FBG Mühlenbach

Infos über Preiseinbruch auf Holzmarkt

Autor: 
Werner Bauer
Lesezeit 3 Minuten
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09. Oktober 2019

Unter anderem Trockenheit und Käferbefall machen dem Wald – wie hier in Wolfach – und den Waldbesitzern zu schaffen. ©Symbolfoto: Tobias Lupfer

Die Forstbetriebsgemeinschaft Mühlenbach lud am Montag seine Mitglieder ins Café Pfaus ein. Joachim Prinzbach von der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Schwarzwald und Revierleiter Nicolai Doll gaben dort viele Informationen rund um den Holzmarkt.

Die Herbstversammlung der Forstbetriebsgemeinschft (FBG) Mühlenbach war am Montagabend so gut besucht, dass es am Ende kaum noch Stehplätze im Café Pfaus gab. „Was können wir in diesem Jahr noch machen, und wie könnte es im Winter weitergehen“, stellte FBG-Vorstand Thomas Becherer die Frage stellvertretend für alle Waldbesitzer an Joachim Prinzbach von der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Schwarzwald (FVS). 

Prinzbach machte deutlich, dass der Holzmarkt derzeit einen gravierenden Einbruch erlebt, bei uns seit rund eineinhalb Jahren und in anderen Regionen schon seit zwei Jahren. Mit verantwortlich seien aber nicht nur das anfallende Kalamitätsholz aus Sturm, Dürre, Trockenheit und Käferbefall, sondern auch die Konjunktur sei allgemein rückläufig, was sich eben auch auf den Holzmarkt auswirke.

Prinzbach machte dies am Beispiel Maschinenbau fest, wo die Verpackungen für Maschinen als wichtiges Segment (Paletten, Holzkisten) rückläufig seien.„Nur im Baugewerbe sieht es noch gut aus“, stellte er fest. 

Lob für Waldbesitzer

Auch bei den Sägewerken sei die Auftragslage nicht mehr so gut. Doch Grund für Panik sieht Prinzbach nicht. In seiner Analyse nannte er das angefallene Schadholz als Beschaffungsmarkt für die Säger. 2018 und 2019 seien 200 Millionen Festmeter »Kala-Holz« angefallen, ein Vorrat, den die Säger erst aufarbeiten müssten. 

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Er lobte die Mühlenbacher Waldbesitzer, die auf den Käfer schnell reagiert und alles gut aufgearbeitet hätten. „Obwohl die Rundholzpreise so schlecht wie noch nie sind, haben wir es gut hingekommen“, freute sich Prinzbach. Positiv sei auch, dass der mittlere Schwarzwald doch noch etwas Regen abgekommen habe.

Und weil aus den Mühlenbacher Wäldern nicht nur Fichte, sondern auch alles andere zu vielen Holzverarbeitern abgefahren wird, konnte Prinzbach unter dem Strich festhalten, dass die Kundenstruktur die FBG gerettet hat. „Im Osten, wo nur noch 20 bis 25 Euro pro Festmeter bezahlt werden, deckt das nicht einmal mehr die Aufarbeitungskosten.“

Bald Holz einschlagen

In seiner Marktanalyse verwies Prinzbach auch auf die Schnittholzpreise: „Der Rundholzpreis ist abgestürzt, der Schnittholzpreis folgt.“ Vielleicht käme man wieder in einigen Jahren auf das alte Niveau. Das Buchdruckerholz vom vergangenen Jahr wurde für 90 Euro verkauft, andernorts gab es nur noch 50 Euro pro Festmeter. 

Momentan liege der Preis bei 67 Euro, doch unter dem Aspekt Forstschutz sollte man die nächsten drei bis vier Monate einschlagen, so die Empfehlungen von Revierleiter Nicolai Doll und Prinzbach. Der Revierleiter ermunterte die Waldbesitzer dort intensiv hinzuschauen, wo der Käfer bereits drin war. Dort wo Rinde abfalle, solle man tätig werden. 

Trotz der allgemein schlechten Prognosen sei Starkholz gefragt, außerdem Laubholz wie Buche und Esche und auch die Douglasie, für die doppelt soviel bezahlt wird wie für Tanne. Hier rät Doll zur Durchforstung, um schöne gepflegte Bestände zu bekommen. „Wenn jemand eine schöne Eiche oder einen schönen Kirschbaum hat, bitte vor dem Fällen anrufen, dann haben wir bessere Optionen“, empfahl Doll.
 

Info

Hinweise zur Wegeunterhaltung und zur Haftung

Revierleiter Nicolai Doll ging auch noch auf  die Forstreform ein (wir haben mehrfach berichtet). Bei der Wegeunterhaltung sei darauf zu achten, dass immer eine ausreichende Deckschicht als Verschleißschutz vorhanden sei, die Wasserableitung gewährleistet werde und das Lichtprofil erhalten bleibe. Auch auf die Wegebeschilderung sollte man achten, weil Fuhrunternehmen darauf trotz GPS angewiesen sind. Zudem wurde die Haftungsfrage wegen möglicher Mountainbike-Unfälle angesprochen. „Bei Waldtypischen Gefahren wie herabfallende Äste haftet der Waldbesitzer nicht. Doch wenn man Holz macht, solle man gut absichern“, riet Doll. Bürgermeisterin Helga Wössner bedankte sich bei Nicolai Doll und Joachim Pirnzbach für die gute Zusammenarbeit. Da der Hangmäher zur Vorführung bereit steht, wurde als Termin der 14 Oktober bei Daniel Uhl genannt. Auch die Motorsägelehrgänge werden fortgeführt, weil es noch einige Interessenten auf der Warteliste gibt. Aber auch neue Bewerber dürfen gerne kommen. Bezuschusst wird der Lehrgang mit 50 Euro durch die FVS, der Eigenanteil beträgt 50 Euro.
 

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