, Festzeitschriften, Fotografien oder der Turmspitze des alten Spritzenhauses, das auf dem heutigen Konstantinplatz stand – samt Einschusslöchern.

Zahlreiche Zeichnungen des Künstlers und ehemaligen Hausachers Karl Krug wurden dieser Tage von Köln, wo der 90-jährige Krug heute lebt, in das Hausacher Museum im Herrenhaus gebracht. In einem 70-minütigen Filmbeitrag würdigte das Museumsteam um Udo Prange das Schaffen des Künstlers. Der ein oder andere Besucher nutzte indes die Gelegenheit, um durch das Heimatmuseum zu schlendern.

Sonderausstellung über Burgfrauen

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Die aktuelle Sonderausstellung der Burgfrauen sowie die Geschichte der „Husacher Fasent“ lockte viele Besucher in das Zunftarchiv in der Schlossstraße. Dort informierten die Burgfrauen Margot Knobel und Michela Colle über die "holden Damen". Zeremonienmeister Joachim Uhl und Blauer Eugenio Agüera Oliver ließen in die Fasent eintauchen. Klar, dass auch Brezeln an die Besucher gereicht wurden. Immerhin spielt die „Bretschel“ auch in der Hausacher Fasentsgeschichte eine große Rolle. „Unsere Hansele haben als einzige Zunft in der Vereinigung schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte (VSAN) einen Bretschelbaum“, sagte Uhl.

Die liebevolle Sonderausstellung der Burgfrauen sowie die alten Masken vom Hansele, Urmadlee und Spättle zogen zahlreiche Blicke auf sich. Viele anregende Gespräche gab es im Zunftarchiv aber auch an den Stehtischen vor der Tür.

Erzpoche gut besucht

Das Wetter spielte mit und immer wieder spazierten Besucher durch die Erzpoche. Das Freilichtmuseum lockte erneut und es gab auch ohne Führung viel zu entdecken. Spannender wurde es allerdings, als Klaus Lehmann in Bergmannstracht über die Geschichte des Bergbaus in der Region, speziell aber in den Hausacher Tälern, berichtete.

Lehmann ging auf die Erzbrüder ein und wie es dazu kam, dass 15 von ihnen die Erzpoche und somit das noch recht junge und gern genutzte Bergbaufreilichtmuseum errichteten. „Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, Geschichte zu vermitteln“, brachte es Lehmann auf den Punkt. Und er sprach damit wohl für alle, die sich um die Heimatgeschichte einbringen. In Hausach gibt es noch weitere Museen, Kleinode und Denkmäler zu bestaunen.

Hintergrund

Öffnungszeiten der Hausacher Museen

  • Stadtgeschichtliches Museum im Herrenhaus: jeden letzten Sonntag im Monat und mittwochs von 14 bis 17 Uhr sowie nach Vereinbarung (Tel.: 07831/7975 oder E-Mail: tourist-info@hausach.de)
  • Feuerwehrmuseum: Führungen nur nach Anmeldung (Tel.: 07831/7975 oder E-Mail: tourist-info@hausach.de)
  • Bergbaufreilichtmuseum Erzpoche: frei zugänglich, Führungen nach Anmeldung (Tel.: 07831/7975 oder E-Mail: tourist-info@hausach.de)
  • Dorfkirche: frei zugänglich, Führungen nach Anmeldung  (Tel.: 07831/7975 oder E-Mail: tourist-info@hausach.de)
  • Narrenmuseum Zunftarchiv: jeden ersten Sonntag im Monat von 15 bis 17 Uhr. Sonderführungen nach Anmeldung unter Telefon 07831/8854

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