Schiltach Treffpunkt Kleinkunst

Kabarettist weiß, wie es ist, Lehrer zu sein - er ist es!

Autor: 
Martina Baumgartner
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
23. Februar 2016

(Bild 1/2) Jeder im Marc Hofmanns Publikum weiß, von was der Lehrer spricht und lacht sich schlapp. ©Martina Baumgartner

Nach ganz kurzer »Anlaufzeit« hatte Lehrer, Buchautor und Kabarettist Marc Hofmann sein Publikum am Samstagabend im Treffpunkt fest im Griff. Mit viel Spottlust berichtete er vom Schulalltag. Die Zuschauer lachten Tränen.

Rund 100 Zuschauer hatte Marc Hofmann bei seinem Kabarettprogramm im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Kleinkunst im Treffpunkt«. »Wir haben praktisch keinen freien Stuhl mehr«, freute sich Treffpunktleiterin Ulrike Stein über ein volles Haus.

"Berufsbedingt monologbereit"

Hofmann ist hauptberuflich Gymnasiallehrer in Freiburg und »berufsbedingt monologbereit«, informierte er sein Publikum zu Beginn seines Programms »Der Klassenfeind« – eine Eigenschaft, die Lehrer und Kabarettisten offenbar gemeinsam haben. 
Der Autor und Kabarettist griff in die literarische Tickkiste und ließ sein Alter Ego, Gymnasiallehrer Harry Milford aus einem absurden Schulalltag an einem Gymnasium berichten. So täuschte Hofmann Nachahmung vor, die der Realität vielleicht in nichts nachsteht, ahnten die Zuschauer – und das war urkomisch. 

"Schüler" und Kollegen lachen über sich selbst

Alle im Publikum erkannten sich wieder als Lehrer oder ehemalige Schüler in »Hofmanns Erzählungen« und konnten herzlich über sich selbst lachen – die beste Art von Humor.
Messerscharf, böse und zynisch skizzierte Hofmann Exemplare seiner eigenen Zunft, stigmatisierte ebensolche Schülertypen und ließ offen, wer von ihnen Opfer oder Täter war. Hofmann pfiff auf den Allgemeinplatz »politisch korrekt« und schien lediglich aus einer Parallelwelt zu berichten.
Dort kämpften Schüler wie Jeremias Faller – Mitglied einer »bildungsfernen Schicht«, dessen »dumpfbatzige« Brüder ebenfalls von Milford unterrichtet wurden. 
Akne und schlechte Luft

Kampf im Klassenzimmer

- Anzeige -

Dort kämpften Kinder und Jugendliche in einer »Verpuppungsphase, auf die Adoleszenz wartend«, mit allen Fallstricken der Pubertät.
Dort kämpften Lehrer, deren Leben »zäh wie Teer« aus ihnen herausfloss, während sie Klassenarbeiten korrigierend am Schreibtisch verbrachten.­ Dort kämpften Referendare­ mit Situationen hinter der Klassenzimmertür, von denen sie in der Uni niemals hörten.
Dort kämpften Helicopter-Eltern mit jungen Erwachsenen deren »Gehirn wegen Umbau« geschlossen war und mit Lehrern, die vermeintliche Hochbegabung des Nachwuchses mit Hyperaktivität verwechselten. Dort war ein »Menschenstau« am Kopierer oder an der Kaffeemaschine im Lehrerzimmer ein tägliches Problem. 

Messerscharf  präsentiert

Präzise Schnitte setzte Hofmann mit dem Satireskalpell bei Themen wie Klassenfahrten, nicht gemachten Hausaufgaben, Schülersprache – »Woddi mit Mische« –, Elternabenden und Schülermitbestimmung – denn »Schule ist etwa so demokratisch wie Nordkorea«, wusste Kunstfigur Milford. 

Vokabeln drauf

Köstlich waren seine Ausführungen zu Spickversuchen bei Klassenarbeiten, von denen manche so leserlich seien, wie Texte in »karolingischer Minuskel«. Gekonnt spielte der Kabarettist mit dem Publikum in der Rolle des Lehrers, wenn es hieß: »Hefte raus!« oder »Gibt’s Fragen bis dahin?« und »Wo sind wir stehen geblieben?«
Immer wieder griff Hofmann zur Gitarre und begleitete seine eher nachdenklichen Lieder mit Titeln wie »Is it Love oder Lexie« oder »Heut bin ich böse« und »’s ist wieder Urlaub«.

