Forderungen der katholischen Arbeitnehmerbewegung

KAB Haslach stellt sich an die Seite der Pflegenden

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26. Mai 2020

Bereits im Dezember 2016 machte die katholischer Arbeitnehmerbewegung mit einer Ausstellung in Haslach auf die Situation in der Pflege aufmerksam. ©Archivfoto: Reinhold Heppner

Für die katholische Arbeinehmerbewegung (KAB) ist es ein großes Anliegen, dass Pflege eine höhere Anerkennung erfährt. Dies ist nicht erst seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie der Fall, wie auch ein Blick ins Zeitungsarchiv beweist.

Wie wichtig der Bereich der Pflege ist, trat mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie bei vielen Menschen verstärkt ins Bewusstsein. Damit stößt die KAB mit ihren schon seit langen vorgetragenen Forderungen nach einer höheren gesellschaftlichen Wertschätzung der Pflege, besserer Bezahlung und besseren Arbeitsbedingungen nun auf offenere Ohren.

„Es ist schön und sicherlich auch motivierend, wenn die Pflegekräfte für ihre wichtige Arbeit nun Beifall bekommen und somit die verdiente Wertschätzung aus der Gesellschaft erhalten“, sagt Adolf Kopp von der Haslacher KAB. Allein bei Beifall und netten Worten sollte es seiner Meinung nach aber nicht bleiben.

„Lieber fairen Lohn“

So fände er es richtig und wichtig, wenn in ganz Deutschland alle Pflegekräfte, egal in welcher Einrichtung sie tätig sind, für ihren wichtigen Einsatz in der Corona-Krise eine angemessene Bonuszahlung und dauerhaft eine bessere Bezahlung erhalten würden. Darüber hinaus seien auch gute Arbeitsbedingungen wichtig, schließt er sich den Forderungen der KAB Deutschland an.

Diese hatte bereits Anfang April eine Pressemitteulung unter dem Titel „Ich will keine Schokolade… ich will lieber fairen Lohn!“ verschickt. Darin heißt es, dass die Pflegekräfte nicht erst jetzt, sondern seit Jahren in Kliniken, Heimen und ambulant über ihre Kräfte hinaus arbeiten und Zwölf-Tage Dienste am Stück mit bis zu Zwölf-Stunden-Schichten bewältigen würden.

Dabei wurden sie für geringe Bezahlung arbeiten und würden lediglich als Kostenfaktor im Gesundheitssystem angesehen. Der durch die Corona-Krise ausgelöste Ausnahmezustand könne nicht mehr verbergen, was seit langem unter den Teppich gekehrt worden sei: die Kürzung von Personal, die zunehmende Bürokratisierung, das Einsparen von wichtigen Therapien. All das sei weder neu noch überraschend und sei sehenden Auges geschehen.

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Teil der Daseinsvorsorge

Die Corona-Pandemie sorge jetzt dafür, dass diese Missstände immer deutlicher benannt würden. „Viele erkennen nun, dass eine auf Profit ausgerichtete Pflege lebensbedrohlich ist“, schreibt die KAB und stellt sich auf die Seite der Pflegenden. Sie betont: „Pflege gehört zur Daseinsvorsorge und darf dem Wettbewerb und der Profitlogik nicht unterworfen werden. Sie braucht ausreichende Ressourcen, Solidarität und die ihr gebührende Anerkennung.“

„Leben und arbeiten in Würde und Solidarität“ sei ein Leitsatz der KAB. Sie trete daher entschieden dafür ein, den politisch verursachten Pflegenotstand zu beseitigen und rufe die Verantwortlichen eindringlich auf, die Situation für die Pflegenden gemäß ihrer Forderungen (siehe Infokasten) zu verbessern und dadurch auch das Gesundheitssystem für jeden einzelnen zu stärken.

Ausstellung vor vier Jahren

Dass die Forderungen und Hinweise der KAB Deutschland auch in Haslach nichts Neues sind, zeigt ein Blick ins Zeitungsarchiv. So hatte  die KAB Haslach im Dezember 2016 auf die Pflegenotstände hingewiesen. Damals wurde eine Wanderausstellung der KAB Freiburg in der Haslacher Filiale der Sparkasse aufgestellt. Die KAB wolle  seinerzeit mit dieser Ausstellung die Alltagsarbeit der Pflegekräfte in den Mittelpunkt gesellschaftlicher Diskussionsprozesse stellen. 

KAB-Diözesansekretär Otto Meier betonte dabei 2016, dass man die oft im Verborgenen geleistete Arbeit von Pflegekräften und pflegenden Angehörigen sehr schätze. Meiers klare Forderungen für die Zukunft waren die Stärkung des Pflegeberufs, eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen, die Stärkung pflegender Angehörigen und die Sicherstellung von Aus- und Weiterbildungsqualität.

Damals konnte natürlich noch niemand ahnen, wie sehr die Pflegekräfte wegen einer Pandemie einmal in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Auch mit Blick auf den demographischen Wandel gehören sie zumindest bis zu einer wirklichen Verbesserung aber  dauerhaft dorthin, findet nicht nur Adolf Kopp.

Info

Forderungen der KAB

KAB-Forderungen
Die KAB Deutschland forderte bereits im April die sofortige Umsetzung folgender Maßnahmen:
◼ monatlich 500 € mehr für jeden Beschäftigten
◼ keine Privatisierung im Gesundheitswesen
◼ Gefahrenzulage für gefährdete Beschäftigte in der Pflege
◼ keine Aufweichung bei Arbeits- und Ruhezeiten
◼ tägliche Corona-Tests für alle Beschäftigten
◼ angemessene Schutzkleidung für alle in der Pflege tätigen.

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