Beim Wasserhochbehälter als Favorit

Hofstetten sucht weiter nach bestem Mobilfunkmast-Standort

Autor: 
Werner Bauer
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
10. April 2019

Suchen nach einer Lösung in Sachen idealer Standort für einen Mobilfunkmast: Bürgermeister Martin Aßmuth (links) und Frank-Peter Käßler von der Telekom. ©Werner Bauer

Die Gemeinderatssitzung in Hofstetten am Dienstagabend in der Lebenshilfe war äußerst informativ und so lebendig wie selten. Das meist diskutierte Thema war die Verbesserung der Mobilfunkversorgung.

Bürgermeister Martin Aßmuth hatte zum Thema Mobilfunk in die Ratssitzung den Telekom-Experten Frank-Peter Käßler aus Karlsruhe eingeladen. Verdienen könne die Telekom aus den Einnahmen von mobilen Geräten in Hofstetten nichts, war zwischen den Zeilen herauszuhören, denn der Antennen-Standort kostet den Betreiber immerhin 250 000 Euro. »Doch wir haben »A« gesagt und wollen uns jetzt engagieren«, erklärte Käßler, warum die Telekom etwas tun wolle. 

Als die primäre Aufgabe versteht Käßler die Versorgung der Hofstetter Ortsmitte. Und weil der kleine Schwarzwaldort in topografischer Hinsicht einige Hindernisse zu überwinden hat, ist der Standort für die Antenne von besonderer Bedeutung. Der Gemeinderat hatte hierfür ein Gutachten anfertigen lassen mit verschiedenen Standorten.

Gegen Standort am Waldrand Altersbach

Für Käßler wäre der Wasserhochbehälter die beste Lösung, und er konnte dies auch sehr gut erläutern. Je weiter der Funkmast von den Endgeräten entfernt sei, desto größer die Immission (Strahlenbelastung).

»Das können sie schon am Akku ihres Gerätes feststellen, denn der ist schnell leer, weil er aufgrund seiner dynamischen Leistungsregelung viel mehr arbeiten muss«, erklärte der Experte. Je besser/näher der Standort, desto besser sei die Leistung der Endgeräte und umso niedriger die Immission, fuhr Käßler fort. 

Der Standort am Waldrand Altersbach sei nicht so gut wegen der Beschattung. Und da sich der Gemeinderat in der Vergangenheit gegen den Sendemasten auf dem Hochbehälter als Standort für die Funkmasten entschieden hat, galt es nun, nach Alternativen zu suchen. 

Datenmengen werden weiter steigen

- Anzeige -

So wie es nach neuesten Erkenntnissen aber aussieht, wird wahrscheinlich kein anderer Standort infrage kommen können, geht es nach der Einschätzung von Käßler. »Sie tun sich immissionstechnisch keinen Gefallen am Waldrand«, so seine Prognose. 

Der Telekom-Experte erläuterte dann auch die bisher durchgeführten Messmethoden in dem von der Gemeinde beauftragten Gutachten. So wurde für die Mobilfunkbestimmung eine Simulation von 830 Megahertz bei einer Masthöhe von zehn Metern abgefahren.

Dabei stellte sich heraus, dass alle drei Standorte das Zentrum von Hofstetten gut versorgen könnten. »Doch in Zukunft bei ganz anderen Datenmengen unterhalten wir uns nicht über Kiloherz (KHz), sondern über Gigaherz (GHz). Und da ist der Standort außerhalb des Hochbehälters schlecht. Je weiter weg, je niedriger die Bandbreite und umso schlechter wird die Versorgung«,  lautete sein Fazit. 

 Gemeinderäte haben Nachfragen

Arnold Allgaier (FWV) wollte wissen, wie es um den möglichen Standort »Anhöhe Ullerstbach« steht. Käßler sagte, da würde man 40 Meter Antennenhöhe brauchen, »und um die Ecke schauen kann der Mast auch nicht«. Man müsse dichter an die Bevölkerung ran wegen der Frequenzen. 

Bernhard Kaspar (CDU) wollte die Strahlenbelastung durch den Funkmast erläutert haben. Hierzu meinte Käßler: »Wenn sie 15 Minuten mit dem Handy telefonieren, haben sie mehr Strahlung abbekommen als die Antenne einen Tag lang produziert.« Der Vergleich mit dem Flugzeug war auch noch hilfreich, denn einmal fliegen wäre von der Strahlenbelastung so hoch, wie ein Leben lang telefonieren. 

Bürgermeister Martin Aßmuth fasste zusammen:  »Die Telekom will sich hier engagieren, den Hochbehälter nutzen, sich aber für den Waldrand eventuell nicht verschließen.«  Darauf sagt Käßler: »20 Meter müssten dann aber realisiert werden«. Er fragte auch nach der Zeitschiene wegen der Beauftragung. 

