Hausach

Kammerchor Kinzigtal begeistert mit barockem Klangerlebnis

Autor: 
Erich Fakler
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
20. März 2019

Der Kammerchor Kinzigtal verwöhnte seine Zuhörer in der der Hausacher Dorfkirche und in der Gengenbacher Mutterhauskirche (Foto) mit geistlichen Motetten der Barockzeit. ©Erich Fakler

Der Kammerchor Kinzigtal gab am Wochenende zwei beeindruckende Konzerte am Samstag in Hausach und am Sonntag in Gengenbach und bot damit auch eine Einstimmung auf die Fastenzeit.

Das Konzert des Kammerchors Kinzigtal in der Gengenbacher Mutterhauskirche mit geistlichen Werken der Barockzeit brachte nicht nur eine intensive Einstimmung auf die Fastenzeit, sondern auch eine eindrucksvolle Rückbesinnung auf die Volksfrömmigkeit vor dem Hintergrund des Dreißigjährigen Krieges.

Die vielen Konzertbesucher am zweiten Fastenwochenende  schienen die Aussage des Barockdichters Andreas Gryphius (1616 bis 1684) »Noch will, was ewig ist, kein einig Mensch betrachten!« durchaus zu widerlegen. Diese Verse aus seinem Gedicht »Es ist alles eitel« beklagen die Oberflächlichkeit des weltlichen Lebens.
Die vierzehn Barockwerke von Hans Leo Hassler (1564 bis 1612) bis Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750) aber zogen die hochkonzentrierten Zuhörer im sakralen Klangraum der Mutterhauskirche wie am Samstagabend schon in Steinach tief in ihren meditativen Bann.

Homogen und flexibel

Der junge Dirigent Manuel Nonnemann präsentierte mit dem Kammerchor Kinzigtal nicht nur einen ausgesprochen homogenen und flexiblen Chorklang, sondern hatte mit dem Organisten Frederik Kranemann sowohl eine hervorragende instrumentelle Chorbegleitung wie auch einen ausgewiesenen Spezialisten für die beiden Solostücke von Johann Ulrich Steigleder (1593 bis 1635) und Samuel Scheidt (1587 bis 1654).

- Anzeige -

Schon der Programmauftakt »Verbum caro factum est«  von Hassler zog die Zuhörer erhebend schwebend in diese sprachbildmächtige Musik des 16. und 17. Jahrhunderts. »Was betrübst du dich, meine Seele«, ein Choral von Johann Hermann Schein (1586 bis 1630), vermittelte die unerschütterliche Glaubenszuversicht in einer unseligen Zeit des Mordens und des Brandschatzens. 

Der konzentrierte Einklang von Chor und Orgel, leuchtende Sopranstimmen und erdende Bässe vermittelten ein tiefes Gefühl der Zeitlosigkeit und des inneren Friedens. Schon Wolfgang Caspar Printz, Autor und Komponist, würdigte um 1690 in seiner Musikmonographie die drei »S«, Schein, Scheidt und Schütz, als die drei herausragenden Komponisten ihrer Zeit. 

Von Samuel Scheidt erklang nicht nur leichtfüßig und virtuos das Orgelwerk »Toccata super in te Domine speravi«, sondern auch der Choral »Komm, heiliger Geist, Herre Gott« mit dem versöhnend und fröhlich aufstrahlenden »Alleluja« zum Finale. Heinrich Schütz (1585 bis 1672) war mit drei Kompositionen vertreten. »Die mit Tränen säen« erklang wie aus tiefem Urgrund, und der Vers »komme mit Freuden« wurde variationsreich und flexibel über alle Register durchdekliniert.

Ein Klanguniversum

In einsamen Höhen ziselierte der Sopran seine Botschaft in der Mottete »So fahr ich hin zu Jesu Christ«. Und Schütz beschloss auch das Konzertprogramm mit der »Cantate Domino«. In komplexen Vokalvariationen und edlen Klangpaarungen zeigt sich der Kammerchor Kinzigtal als ein höchst faszinierendes Klanguniversum.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Kinzigtal

