Hornberg

Keine Bühne spielt ein Stück so lang

Autor: 
Petra Epting
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20. Juli 2015
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Der Herzog naht und Hornbergs Pulverkiste ist leer. ©Petra Epting

Was es überhaupt bedeutet, ein Stück seit 60 Jahren zu spielen, und welch großer Dank dafür den Erfindern und allen bisherigen Akteuren des Historischen Vereins Hornberg gebührt, das wurde beim Jubiläumsschießen am Freitag so richtig deutlich.

So wie es früher einmal war – oder ist das »Hornberger Schießen« gar aktueller denn je? Fakt ist nicht nur, dass die Temperaturen beim Jubiläumsspiel denen anno 1564 ähnelten und einen »wüsten Durst« verursachten, sondern dass die Erwin-Leisinger-Bühne tatsächlich die einzige Bühne Deutschlands ist, in der ein Stück seit 60 Jahren ununterbrochen gespielt wird. Auch für Marcus Joos vom Präsidium des Landesverbands Amateurtheater Baden-Württemberg etwas ganz Besonderes. »Tritt frisch auf, mach's Maul auf, hör bald auf«, setzte er ein Zitat Luthers, das dieser einst seinen Schülern mitgab, an den Anfang seiner humorigen Ansprache. Er zeigte sich wie die vielen Gäste und Ehrengäste mächtig gespannt.

Mit solch einer Erfolgsgeschichte des »Hornberger Schießens« hat wohl auch keiner der Gründungsväter um Erwin Leisinger und Albert Ketterer gerechnet. Bestimmt verfolgten sie im Himmel schmunzelnd mit, wie es ihren Nachfolgern sechs Jahrzehnte später immer noch mühelos gelingt, die Zuschauer mit augenzwinkerndem Humor, derben Sprüchen und einer gehörigen Portion Selbstironie zu begeistern. Diese erhoben sich am Ende sogar stürmisch applaudierend von ihren Sitzen.

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Schon vier Generationen der Ketterer-Familie sind dabei, drei klärten zum Jubiläum vor dem Spiel über die Geschichte auf. Und auf Obfrau Bärbel Ketterer, seit 15 Jahren Mädchen für alles, wartete im Anschluss eine Überraschung. Sie wurde von den Vorsitzenden Jürgen Schaumann und Fritz Wöhrle für ihr Engagement geehrt – und für alle Mitwirkenden gab es eine Pulverkiste mit süßem Inhalt.

Wertvolles Kulturgut

Bürgermeister Siegfried Scheffold erschien aus gutem Grund mit Hut in der Freilichtbühne: »Ich ziehe diesen vor dem Historischen Verein Hornberg und ich verneige mich«, würdigte er die großartigen Leistungen früherer und heutiger Akteure. »Ihr habt euch von der Geschichte begeistern lassen, pflegt und bewahrt wertvolles Kulturgut«, so der Bürgermeister. Hornberg brauche nichts Neues zu erfinden, keinen Slogan und kein Event. »Es ist und bleibt die Stadt des  ›Hornberger Schießens‹.«

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