Gutach

Kinderbuch bietet »Sproochegumpis« für Kinder

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18. August 2019

Wendelinus Wurth ist Mitautor des Buchs »Meine ersten tausend Wörter auf Alemannisch« - er ist verantwortlich für den niederalemannischen Teil.  ©Claudia Ramsteiner

Die Idee kommt aus den USA, der Verlag aus Neckarsteinach und einer der Autoren aus Gutach: Wendelinus Wurth ist verantwortlich für den niederalemannischen Teil des Buchs »Meine ersten tausend Wörter auf Alemannisch«, das nun in die zweite Auflage ging.

Das jüngste Werk des Gutacher Autors und Verlegers Wendelinus Wurth kommt nicht aus dem eigenen Drey-Verlag. Das Kinderbuch »Meine ersten tausend Wörter auf Alemannisch« ist im Tintenfass-Verlag Neckarsteinach erschienen. Die beiden Drey-Verleger Markus Manfred Jung und Wendelinus Wurth wurden als Fachleute für das Alemannische dafür gewonnen.

Walter Sauer griff damit diie Idee des US-amerikanischen Vorbilds »Meine ersten tausend Wörter« auf und lädt damit Kinder zum »Sproochegumpis« zwischen Dialekt und Hochsprache ein. Und dabei lernen die Kinder auch gleich spielerisch, dass es »das Alemannisch« gar nicht gibt. Denn die meisten Bilder haben hier zwei Bezeichnungen: die hochalemannische von Markus Manfred Jung aus dem Südschwarzwald und die niederalemannische von Wendelinus Wurth, der zwar im Gutachtal lebt, aber in Urloffen am nördlichen Schwarzwaldrand aufgewachsen ist.

Dabei ist der Großdialekt Alemannisch noch viel weiter verbreitet. Das Buch, das nun schon nach nicht einmal einem Jahr in der zweiten Auflage erschienen ist, ermöglicht noch einen erweiterten »Sprochgumpis«: Anhand der vielen Wimmelbilder können Eltern und Großeltern den Kleinen gleich auch weitergeben, wie dieser oder jener Begriff »do bi uns« genannt wird. 

Auf jeder Seite gilt es als zusätzlichen Spaß außerdem das »Entequackli« zu finden, dass Illustrator Stephen Cartwright  überall versteckt hat: in d Kuchi, uf em Burehof, uf em Fescht oder im Lade. Natürlich geht es hier erst einmal nur um die Wörter. Aber auch in der Grammatik habe der alemannische Dialekt seine Eigenheiten, sagt Wendelinus Wurth.

Weitere Übersetzung

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Der ehemalige Lehrer für Deutsch und Englisch wurde gerade pensioniert und hat nun noch etwas mehr Zeit, sich seinen literarischen Ambitionen zu widmen. Sein neuer Gedichtband, der vor Weihnachten erscheinen soll, liegt nun beim Illustrator, und Wurth widmete sich gerade ebenfalls für den Tintenfass-Verlag der Übersetzung von Antoine de Saint-Exupérys »Der kleine Prinz« ins Alemannische. Zum Schluss wird nun alles noch einmal überarbeitet und laut vorgelesen, damit Klang und Rhythmus stimmen. 

Beim Übersetzen komme es zunächst darauf an, dass man die Zielsprache beherrscht. »Beim Kleinen Prinzen kam noch dazu, dass ich aus dem französischen Originaltext übersetzt habe, nicht aus dem Deutschen. Da bin ich nicht ganz so fit wie im Englischen«, sagt Wurth. Aber er habe den »Prinzen« in der Schule schon einmal durchkauen müssen und wusste, worauf er sich eingelassen habe. Die Anmerkungen in der Ausgabe von damals habe ihm bei schwierigen Stellen geholfen. 

Entscheidungen des Übersetzers

Anhand eines Beispiels beschreibt Wurth, vor welchen Entscheidungen ein Übersetzer so steht. Zum Beispiel sage der Kleine Prinz »dessine-moi un mouton«. Im Dialekt gebe es keinen Unterschied zwischen zeichnen und malen, und der Kleine Prinz lebe auf einem ganz kleinen Planeten: »Deshalb muss es, meine ich, in der Mundart ›mool mr e Scheefli‹ heißen. Lamm geht deshalb nicht, weil im Französischen nicht agneau (Lamm) steht.« Nach dieser Arbeit sei er nun auch im Französischen wieder fit(ter), macht Wurth deutlich, dass auch ein pensionierter Lehrer nie ausgelernt hat. 

 INFO: Das Buch »Meine ersten 1000 Worte – auf Alemannisch« ist in der Edition Tintenfass in mit der ISBN 978-3-947994-04-5 erschienen und kostet 16 Euro.

Stichwort

»Das Wiehern der Seepferdchen«

Auch der Gutacher Drey-Verlag wartet wieder mit einer Neuerscheinung auf: »Das Wiehern der Seepferdchen« mit poetisch feinen Erzählungen von Jochen Weeber. Der Reutlinger Autor bekam für die Arbeit an dem Erzählband ein Stipendium des Förderkreises deutscher Schriftsteller. 
 

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