Der Hofstetter Gemeinderäte und Rathauschef  Martin Aßmuth wollen zuvor aber noch mehr Informationen einholen und vertagten daher die Entscheidung.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Kinzigtal

22.02.2020
Ein Nacht in der Notaufnahme
In unserer Serie über die medizinische Versorgung im Kinzigtal geht es heute um die Notaufnahme im Krankenhaus. Das Offenburger Tageblatt hospitiert dort in einer Nacht im Ortenau-Klinikum Wolfach.
22.02.2020
Kinzigtäler Talgeflüster
Jeden Samstag gibt es von der Kinzigtal-Redaktion einen ironisch-satirischen Wochenrückblick. 
22.02.2020
Wolfach
Die Schülerbeförderung in Wolfach ist zum 1. März neu geregelt – doch auch wegen der Änderungen durch den Bahn-Fahrplan rumort es offenbar weiter: Halbmeiler Eltern wollen ihre Kinder wegen überfüllter Züge offenbar künftig lieber mit dem Auto zur Grundschule bringen.  
22.02.2020
Steinach
Ursula und Reinhold Bongardt aus Steinach feierten am Donnerstag ihre diamantene Hochzeit.
21.02.2020
Storchentag
„Heraus, heraus“ tönte es am Freitag beim traditionellen Storchentag durch die Gassen der Haslacher Altstadt. Und die Hausbewohner ließen sich  nicht lumpen und beantworteten die Rufe mit dem Werfen von Orangen, Brezeln oder auch Schokoriegeln.
21.02.2020
Hausach
Die Landtagsabgeordnete der Grünen, Sandra Boser, hörte sich am Dienstag die Sorgen und Nöte der Rettungswache des DRK-Kreisverbands an. Es waren nicht wenige, die Geschäftsführer, Notfallsanitäter und Notärzte vorbrachten.
21.02.2020
Kolumne "Ä schees Wucheend"
Heute, zum „Tag der Muttersprache“, gibt es unsere Wochenendekolumne wieder auf Alemannisch – zu einem ernsten Thema zur Fasnacht.
21.02.2020
Wolfach
Hinter den Kulissen wird seit Langem geplant, jetzt kommt Bewegung ins Thema Hochwasserschutz: Einstimmig billigte der Gemeinderat am Dienstag die Landesplanung für den Bereich Wolfach West – Kernvoraussetzung für die Erschließung neuer Gewerbeflächen.
21.02.2020
Hausach
Die Schulleitung des Robert-Gerwig-Gymnasiums ist nun komplett: Julia Saecker aus Berghaupten wurde mit einiger Verzögerung vom Regierungspräsidium zur Abteilungsleiterin für die Unterstufe bestellt.
21.02.2020
Steinach
Ideen für die Umgestaltung der Ortsmitte diskutierten rund 30 Steinacher Bürger am Mittwochabend in einem Workshop. Planer und Gemeinderat sollen sich nun mit den Vorschlägen auseinandersetzen und prüfen, was davon realisierbar ist.    
21.02.2020
Schiltach
Wenn der Gutacher Lärmschutzplan so kommt, wie ihn der Gemeinderat mit sieben zu sechs Stimmen abgesegnet hat, dann braucht man künftig zwischen 22 und 6 Uhr knapp drei Minuten länger durch Gutach – dafür können die Anwohner ruhiger schlafen. 
21.02.2020
Fasnachter unterstützen organisierten Hilfsdienst
Der Nachbarschaftshilfeverein bekommt von den Schänzle-Hexen in Gutach bereits zum zweiten Mal eine Finanzspritze. Das Geld soll unter anderem für den Aufwand der Organisation der Dienste verwendet werden.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Paaaaaarty! Kehl Marketing lädt auf den Fasentssamstag zum Gammlerball in die Stadthalle ein.
    14.02.2020
    Feiern, tanzen, Freunde treffen
    In Kehl bleibt es beim närrischen „Gammeln“ am Fasentssamstag – die Terminverschiebung vom Schmutzigen auf den Fasentssamstag vergangenes Jahr hat sich bewährt: Diesmal steigt die Riesenfete am 22. Februar. Saalöffnung ist um 19 Uhr. 
  • 14.02.2020
    Achern
    Kaminöfen spenden nicht nur wohltuende Wärme, sondern verwandeln das Wohnzimmer auch in einen gemütlichen und romantischen Ort. Bei Süd-West-Kachelofenbau in Achern wird der Kunde vom ersten Treffen bis zur Fertigstellung des Traumofens bestens betreut. 
  • Hauskauf ist Vertrauenssache: Mit einem guten Makler kommen nicht nur Familien in die eigenen vier Wände.
    11.02.2020
    Mit dem Makler auf der sicheren Seite
    Standort, Zustand, reelle Bewertung, Verkaufsstrategie, Expose, Verkaufsverhandlung und Notartermin – auch wenn der Markt für gebrauche Immobilien seit Jahren enorm in Bewegung ist, die Preise auch hier klettern, kann es fatal sein, die „Entscheidung des Lebens“ selbst in die Hand nehmen zu wollen...
  •  Der Freizeitpark "Funny World" in Kappel-Grafenhausen ist mit mehr als 50 Attraktionen ein ideales Ausflugsziel für groß und klein.
    07.02.2020
    Spiel, Spaß, Abenteuer in Kappel-Grafenhausen
    Der In- & Outdoor-Familienpark in Kappel-Grafenhausen wartet auch in diesem Jahr mit neuen Attraktionen, Workshops und vielen weiteren Aktivitäten für die gesamte Familie auf. Im Funny World können Kinder und Eltern ganzjährig einen Tag voller Spiel, Spaß und Abenteuer erleben.