Hausach

Historisches und emotionales "Dorph"-Konzert

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01. Juni 2020
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Statt „Open Air“ am Freitagabend „On Air“: „The Dorph“ mit Julian Bonath, Simon Meier und Thomas Rauber beim Konzert vor dem illuminierten Vogtsbauernhof, in Szene gesetzt von Kameramännern des Südwestfunk (Landesschau) und Eventcon (Livestream). ©Claudia Ramsteiner

Die Oberwolfacher Band „The Dorph“, das Team des Freilichtmuseums Vogtsbauernhof, die Film- und Musikproduktion Rectec und Eventkon Veranstaltungstechnik schickten ein Konzert „On Air“.

„Die Höfe hier sind zusammen rund 5000 Jahre alt. So etwas wie heute haben sie noch nie gesehen“, sagt Thomas Hafen am Freitagabend ein Konzert an, das „zauberhaft durch die Luft rausgeht in die Welt, durch die Ohren direkt ins Herz“. Historisch und emotional –weil es nicht nur für die Höfe, sondern auch für alle Menschen hier „das erste Mal“ ist. Und dann überlässt der wissenschaftliche Leiter des Freilichtmuseums Vogtsbauernhof die Bühne vor dem illuminierten Vogtsbauernhof den drei Oberwolfacher Jungs von „The Dorph“. 

On Air vor einem winzigen Publikum aus Technik, Museumsteam und Presse statt Open Air vor 850 Fans. Das Lampenfieber ist trotzdem eher größer, bekennt Thomas Rauber. „Weil wir nicht wissen, was auf uns zu kommt. Man spielt irgendwo hin, und es kommt nichts zurück“. 203 Zuschauer stellt Museumsgeschäftsführerin Margit Langer schon vor dem Start fest. „Gut, oder?“, fragt sie. „Gut!“ finden alle. Beim ersten Mal hat ja noch niemand wirklich Erfahrung.
„Simmer live?“ „Ich glaub‘, mir sin live!“ Mit „Yeah, yeah, yeah“, von den „Beatles“ legt „The Dorph“ dann los, schiebt „Baby, you can drive my car“ hinterher, und bei der Hommage an ihr Heimatdorf „Sweet home, Oberwolfach“ sind sie schon mittendrin und haben Spaß an diesem ungewöhnlichen Konzert. Wenn die Corona-Krise etwas Gutes hat, dann dieser Spirit auch vieler junger Leute, trotz allem gemeinsam etwas zu reißen. 

„Wir von der Technikbranche lernen gerade unglaublich viel dazu, Dinge, an die wir früher gar nicht gedacht haben. Und wir erschließen uns neue Wege, die wir auch danach noch brauchen können“, sagt Christian Heinrich von Eventkon am Rand des Konzerts. 
Weil 85 bis 90 Prozent der Events aufs nächste Jahr „nur“ verschoben sind, und weil sie keine Kredite abbezahlen müssen, sei die junge Technikfirma wirtschaftlich nicht wirklich gefährdet. Dafür erleben sie gerade einen „gigantischen Zusammenhalt zwischen Musikern, Künstlern und Technikern“, keine Idee sei zu verrückt, um nicht sofort gemeinsam angepackt zu werden.

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Große Herausforderung

Mit im Boot ist auch die Fischerbacher Firma Rectec, die das Konzert, das man ja irgendwie auch mit Hobbyfilmern hätte streamen können, auf die Profiebene hebt. „Fünf Kameras so gebündelt zu bekommen, dass alles mit dem von Claus Echle abgemischten Ton übereinstimmt  –  und gleichzeitig die Band gut rüberbringen“, fasst Marco Schmid die Herausforderungen zusammen. 

Und daran haben alle lang und intensiv gearbeitet. Als die Generalprobe am Donnerstag noch nicht so richtig klappen wollte, waren sie am Freitag noch einmal den ganzen Tag im Einsatz. „Heute Nachmittag haben wir’s dann hingekriegt“, sagt Marco Schmid zufrieden.
„The Dorph“ grüßt Freunde in Ecuador, in Dinkelsbühl, in Melbourne, die man „mit einem normalen Livekonzert gar nicht erreichen würde“. Irgendwann liest Margit Langer auf dem Smartphone ein Kommentar, dass der Applaus fehle. Nun gibt es nach jedem Titel frenetische Beifallsrufe von dem etwa einem Dutzend Leute am Set.
Und dann bei „500 Miles“ ruft Julian Bonath auf zu filmen, „wie es beim Refrain bei euch zu Hause abgeht“, und die Videos zuzuschicken. „Wenn’s 20 werden, schneiden wir daraus einen extra Film zusammen“, verspricht er. Zum Schluss kommt Musikerfreund Moritz Grübel mit seinem Sakofon noch für einige geniale Nummern hinzu, und nach einer guten Stunde gibt es letzte Zugabe noch einmal dem Texter Thomas Hafen zu Ehren „Herzdame“. Experiment gelungen, 560 Geräte sind inzwischen live zugeschaltet. Das Video ist jetzt noch im Netz anzusehen (Siehe Short-Link unten). Bis Montag 12 Uhr wurde es schon 3553-mal aufgerufen. Achtung:

Hier der Link zum Video: https://youtu.be/pL3xBAhF0hQ Das eigentliche Kontert beginnt erst ab Minute 44.

Stichwort

SWR-Landesschau

„Es wird ja gerade sehr viel gestreamt, aber dieses besondere Konzert vor dieser besonderen Kulisse, das hat uns interessiert“, sagt die Vertreterin der SWR-Landesschau, die mit einem Kamera gekommen ist und ihren Namen nicht nennen will. Der Beitrag ist für den heutigen Dienstag in der Landesschau geplant, die von 18.45 bis 19.30 Uhr ausgestrahlt wird. Aber so genau wissen könne man das nie. Ob der Beitrag dann auch wirklich ausgestrahlt werde. hänge von verschiedenen Faktoren ab. 

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