Gut besuchter Vortrag

Jürgen Grässlin nennt Ross und Reiter

Autor: 
Reinhold Heppner
Lesezeit 2 Minuten
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08. November 2018

(Bild 1/2) Beim Vortrag von Jürgen Grässlin (Foto) sorgten Edgar Lauck (Gesang) und Mathias Dremmel für den musikalischen Rahmen. ©Reinhold Heppner

Engagiert für den Frieden zeigte sich am Mittwochabend im katholischen Gemeindehaus in einer gemeinsamen Veranstaltung der Katholischen Arbeitnehmerbewegung und weiteren elf Organisationen der Friedenspreisträger und Buchautor Jürgen Grässlin aus Freiburg. 

Rund 125 interessierte Zuhörer waren zum Vortrag des Rüstungsgegners Jürgen Grässlin gekommen, um sich über die Arbeit der Waffenhersteller und deren Lobbyisten zu informieren. Und sie wurden nicht enttäuscht: Knapp 75 Minuten lang legte der überzeugte Friedensaktivist seine Sicht über die Verflechtungen zwischen Wirtschaft, Waffenproduzenten, Waffenhändler und Politik schonungslos dar. Dabei untermauerte der 60-jährige Freiburger seine Ausführungen mit Zahlen und Fakten. 

Aus Grässlins Sicht besteht ein Zusammenhang zwischen Waffenlieferungen und Kriegsflüchtlingen. Menschen müssen vor dem Einsatz deutscher Kriegswaffen fliehen. »Wer Waffen sät, wird Flüchtlinge ernten«, sagte Grässlin. Einfach und erfolgversprechend wäre ein sofortiger Stopp aller Kriegswaffenexporte an menschenrechtsverletzende und kriegsführende Staaten. 

Deutschland auf Platz 4

Hauptabnehmer von Waffen und sonstigem Kriegsmaterial war  laut Grässlin 2017 Algerien, danach folgten Ägypten und Litauen. In den Jahren 2001 bis 2005 wurden die Exporte unter der Rot/Grün-Regierung von Gerhard Schröder verfünffacht. Augenblicklich liege Deutschland als Lieferant von Großkriegswaffen auf dem vierten Platz in der Welt. 

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Präzise benannte der Referent immer wieder Ross und Reiter. So sei der Lybienkrieg gut für die deutsche Rüstungsindustrie gewesen, immer gehe es dabei um den Profit. Auch wurde Israel mit U-Booten beliefert, aber die Feinde Israels erhielten von Deutschland die gleichen Kriegsschiffe. 
Grässlin berichtete auch von seinen Besuchen in Kriegsgebieten und den Gesprächen mit den Menschen. »Waffen wandern auch, und wer am meisten bezahlt, bekommt sie«, sagte er und fügte an, dass der IS am liebsten mit deutschen Waffen kämpfe. 

Viele Bücher signiert

Im zweiten Teil seiner Ausführungen beschäftigte sich Grässlin mit verschiedenen Friedensaktivitäten und warb für ein aktives Mitmachen für den Frieden. Der Buchautor rief dazu auf, dass sich jeder überlegen sollte, wie er sich für das hohe Gut der Demokratie einsetzen könne.

Viel Beifall zollte am Ende der Veranstaltung das Publikum dem Referenten. Der Abend wurde musikalisch umrahmt von Matthias Demmel mit der Gitarre und Edgar Lauck mit seinen einfühlsamen Liedern. Der Haslacher Buchladen war mit einem Bücherstand dabei, Jürgen Grässlin signierte dabei mit viel Geduld seine Bücher »Netzwerk des Todes« und »Schwarzbuch Waffenhandel«. Bewirtet wurde von der Landjugend Schnellingen-Bollenbach.

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