Haslach im Kinzigtal

Helmut Steidel feiert 40-jähriges Priesterjubiläum

19. Mai 2017
&copy Manfred Pagel

Am 22. Mai 1977 erhielt Haslachs katholischer Stadtpfarrer Helmut Steidel im Freiburger Münster von Weihbischof Karl Gnädiger die Priesterweihe. Der 65-Jährige ist seit 17 Jahren Seelsorger in Haslach.

Dass Helmut Steidel Pfarrer werden will, war eine Entscheidung, die er »relativ früh fällte«, wie er im Gespräch erzählt. Steidel ist der Älteste von drei Geschwistern. Der Vater arbeitete als Angestellter einer Krankenkasse, die Mutter umsorgte die Familie. 
Die Hochbetagte wird an Christi Himmelfahrt dabei sein, wenn ihr Sohn das Priesterjubiläum in der Stadtkirche St. Arbogast feiert. 

Prägend waren für den im Ludwigshafener Stadtteil Oggersheim aufgewachsenen Teenager damals neben dem christlichen Elternhaus der Pfarrer seiner Heimatpfarrei (»Ein weltoffener und moderner Geistlicher«) und sein Religionslehrer am Gymnasium, beide geprägt von den Veränderungen des zweiten Vatikanischen Konzils. So beeindruckte Steidel, der Messdiener war, dass umgehend die neue Liturgie im Gottesdienst eingeführt wurde, das elitäre Latein der Messe auf Deutsch wich und sich die Kirche anderen Religionen öffnete. 

Karl Kardinal Lehmann als Dozent gehabt

Prägend für den jungen Gymnasiasten waren auch Ferienaufenthalte in Maria Laach im dortigen Benediktinerkloster, die ihn in seiner Entscheidung bestärkten. Nach dem Abitur entschloss sich Helmut Steidel, dort als Postulant einzutreten, wechselte dann allerdings nach Freiburg, um dort Theologie zu studieren.

»Eine spannende Zeit«, wertet er im Rückblick, zumal damals die thelogische Fakultät in Freiburg eine der führenden in der Republik waren. Lehrer wie Alfons Deissler und Dozenten wie Karl Kardinal Lehmann, der spätere Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, prägten diese Zeit der »Nach-68er«.  Der Priesterweihe und Zeit im Kolleg folgten drei Jahren als Kaplan, zunächst in Waghäusel bei Heidelberg, später in Gengenbach. 

Sekretär beim damaligen Freiburger Erzbischof

Ab 1980 war Helmut Steidel fünf Jahre persönlicher Sekretär beim damaligen Freiburger Erzbischof Oskar Saier, lernte die Amtskirche von Innen kennen, entschied aber für sich nach einer Zwischenstation als Spiritual im Priesterseminar, in den Gemeindedienst zu gehen. Erste Pfarrstelle war ab 1989 Merzhausen bei Freiburg. Sein evangelischer Kollege dort war Hartmut Rehr, Jahre später ebenfalls Pfarrer in Haslach.

Nach dem plötzlichen Tod von Dekan Fritz Winkler im Herbst 1999 entschied sich Steidel, die vakante Stelle in der Pfarrei St. Arbogast Haslach anzunehmen, die er nun seit 17 Jahren betreut. »Es wird auch meine letzte Pfarrei sein«, schätzt der 65-Jährige, da katholische Seelsorger mit 70 Jahren in Ruhestand gehen.

Leiter der größten Seelsorgeeinheit

Steidel, inzwischen Leiter der größten Seelsorgeeinheit im mittleren Kinzigtal, sieht die Entwicklung mit Sorge. Die Intention, als Seelsorger den Menschen beizustehen, trete immer mehr in den Hintergrund, persönliche Kontakte würden immer schwieriger, schätzt er. Die Kirche, so seine Meinung, müsse offen Reformen diskutieren und Änderungen annehmen.

Die Entscheidung, Priester zu werden hat Steidel aber nie bereut, versichert er: »Ich hatte nie das Gefühl, etwas verpasst zu haben«, sagt er, zumal in Haslach Ökumene und Kontakte mit anderen Religionen reibungslos funktionieren.

  • Pfarrer Steidel und Kooperator Klaus Klinger, der seit 25 Jahren Priester ist, feiern an Christi Himmelfahrt, 25. Mai, ihr  Jubiläum mit einer Festmesse um 9.30 Uhr in der Stadtkirche St. Arbogast.
Autor:
Manfred Pagel

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