Katholische Frauengemeinschaft informiert

Hilfen für Frauen in Wohnungsnot

Autor: 
Anke Kaspar
Lesezeit 3 Minuten
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19. Oktober 2018

Sozialarbeiterin Simone Hahn vom Diakonischen Werk in Freiburg berichten den Hausacher Frauen von den "Frauen in Wohnungsnot" in Freiburg. ©Anke Kaspar

Die Katholische Frauengemeinschaft informierte sich im Katholischen Pfarrheim am Dienstagabend über Frauen in Wohnungsnot. Zu Gast war Simone Hahn von der Freiburger Diakonie-Initiative »Frei-Raum«.

Einen beeindruckenden Informationsabend über Frauen in Wohnungsnot bekamen die engagierten Frauen der KFD (Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands) im Hausacher Pfarrheim geboten. Die aktuelle Aktions-Woche »Armut bedroht alle« (15. bis 21.Oktober) der Liga der freien Wohlfahrtspflege in Baden-Württemberg macht es unmissverständlich klar: Jeder kann in Not kommen. So dachten sicher auch viele Klientinnen von Simone Hahn vom Diakonischen Werk in Freiburg nie, dass sie einmal bei »Frei-Raum« um Hilfe bitten müssen. 

Es sei jedoch ein Fakt, dass sich die Anzahl der wohnungslosen Frauen in den letzten Jahren verdreifacht hat, auch wenn man sie nicht alltäglich im Straßenbild sieht. Einen Abend lang informierte die Sozialarbeiterin über ihre Arbeit mit den in Not geratenen Frauen und wollte mit den Mitgliedern der Frauengemeinschaft ins Gespräch kommen. Sie hatte beispielhafte Biografien mitgebracht, die nachdenklich stimmten, die betroffen machten. Es kommt sogar vor, dass der Flüchtlingsstrom Begehrlichkeiten weckt. 

Gewalterfahrung und Schicksalsschläge

Denn die Frauen hoffen, dass auch sie Wohnung und Geld zur Verfügung gestellt bekommen, wie eines der besprochenen Schicksale zeigt. Oft leiden die Hilfesuchenden unter psychischen Erkrankungen, haben Schicksalsschläge oder Gewalterfahrungen hinter sich. Auch wenn der Freiburgerin sehr wohl klar war, dass im Kinzigtal die Welt vielleicht noch etwas mehr in Ordnung ist als in der Großstadt. 

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»Es lohnt sich darüber nachzudenken, ob es ein Thema ist, dass uns auch auf dem Land betrifft«, erklärte sie. Sie berichtete auch am Rand vom segensreichen Wirken der KfD Todtnau, die kistenweise Marmelade spenden, damit im »Frei-Raum« einmal in der Woche ein kostenloses Frühstück angeboten werden kann. Detailliert gab die Sozialarbeiterin Auskunft über die Möglichkeiten, die angeboten werden, um den Betroffenen ein Dach über dem Kopf zu bieten, bis sie wieder selbst so weit sind, in eine Wohnung auf dem freien Markt zu ziehen. 

Wohnungen auf Zeit

»Frei-Raum« bietet Wohnungen oder Wohngemeinschaften auf Zeit. Wichtig seien die Schutzräume vor allem für von Gewalt und Verfolgung betroffene Frauen. Auch wird ihnen geholfen, finanzielle Hilfen zu beantragen. Es sei auch klar, dass jede Gemeinde und Stadt normalerweise Notquartiere bieten, in Freiburg würden die Obdachlosenunterkünfte derzeit wie Pilze aus dem Boden schießen. 

Bei »Frei-Raum« gibt es jedoch umfassende Hilfe, sind Kinder mit in Not, kann das Jugendamt unterstützend mit ins Boot geholt werden. Die Frauen, die in der Einrichtung betreut werden, seien meist zwischen 30 und 50 Jahre alt. Täglich kommen durchschnittlich bis zu 30 Frauen. Jährlich suchen 420 Frauen die Einrichtung auf. 5550 Kontakte werden in dieser Zeit gezählt. Wirklich von Wohnungsnot betroffene Frauen seien es etwa 300. 
 

Stichwort

Solidarität

Die Katholische Frauengemeinschaft Hausach hat das Freiburger Diakonie-Projekt mit einer Spende von 300 Euro unterstützt, hat an dem Abend ein Spendenkässle aufgestellt und wird auch weiterhin Solidarität zeigen: »Frei-Raum« wird in die Liste der Organisationen aufgenommen, die von den Hausacher Frauen regelmäßig unterstützt werden. 

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