Erlös für Fehrenbacherhof

Kabarettist Martin Herrmann begeistert Zuschauer in Haslach

Autor: 
Andreas Buchta
Lesezeit 3 Minuten
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17. September 2019

Mit seinen ebenso abenteuerlich wie hintergründig-clever gereimten Liedern begeisterte der Kabarettist Martin Herrmann sein großes Publikum. ©Andreas Buchta

Der Kabarettist Martin Herrmann trat mit seinem Programm »Mein Lieblingsstatus wäre Witwer, aber dazu müsste ich erst heiraten« am Sonntag im ausverkauften Refektorium des Alten Kapuzinerklosters auf – zugunsten der Sanierung und Weiterentwicklung des Jugend- und Freizeitheims »Fehrenbacherhof«.

»Ich bin der erste Öko-Kabarettist«: Mit dieser Ansage eröffnete Martin Herrmann sein Kabarettprogramm – und verwies zum Beweis auf seine ungebügelte Kleidung. Nach diesem eher lockeren Beginn versicherte er, er mache keine dieser wohlfeilen Witze über Damen mit Doppelnamen und war schon mittendrin in den Karrenbauern, Wagenknechten und Hofreitern – nicht ohne zu versichern, er mache überhaupt kein politisches Kabarett – denn die Politiker, die seien selbst die besseren Kabarettisten.

Widerspruch über Widerspruch also, aber wozu? Das Ganze diene lediglich zu seiner Einschätzung des Erkenntnisquotienten des Publikums. Und da erfasst er ihn wieder, sein Reimzwang, unter dem er sich sieht und der lässt ihn in seinen abenteuerlich gereimten Liedern den ganzen Abend nicht mehr los: So poetisch miserabel und gleichzeitig gewitzt-hintergründig zu reimen, das ist eine Kunst, die er nahezu perfekt beherrscht. Er sagt es selbst: »Nonsens ist anstrengender als man denkt.«

Heiraten als Kernthema

Dann kommt er zu seinem Kernthema, dem Heiraten. Er freue sich ganz besonders, dass so viele Frauen zur Vorstellung gekommen seien. Das treffe sich gut, denn sein Lieblingsstatus sei Witwer – und dazu müsse man üblicherweise erst heiraten. Ein Riesenumweg, findet er, könne man diesen Status doch auch auf direktem Wege erreichen. Von einem Widerspruch aber ist auch dieser Status überschattet: »Verheiratete Männer leben länger, wollen aber früher sterben.«

Von da zur Mode als »darwinistischem Prinzip« ist es nur ein kleiner Schritt zum leidigen »Dekolleté-Paradoxon«: »Gezeigt kriegst du alles, aber bloß nicht hinschauen!«. Seine Empfehlung in seinem Männererziehungslied: »Schau einer Frau in die Augen.«

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Und dann hebt er zu seinen abenteuerlich gereimten Liedern an, etwa »Wenn das Wetter schön ist« und alle Unternehmungslust im Stau erstickt oder von den Feinstaubfilterfahrzeugen, die den Feinstaub der anderen Feinstaubfilterfahrzeuge filtern. In einem irre gereimten Lied outet er sich als Gegner der Sommerzeit, mit der man mittels der Zeitverschiebung selbst dem Tod ein Schnippchen schlagen könne: »Da staunt Gevatter Hein und geht gleich wieder heim.«

Potenz-Wahnsinn

Mit erbitterter Miene geißelt er die Glücksgefühle, die allesamt in Schuldgefühle mündeten. Für dauerhafte Glücksgefühle sorgten dagegen seine alternativen Weihnachtsgeschenke wie ein »Kamasutra für Senioren«.

Eine Organspende könne nach anfänglichen Glücksgefühlen zu Schuldgefühlen führen, wenn der Organismus den Organspender abstoße, versichert er und stimmt seinen »Organspender-Blues« mit der Hauptperson Daniel Drüsendieb an. In einem weiteren Lied prangert er den Machbarkeitswahn in Sachen Potenz an: »Runter mit der Pille und Schwänzchen in die Höh«.

»Lassen Sie’s auf sich wirken beim Nachhauseweg«, verabschiedet er sich von seinem wie wild klatschenden begeisterten Publikum und hängt noch eine superkurze »Vampirballade« an: »Ein Vampir saß bei mir und soff kein Blut, er soff mein Bier!«

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