Heimatgeschichte

Historie: spärliche Reste eines Klosters auf dem Kniebis

Autor: 
Franz Schmid
Lesezeit 3 Minuten
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27. März 2020

(Bild 1/2) Einst stand an dieser Stelle auf dem Kniebis ein Kloster. 1277 zogen die ersten Franziskaner­mönche dort ein. Sie kümmerten sich unter anderem um Durchreisende. ©Franz Schmid

Auf dem Kniebis stand einst ein Kloster – erstmals erwähnt im 13. Jahrhundert. Heute ist nicht mehr viel davon übrig. Eine Ruine erinnert an vergangene und fast vergessene Zeiten. 

Nur wenige, die heute täglich über den Kniebis fahren oder wandern, wissen von einem Kloster, das einmal hier stand. Kümmerliche Mauerreste geben dem Kundigen Zeugnis davon. Eine lange und wechselhafte Geschichte hat das Kloster auf dem Württembergischen Kniebis hinter sich, eine Geschichte, die nur unvollständig bekannt ist.

Gründungsjahr unklar

Wann das Kloster genau gegründet wurde, das ist unklar. Erstmals wurde von dem Bestehen einer Kapelle mit Klausnerei auf dem Kniebis in einer fürstenbergischen Urkunde im Jahr 1267 geschrieben. In jenem Jahr starb der Mönch, dem nicht nur die Betreuung der Kapelle oblag, sondern auch die der Durchreisenden. Das ist gleichzeitig auch die erste sichere Nachricht über einen Verbindungsweg über den Kniebis, denn die vielfach bestehende Auffassung, dass über den Kniebis eine Römerstraße zog, ist längst wiederlegt (siehe Josef Börsig „Geschichte des Oppenauer Tales“). 

Wenige Jahre später gründete Graf Heinrich auf dem Kniebis ein Chorherrenstift. 1277 zogen die ersten Franziskanermönche auf den Berg. Die Mönche erhielten den großen weiten Berg geschenkt, zur „ewigen Unterstützung und für die Brüder und für die Durchreisenden“, wie es in der Schenkungsurkunde heißt.

Ein Jahr später bestätigte Bischof Berthold von Bamberg als der eigentliche Lehnherr die Stiftung des Franziskanerklosters. Ihm mussten die Mönche jährlich ein Pfund Wachs liefern.

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Notwendige Schenkungen

Zehn Jahre nach dem Einzug der Franziskaner war der Klosterneubau und die Kirche mit ihren drei Altären fertiggestellt. Im Laufe der Jahrhunderte erfreute sich das Kloster mehrerer Stiftungen, denn die Mönche übten Gastfreundschaft gegen jeden. Die Schenkungen hatte das Kloster allerdings bitter notwendig, denn die vielen durchwandernden Armen, die täglich an die Klosterpforte klopften, wollten beköstigt sein.

Zweimal brannte das Kloster auf dem Kniebis ab. Nach dem Brand im Jahre 1463 stellte Graf Eberhard von Württemberg, der – wie aus den Urkunden ersichtlich ist – die Schirmherrschaft über das Kloster ausübte, den Mönchen einen Bettelbrief für sein Land aus. Mit dem gesammelten Geld war ein Wiederaufbau möglich. 

Zwei schlimme Brände

Aber: Nicht allzu lange durften sich die Mönche über ihren neuen Besitz erfreuen. Schon 50 Jahre nach dem ersten Brand suchte ein neues Unglück die Bewohner des Berges heim. Ein ungeheurer Brand zerstörte sämtliche Gebäude. Die Mönche ertrugen auch diesmal das harte Schicksal und begannen erneut mit einem Wiederaufbau. Inzwischen war die Reformation über Deutschland gekommen. Der neue Herzog von Württemberg, Ulrich, verweigerte dem Kloster jegliche Unterstützung. Im Gegenteil, er bereitete den Mönchen allerhand Schwierigkeiten. Als er dem Kloster fast die Reformation aufzwingen wollte, ging es allmählich ein. Der Dreißigjährige Krieg zerstörte das Kloster zum größten Teil.

1650 erbaute ein J. G. Fischer aus Oppenau aus einem Teil der Klosterruinen ein Wirtshaus. Auch ein Zollhaus wurde erbaut und das Ganze, einschließlich der alten Kapelle mit Wall und Graben, wurde mit zwei Toren umzogen. Heute ist von Kloster, Herberge und Zollhaus nur noch wenig zu sehen. Völlig verschwunden sind Wall und Tore.
 

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