Hausach

Intensiver Austausch bewegt

Autor: 
Claudia Ramsteiner
Lesezeit 3 Minuten
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24. Juni 2015
Stellten sich nach einer angeregten Diskussion im Rathaus zum Gruppenbild vor dem Eingangsportal: von links Julie und Christine Dold sowie Angela Menke vom Vorstand »Wir für Burkina«, Zakaria Dao (Partnerschaftsvorsitzender von Douroula), Krankenschwester Rasmata, der zweite Vorsitzende des Vereins »Wir für Burkina« Michael Waitz, Bürgermeister Manfred Wöhrle, Suleymane Sanon (Präfekt des Départements Douroula), Wir-für-Burkina-Vorsitzende Sabrina Dold und Blamami Koté von der Schulbehörde Dédougou.

Stellten sich nach einer angeregten Diskussion im Rathaus zum Gruppenbild vor dem Eingangsportal: von links Julie und Christine Dold sowie Angela Menke vom Vorstand »Wir für Burkina«, Zakaria Dao (Partnerschaftsvorsitzender von Douroula), Krankenschwester Rasmata, der zweite Vorsitzende des Vereins »Wir für Burkina« Michael Waitz, Bürgermeister Manfred Wöhrle, Suleymane Sanon (Präfekt des Départements Douroula), Wir-für-Burkina-Vorsitzende Sabrina Dold und Blamami Koté von der Schulbehörde Dédougou. ©Panoramastudio

Die offizielle Delegation von Burkina Faso, die seit eineinhalb Wochen beim Verein »Wir für Burkina« zu Gast ist, sprach gestern im Rathaus und beim anschließenden Essen im »Hirsch« über die vielen Eindrücke, die sie aus dem Schwarzwald nach Afrika mitnehmen werden.

Von der Salzmühle, die bei den Gastgebern auf dem Tisch steht und mit denen sie überhaupt nichts anzufangen wussten bis zur beeindruckenden Technik in der Wasserversorgung »Kleine Kinzig« saugen die afrikanischen Gäste aus Burkina Faso hier alles auf, was es zu sehen und zu erleben gibt.

»Was können Sie denn wirklich an Anregungen für Ihr Leben in Burkina Faso mitnehmen?«, wollte Bürgermeister Manfred Wöhrle beim Mittagessen im Gasthaus »Hirsch« von den Gästen wissen, das sich dem offiziellen Empfang im Rathaus angeschlossen hat. Er bekannte offen, dass er sich schwer tue damit, dass vieles, was man ihnen hier zeige, möglicherweise als Prahlerei ausgelegt werden könne.

Die Antworten überraschten. Blamami Koté zeigte sich sehr beeindruckt von der Art des Unterrichts in der Inklusionsklasse in der Hausacher Grundschule. Das könne er sich sehr gut vorstellen, dass man in seinem Schulbezirk davon profitieren könnte. Außerdem beeindruckten ihn die Sauberkeit der Straßen, »obwohl man nie jemanden fegen sieht«.

Ehren der Geschichte

Suleymane Sanon, Präfekt des Départements von Douroula und seit dem Umsturz bis zu den Wahlen auch kommissarischer Bürgermeister des Gemeinde Douroula, war im Freilichtmuseum Vogtsbauernhof besonders aufgefallen, dass hier jedes Ding seine Geschichte habe, dass die Vergangenheit geehrt und an die Jugend weitergegeben werde: »Unsere Geschichte ist überhaupt nicht präsent.«

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Julie Dold, die schon mehrmals mit dem Hausacher Gymnasium in Douroula war, erklärte sich dies damit, dass die Afrikaner weder an die Zukunft noch an die Vergangenheit denken, weil sie »hier und jetzt« leben und vermutlich auch ihre ganze Energie zum Überleben brauchen.

Dem Essen gegenüber sei er »sehr misstrauisch« gewesen, bekannte Blamami Koté – doch sein empfindlicher Magen vertrage alles, und es schmecke auch alles sehr gut. Ganz neu sind für die Burkinibes alle Milchprodukte – mangels Kühlung gibt es bei ihnen weder Milch noch Joghurt, Butter oder Käse. Suleymane Sanon fiel auf, dass in Deutschland so vieles ungekocht gegessen werde, »und wenn Ihr mal kocht, dauert das gerade mal 15 Minuten«.

Sabrina Dold, die schon einige Jahre in Afrika lebt, lachte. Dort werde alles zwei Stunden lang zerkocht. Zum einen, um mögliche Bakterien abzutöten und zum anderen, weil der Reis mit den Händen gegessen wird, »und dann muss er schön kleben«.

Vorurteile abbauen

Auf beiden Seiten würden durch solche Begegnungen Vorurteile abgebaut. »Die positiven Seiten von Afrika werden im deutschen Fernsehen überhaupt nicht gezeigt, da sieht man nur Ebola, hungrige Kinder und Flüchtlingsboote«, bemerkt Sabrina Dold. Und andererseits würden die afrikanischen Gäste hier mit den europäischen Problemen konfrontiert und erkennen, »dass das Geld hier gar nicht auf Bäumen wächst, wie das dort immer ankommt«, ergänzte Angela Menke.

Die fröhliche, intensiv diskutierende schwarz-weiße Gruppe am Stammtisch der »Monika« machte jedenfalls deutlich, wie schnell mögliche Barrieren abgebaut sind, wenn alle offen aufeinander zugehen.

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