Witzige Autorenlesung

Zu Hofmanns frei gesprochenen Programm gehörten auch gelesene Kapitel aus seinem Roman »Der Klassenfeind«. Der Autor las kurzweilig und humorvoll vom Wahnsinn im Schulalltag und das Publikum honorierte den Abschluss des unterhaltsamen Abends mit großem Applaus.
Zur Frage, wie seine Schüler auf »Der Klassenfeind« reagieren, antwortete der Lehrer: »Gelassen. Manchmal bekomme ich sogar Themenvorschläge dazu von den Schülern selbst.«

Weitere Artikel aus der Kategorie: Kinzigtal

Die Nahwärmeversorgung der Hackschnitzelanlage beim Hoffeld zahlt sich aus.
vor 13 Minuten
Schiltach
Die Schiltacher Stadtwerke machen insgesamt Verlust wegen geringerer Wasserabnahme der Industriekunden. Mit Sparmaßnahmen der Unternehmen beim Wasser ist dauerhaft zu rechnen.
20 Feuerwehrleute aus der Region waren beim Lehrgang in Haslach dabei.
vor 2 Stunden
Haslach im Kinzigtal
Die Grundlagen für Brandeinsätze und Technischer Hilfeleistung haben 20 Feuerwehrfrauen und -männer beim Lehrgang „Truppmann Teil 1“ in Haslach erfahren.
Die einzigen Kunstwerke, die bei der Ausstellung „Kunst im Quadrat“ des Kunstverein Mittleres Kinzigtal in Haslach nicht auf ein quadratisches Maß reduziert wurden, waren Chantal Coulus Skulpturen, die hier gerade die Künstler Susanne Schnurr, Gabriele Schuller, Bernhard Mussler und Beate Axmann in Augenschein nehmen.
vor 9 Stunden
Haslach im Kinzigtal
Die Weihnachtsausstellung des Kunstvereins Mittleres Kinzigtal im Alten Kapuzinerkloster stieß auf eine bemerkenswerte Publikumsresonanz.
Karl Scherer (rechts) hatte die Clique zum Helfen im Flutkatastrophengebiet animiert: von links Klaus Unger, Harald Schermer, Nobert Schmider und Jürgen Mantel. 
vor 11 Stunden
Hausach
Hausacher helfen den Opfern der Flutkatastrophe in der Gegend um Aachen und kehrten tief beeindruck zurück von einem „sehr traurigen und sehr emotionalen Trip“.
Michaela Keller stellt ihr neues Buch "Nomol - Huse fier Riigschmeckte" vor, das erste war vergriffen und wurde bei dieser Gelegenheit neu aufgelegt. 
vor 11 Stunden
Hausach
Weitere 39 Hausacher Serienteile hat Michaela Keller zu ihrem zweiten Buch zusammengefasst. „Nomol – Huse fier Riigschmeckte“ erscheint diese Woche, das erste wurde neu aufgelegt.
Der Weihnachtsmarkt in Haslach wurde wegen Corona zwar abgesagt, aber bereits produzierte Ware nun auf den Wochenmarkt zugunsten der Sozialstation verkauft.
vor 13 Stunden
Haslach im Kinzigtal
Der Weihnachtsmarkt in Haslach wurde wegen Corona zwar abgesagt, aber bereits produzierte Ware nun auf den Wochenmarkt zugunsten der Sozialstation verkauft.
Der „Alte Benz“ sieht schon sehr nach Feuerwehrauto aus. Die Türen und die Motorhaube sind fertig lackiert und warten noch auf den Einbau.
vor 15 Stunden
Wolfach
Der Förderverein der Wolfacher Feuerwehr will in Zukunft mehr Fördermittel für die Wehr generieren. Die Restaurierung des „Alten Benz“ nähert sich ihrer Vollendung.
Steinacher Rathaus
vor 19 Stunden
Steinach
Das Steinacher Rathaus darf aufgrund der Corona-Situation nur nach Terminvereinbarung und mit 3-G-Nachweis betreten werden.