vor 1 Stunde
Serie "Lieblingsplätze der Heimatführer"
Die Stadt- und Heimatführer in Haslach zeigen ihre Lieblingsplätze. Wer sind die touristischen Wegbegleiter in der Stadt, wo verweilen sie selbst gerne, was ist ihnen wichtig und was zeigen sie mit Vorliebe? Heute: Bärbel Winkler.
vor 2 Stunden
Haslach im Kinzigtal
Das junge Freiburger Ábo-Klavierquartett gastiert am Sonntag, 30. Juni, um 20 Uhr mit einem erlesenen Kammermusikprogramm in der Haslacher Klosterkirche.
vor 4 Stunden
Haslach
Ein 63-jähriger Mann ist am Dienstagabend auf einem Acker in Haslach aus seinem Traktor gestürzt, als dieser umkippte. Ein Rettungshubschrauber musste den verletzten Mann in ein Krankenhaus bringen. 
vor 4 Stunden
Jubiläumswochenende
In Schramberg dreht sich am Wochenende alles um die Feuerwehr. Kein Wunder, denn die Schramberger Wehr feiert ihr 150-jähriges Bestehen mit einem großen Festprogramm. Los geht’s am Freitagabend, 21. Juni, für geladene Gäste. 
vor 7 Stunden
Gutach
Mit einer Gegenstimme segnete der Gutacher Gemeinderat am Dienstagabend die Vorschläge des Kindergartenkuratoriums über den Kindergartenbedarfsplan und die Elternbeiträge für den Kindergarten Unterm Regenbogen ab. 
vor 12 Stunden
Hornberg
Der Musikverein Niederwasser hat mit Wolfgang Borho aus Lauterbach einen neuen Dirigenten gefunden. Er übernimmt die Kapelle zum 1. September.
vor 13 Stunden
Wolfach
Jasmin und Simon Link erfüllen sich ihren Traum: Ein Jahr will das junge Paar aus Wolfach um die Welt reisen. Vom Kinzigtal geht’s in den Westen und immer weiter, bis über Asien wieder die Heimat naht. Heute: die antike Stadt Tikal in Guatemala und Belize.
vor 15 Stunden
Musik, Modeschau und Tanzeinlagen
Bereits zum siebten Mal findet am Freitag, 28. Juni, »Rock am Campus« am Heinrich-Hansjakobs-Bildungszentrum statt. Ab 18 Uhr erwartet die Gäste ein buntes Programm, schreiben die Organisatoren.
vor 15 Stunden
Oberwolfach
Seit vielen Jahren unterhält die Wolftal-Rentnerband die Senioren im Oberwolfacher Alten- und Pflegeheim St. Luitgard – so auch am vergangenen Sonntag. Unter der Regie von Musikleiter Bruno Armbruster stand ein sommerliches Open-Air-Konzert bei gutem Wetter im Sinnesgarten  an. Auch Gäste und...
vor 15 Stunden
Neu am Ratstisch
Mehr als 60 neue Gesichter wurden bei den Kommunalwahlen im Mai in die Gemeinderäte des Kinzig-, Wolf- und Gutachtals gewählt. Wir stellen sie in einer täglichen Serie vor. Heute: Christine Haas-Matt.
vor 22 Stunden
Schwarzwald-Krimi
Kommissarin Isabella Bahler ermittelt wieder. Den Start unseres »Schwarzwaldkrimis zum Mitschreiben« ersann der Hausacher Stadtschreiber 2010, Christoph W. Bauer. Die vierte Fortsetzung schrieb ein Leser aus Hausach.
18.06.2019
Waltraud und Josef Carosi hören auf
Das Datum 29. Juni ist schon einigen Wolfachern aufgefallen, denn schon seit mehreren Wochen ist bekannt: Waltraud und Josef Carosi schließen ihren Schreibwarenladen in der Vorstadtstraße und gehen in den Ruhestand. Damit endet eine 165-jährige Ära in der Stadt. 

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • 12.06.2019
    Storytelling von Reiff Medien
    Exakt bestimmen, wer meine Werbung sehen will und Produkte mit neuen Erzählformen und einflussreichen Gesichtern bewerben: Online-Marketing ist heute so kraftvoll wie nie – und die Experten von Reiff Medien Digital Natives unterstützen regionale Firmen auf diesem Weg.
  • Die Profis für Werbeanzeigen auf digitalen Plattformen (von links): Sebastian Daniels (Abteilungsleiter Digital Natives), Serkan Nezirov und Andreas Lehmann von Reiff Medien.
    12.06.2019
    Interview mit drei Experten
    Wie können sich Unternehmen in Zeiten der Digitalisierung ihren Kunden präsentieren? Die neue Abteilung »Reiff Medien Digital Natives« bietet maßgeschneiderte Lösungen an und hievt regionale Firmen auf Plattformen wie Facebook und Instagram.
  • 30.05.2019
    Größtes Volksfest der Ortenau
    Vom 30. Mai bis 2. Juni läuft in Kehl wieder der »Messdi«. Das größte Volksfest der Ortenau mit seinen etwa 160.000 Besuchern wartet in diesem Jahr mit einigen Neuerungen auf.
  • 13.05.2019
    »Schöne Zeit« – der zeitlose Weingenuss
    Fruchtig, farbenfroh und voller Lebensfreude – so zeigt sich der neue »Schöne Zeit«-Weißwein der Durbacher WG. Der Name ist Programm und steht für zeitlosen Genuss für jedes Alter – aus dem Herzen des Durbachtals.