Haslach im Kinzigtal

Heute wird Rosenkranzfest in Haslach gefeiert

Alois Krafczyk
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07. Oktober 2022
Das von der einstigen Rosenkranzbruderschaft gestiftete Altarbild in der Haslacher Pfarrkirche, ein Werk des Rottenburger Meisters Herrmann

Das von der einstigen Rosenkranzbruderschaft gestiftete Altarbild in der Haslacher Pfarrkirche, ein Werk des Rottenburger Meisters Herrmann ©Alois Krafczyk

In der Haslacher Loretokapelle wird heute ab 19 Uhr ein Gottesdienst gefeiert. Eingeleitet wird er bereits um 18.25 Uhr mit dem Rosenkranzgebet.

Es ist in Haslach Sitte, dass in jeder der Kapellen, die sich im Besitz der Stadt befinden, einmal im Jahr ein Gottesdienst gefeiert wird, so auch am heutigen Freitag um 19 Uhr in der Loretokapelle. Dieser Termin fällt auf das Rosenkranzfest, das vielerorts in Vergessenheit geraten ist.

Die Ursprünge dieses Gedenktags sind verbunden mit der Seeschlacht von Lepanto 1571. Damals standen sich die osmanisch-muslimische Flotte unter Ali Pascha und eine christliche Flotte unter Don Juan de Austria gegenüber. Dieser Schlacht waren schon zuvor zahlreiche militärische Auseinandersetzungen im Mittelmeerraum vorangegangen. Für die christliche Seefahrt hatte es schlecht gestanden. In dieser Situation war es Papst Pius V. (1566 bis 1572) gelungen, eine Koalition aus Spanien, Venedig und Genua zu bilden. Gleichzeitig rief er die gesamte Christenheit zum Gebet des Rosenkranzes auf.

Rudersklaven befreit

Am 7. Oktober 1571 trafen die Flotten des Sultans bei Lepanto auf die der Heiligen Liga. Obwohl der Gegner mit seinem Heer als die besten ihrer Zeit galten, wurden sie vernichtend geschlagen und dabei mehr als 100 ihrer Galeeren gekapert und dadurch rund 10.000 christliche Rudersklaven befreit. Die Verluste der christlichen Liga blieben gering.

Mit dem Sieg bei Lepanto war die osmanische Invasion gestoppt, das Mittelmeer wieder christliches Einzugsgebiet geworden. Diese Wendung wurde aber weniger dem militärischen Geschick, sondern vielmehr dem Wirken der Gottesmutter und der Kraft des Rosenkranzgebets zugeschrieben, hatten doch gerade in Rom die dort schon bestehenden Rosenkranzbruderschaften ununterbrochen für den Sieg gebetet.

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Der Rosenkranz war rund ein Jahrhundert zuvor entstanden und wurde gefördert durch die Jesuiten und Dominikaner. Eine Legende besagt, dass der Heilige Dominikus den Rosenkranz von der Gottesmutter selbst erhalten habe. So wurde der Rosenkranz mit dem Sieg bei Lepanto erst recht populär und Papst Pius V. stiftete daraufhin den Gedenktag „Unserer lieben Frau vom Sieg“. Anfangs am ersten Sonntag im Oktober gefeiert, verlegte ihn Papst Gregor XIII auf den Tag der Schlacht, den 7. Oktober, und gab ihm den Namen „Unsere liebe Frau vom Rosenkranz“ oder einfach „Rosenkranzfest“ genannt.

Bruderschaft gegründet

Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde auch in Haslach 1645 eine Rosenkranzbruderschaft gegründet. Als Schutzherr der Bruderschaft trat Graf Friedrich Rudolf von Fürstenberg auf, und im damaligen Mitgliederverzeichnis von 1646 fanden sich laut dem früheren Haslacher Stadtarchivar Manfred Hildenbrand alle maßgebenden Honorationen Haslachs, so Pfarrer Johannes Ramstein, der Guardian des Haslacher Klosters, Pater Maximilian und der Landschaffner Jakob Gebele von Waldstein.

Mit der Rosenkranzbruderschaft waren auch die beiden weiteren Bruderschaften eng verbunden: die Sebastians- und die Franz-Xaverius-Bruderschaft. Viele Haslacher waren Mitglieder in mindestens zwei oder gar in allen drei Bruderschaften. 1784 ließen die Rosenkranzbruderschaft und die des Heiligen Sebastian jeweils beim Rottenburger Maler Johann Herrmann ein Altarbild malen. Beide haben heute auf der Empore in der Pfarrkirche St. Arbogast ihren Platz.

Das Bild der Rosenkranzbruderschaft zeigt die bekannte Szene der Rosenkranzspende der Gottesmutter an den Heiligen Dominikus und die Heilige Katharina von Siena. 1809 verbot der Konstanzer Generalvikar Ignaz Heinrich von Wessenberg alle christlichen Bruderschaften, und nur die des Heiligen Sebastian konnte sich bis in die 40er-Jahre des 19. Jahrhunderts halten.

Wenn der Gottesdienst heute um 19 Uhr in der Loretokapelle gefeiert wird, dann wird er eingeleitet um 18.25 Uhr mit dem Rosenkranzgebet, dem schon Papst Benedikt XVI. und auch der jetzige Papst Franziskus große Bedeutung beigemessen haben, als ein Gebet, das dem Frieden dienen soll.

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