Unter anderem jedes Gebäude floss als Vermögenswert in die Eröffnungsbilanz ein. Das Alte Spital zählt zum Vermögen der Spital- und Guteleuthausfondsstiftung, für die ebenfalls die Eröffnungsbilanz gebilligt wurde.
vor 21 Stunden
Wolfach
Gut Ding will Weile haben: Nach insgesamt sechs Jahren detaillierter Arbeit und Inventur präsentierte die Verwaltung dem Rat am Mittwoch die Wolfachs Eröffnungsbilanz zum Neuen Haushaltsrecht 2019.
Der Schiltacher Silvesterzug wird in diesem Jahr erneut nicht stattfinden.
29.11.2021
Schiltach
Der Schiltacher Gemeinderat beschloss die einmalige Tradition auch in diesem Jahr mit Blick auf das aktuelle Pandemiegeschehen ausfallen zu lassen. Es soll wieder eine digitale Version geben.
Die Bürgermeister  Matthias Litterst (Schuttertal), Martin Aßmuth (Hofstetten) und Rafael Mathis (Biederbach) tauschten sich beim Dreimärkertreffen aus.  
29.11.2021
Hofstetten
Das Dreimärkertreffen der Gemeinden Schuttertal, Hofstetten und Biederbach wurde coronabedingt im kleinsten Kreis veranstaltet.
Musikverein "Harmonie" Steinach 
28.11.2021
Kinzigtal
Die Musik- und Trachtenkapelle Fischerbach, die Musikkapelle Welschensteinach und der Musikverein Steinach wollen die Programme im Frühjahr nachholen.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Seit 2011 befindet sich der Sportspezialist in der Freiburger Straße 21 in Offenburg.
    vor 6 Stunden
    Offenburg: Seit 75 Jahren eine Heimat für jede Sportart
    Ob Bekleidung, Schuhe oder Ausrüstung: Auf 3500 Quadratmetern Fläche hat SPORT KUHN alles, was Sportler brauchen. Der Offenburger Spezialist für In- und Outdoor ist seit 75 Jahren bekannt für Know-how und Beratung. Das Team zählt heute 60 Mitarbeitende.
  • Die S&G Automobil AG ist der älteste Mercedes-Benz Partner der Welt. Schon 1898 rief Ernst Schoemperlen in Karlsruhe seine Automobil-Centrale ins Leben. Seit 1928 gibt es S&G auch in Offenburg.
    26.11.2021
    Historie von S&G Offenburg startet im vorletzten Jahrhundert
    Bereits 1898 schlug die Geburtsstunde der heutigen S&G Automobil AG, des ältesten Mercedes-Benz-Partners der Welt. Damals rief Ernst Schoemperlen in Karlsruhe seine „Automobil-Centrale“ ins Leben – der Auftakt für ein Stück Automobilgeschichte, die ihresgleichen sucht.
  • Mit Pfeiffer & May haben die Kunden einen verlässlichen Partner für ihr Bauprojekt. 
    21.11.2021
    Bei Pfeiffer & May in Offenburg perfekt beraten
    Mit Pfeiffer & May werden Badträume wahr: individuell und passgenau. Der Bäderprofi mit Standorten in Offenburg und Achern berät professionell und umfassend - und begleitet die Kunden bis zur Fertigstellung ihres Projekts.
  • Die neuen Auszubildenden wurden durch die Geschäftsführer Michael E. Wertheimer, Hans-Georg Theis und den Personalleiter Jürgen Diebold begrüßt. 
    18.11.2021
    Mitarbeiter:innen als wichtigster Erfolgsfaktor
    Gut aus- und weitergebildete Mitarbeiter sind das Kapital jeden Unternehmens. Das gilt auch für die Maier + Kaufmann GmbH. Aktuell beschäftigt das Unternehmen 230 Mitarbeiter, darunter 26 Auszubildende. Der neue Jahrgang wurde jetzt begrüßt und Jubilare ausgezeichnet.