Festhalle Wolfach

Jugendsinfonieorchester Offenburg begeistert seine Zuhörer

Autor: 
Andreas Buchta
Lesezeit 3 Minuten
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16. September 2019

(Bild 1/2) Das Jugendsinfonieorchester unter der Leitung von Rolf Schilli begeisterte am Samstag in der Festhalle. ©Andreas Buchta

Bereits zum dritten Mal war am Samstag das Jugendsinfonieorchester Offenburg in Wolfach zu Gast. Zum 40-jährigen Bestehen der Musikschule Offenburg/Ortenau gab das 78-köpfige Orchester ein bejubeltes Konzert und spendierte zwei beachtliche Zugaben.

Ein überaus gelungener Einstieg in ein insgesamt gelungenes Konzert: Mit Georg Friedrich Händels Zwischenspiel »Die Ankunft der Königin von Saba« aus dem Oratorium »Salomon« begannen die 78 Musiker des Jugendsinfonieorchesters der Musikschule Offenburg/Ortenau am Samstag ihr Konzert in der gut besetzten Wolfacher Festhalle. Bereits zum dritten Mal war die Formation um ihren Dirigenten Rolf Schilli zu Gast in Wolfach. Es ist schon bewundernswert, was mit gut ausgebildeten und geführten Jugendlichen musikalisch zu erreichen ist. 

Auch im zweiten Beitrag des Abends, drei Sätzen aus dem Konzert für Fagott und Orchester von Antonio Vivaldi, hielten die Musiker ihren hohen musikalischen Anspruch – wenn auch einige Streicher mit ihren nicht ganz präzise eingestimmten Instrumenten den Wohlklang gelegentlich etwas minderten. Das Manko wurde durch Nachstimmen aber rasch behoben. 

Anspruchsvolles Stück

Eine ganz besondere Überraschung war der Kirnbacher Fagott-Solist Simon Krawczyk, der bei dem solistisch recht anspruchsvollen Stück mit der Reinheit und Genauigkeit seines Spiels immer wieder aufhorchen ließ. Mit dem nicht zuletzt rhythmisch hinreißenden »Andante« endete der Vivaldi-Beitrag unter besonders großem Applaus.

Aus der Freundschaft Camille Saint-Saëns’ mit dem Meisterhornisten Henri Chaussier ging »Morceau de Concert« hervor, eine Komposition für Horn und Orchester. Auch in diesem tadellos interpretierten Stück gab es mit Hanna Becks Horn eine respektable solistische Leistung. Von Johann Svendsen, dem ersten anerkannten Symphoniker Norwegens, spielten die Musiker zwei Sätze der »Norwegischen Rhapsody Nr. 1«. Sachte, mit einzelnen Horntönen und gezupften Streichern, eröffnete das »Andantino« und das ganze Orchester fiel zu einem geheimnisvollen Elfentanz ein, der zunehmend »geerdet« wurde mit den sprichwörtlichen Pauken und Trompeten: ein vielschichtiges, einfühlsam interpretiertes  Stück, das etliche bezaubernde Elemente norwegischer Folklore zitierte.

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Bemerkenswerte Sensibilität

In erweiterter Besetzung, etwa mit Harfe, Xylofon, Gitarre und Flöten, erklangen drei »Antiche Danze ed Arie« von Ottorino Respighi, die das Orchester mit bemerkenswerter Sensibilität ganz in der höfischen Tradition der Renaissance spielte.
Nach der Pause gab es wieder eine solistische Überraschung: Eine kleine Besetzung spielte in tiefgründiger melancholischer Stimmung drei Stücke aus dem »Concerto pur Guitare« von Heitor Villa Lobos mit dem brillanten Gitarristen Michael Merlin.
Von Astor Piazzollas berühmtem »Libertango« gebe es an die 500 verschiedene Fassungen, aber keine für Symphonieorchester, verriet Dirigent Rolf Schilli. Er habe eine Fassung für symphonisches Blasorchester gewählt und selbst für Streicher ergänzt. Was dabei herauskam, war eine recht eigenwillige, sowohl melodisch, als auch rhythmisch überaus gelungene Aufführung des »Tango Nuevo«.

Nach diesem Ausflug in die lateinamerikanische Musikwelt wurde es romantisch: Von Antonin Dvorak erklang die »Romanze f-Moll« mit wunderschönen Geigensoli durch Amy Huber. Zum Schluss dann noch ein Höhepunkt des ganzen Konzerts: Jean Sibelius’ Tondichtung für großes Orchester Finlandia«, der geheimen, mit viel finnischer Mythologie angereicherten Nationalhymne der Finnen. Die ungeheure Dynamik des Stücks ließ das Orchester selbst noch in den leiseren Passagen spüren. 

Zwei Zugaben

Langanhaltender Beifall für dieses Stück, aber auch für das ganze Konzert bescherte dem Publikum noch zwei Zugaben, beide Filmmusik und beide noch einmal kleine Höhepunkte: Vangelis’ »Conquest of Paradise« und, weil der Beifall noch immer nicht enden wollte, Hans Zimmers Filmmusik zu »Pearl Harbor«.

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