Kinzigtal

Kinderschuhe vor Rathäuser gestellt

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11. April 2021
So sah es bei der Kinderschuh-Aktion vor dem Haslacher Rathaus aus. 

So sah es bei der Kinderschuh-Aktion vor dem Haslacher Rathaus aus.  ©Privat

Die bundesweite Aktion gab es am 1. April unter anderem auch in Haslach.

In Rahmen einer bundesweiten Aktion legten am Donnerstag auch in einigen Gemeinden im Kinzigtal, darunter auch Haslach, Bürger vor Rathäusern Kinderschuhe und Wünsche nieder.

„Dadurch soll symbolisch dargestellt werden, wie viele Kinder unter den Corona Maßnahmen leiden. Die Menschen sollen darauf aufmerksam gemacht und sensibilisiert werden, wie es den Kleinsten unserer Gesellschaft geht, welche Ängste, Sorgen und Wünsche die Kinder und Eltern haben. Wir wollen den Kindern eine Stimme geben“, erklärte Jenny Schiller, die die Aktion in Haslach initiiert hatte und selbst Mutter einer Dreijährigen ist.

Nicht generell gegen Maßnahmen

Diese stelle ihr immer wieder die Frage, wann Corona nun endlich vorbei ist. Sie betont keine Querdenkerin zu sein und auch nichts mit Verschwörungstheorien am Hut zu haben. Auch sei sie keine Gegnerin sämtlicher Maßnahmen und beispielsweise auch nicht gegen Impfen.

„Es ist klar, dass die Maßnahmen sich durch die Aktion nicht ändern werden. Wir wollen nur ein Zeichen setzen“, sagte Schiller. Und warum gerade vor dem Rathaus? Sie wisse durchaus dass der Bürgermeister nichts an den Maßnahmen ändern könne, das Rathaus sei aber ein zentraler Ort, wo viele Menschen das Abgelegte sehen könnten.

Daher ärgerte es sie auch, dass um 7 Uhr schon alles weggeräumt war, was tagszuvor ab dem Abend hingelegt worden sei. „Ich hätte es wie mit dem Bürgermeister abgesprochen bis 10 Uhr selbst weggeräumt“, sagt sie. Bürgermeister Philipp Saar erklärt das frühzeitige Wegräumen durch den Bauhof mit dessen routinemäßigen Arbeiten. „Die rufen davor dann nicht den Bürgermeister an. Das ist jetzt unglücklich gelaufen“, räumt er ein.

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Saar "hält" Aktion aus

Saar macht aber deutlich, dass er selbst so eine Aktion oder auch eine Demo wie im Vorjahr zwar als „Demokrat aushalte“, aber sie aus mehreren Gründen nicht gut fände und für populistisch halte. So seien Lokalpolitiker die falschen Adressaten, da sie die Verordnungen nicht erlassen.

Zudem störe ihn der mitschwingende Vorwurf, man würde nicht an die Kindern denken. Dabei seien ihm und seinen Kollegen die Erschwernisse, welche die Pandemie für alle − inklusive Kindern und Eltern − mit sich brächten natürlich bewusst. „Ich selbst hätte auch vieles gerne anders und würde beispielsweise gerne den ersten Geburtstag meines Kindes groß feiern, aber die Bekämpfung der Pandemie erlaubt das und vieles andere eben leider nicht.“

Instrumentalisierung?

Er stellt die Frage, ob die Aktion im Sinne der Kinder sei oder ob sie nicht instrumentalisiert werden. Seine Hofstetter Kollege Martin Aßmuth, selbst zweifacher Vater, hatte sich bereits im Vorfeld der Aktionen auf Facebook auch dahingehend zu Wort gemeldet. Dazu stellte er einen Artikel des MDR dessen Recherchen ergaben, dass die Gruppen, die bundesweit zur „Aktion Kinderschuhe“ aufrufen, Teil der Querdenker-Szene seien.

Ohne die teilnehmenden Eltern per se in diese Ecke stellen zu wollen, meint Saar, dass derzeit einige Wünsche von den Eltern und nicht den Kindern kämen. Nach Gesprächen an der Schule hat er beispielsweise den Eindruck, dass die Kinder das Maskentragen teilweise lockerer als ihre Eltern sehen würden. Emotional könne er vieles nachvollziehen und sei immer zu einem echten Dialog bereit, aber eine nächtliche Aktion sieht er nicht als den richtigen Weg an.

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