OT gratuliert

Kirchenkonzert zu Ehren von Karl Schmider

Autor: 
Claudia Ramsteiner
Lesezeit 4 Minuten
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18. September 2015
Karl Schmider, der heute seinen 80. Geburtstag feiert, auf seinem Wintergarten mit der Mauritiuskirche im Hintergrund, in der sich am Sonntag beim Mauritiuskonzert vorwiegend junge Sänger und Musiker vor ihm und seinem Werk verneigen werden.

Karl Schmider, der heute seinen 80. Geburtstag feiert, auf seinem Wintergarten mit der Mauritiuskirche im Hintergrund, in der sich am Sonntag beim Mauritiuskonzert vorwiegend junge Sänger und Musiker vor ihm und seinem Werk verneigen werden. ©Claudia Ramsteiner

Dass das Mauritiuskonzert am Sonntag ganz Karl Schmider gewidmet ist und auch der Freiburger Domchor am Sonntag Werke des Hausachers singt, hat seinen Grund: Heute feiert der Komponist und Kirchenmusiker seinen 80. Geburtstag.

Das Bild eines Malers an der Wand oder das Buch eines Dichters kann seine Liebhaber ein Leben lang erfreuen. Die Partituren eines Musikers dagegen spenden nur Freude, wenn sie gesungen oder gespielt werden. Deshalb freut sich Karl Schmider natürlich, wenn Roland Uhl beim Mauritiuskonzert am Sonntag einige seiner Werke mal wieder zum Klingen bringt – zwei Tage nach seinem 80. Geburtstag, den er heute feiert.

Karl Schmider sitzt beim OT-Besuch im Wintergarten seiner Wohnung im Hegerfeld mit herrlichem Panoramablick auf die Kinzig und das Städtle samt Kirche und Burg. Hier genießt er seinen Unruhestand mit seiner Frau Mechthild seit zwei Jahren. Leicht sei es ihm nicht gefallen, sein Elternhaus in der Netterstraße zu verkaufen, aber es war die richtige Entscheidung. Das Haus samt dem großen Garten war immer mehr zur Last geworden.

Die Kirchenorgeln der Region kennt Karl Schmider alle in- und auswendig. Seit sieben Jahren ist er Organist in Wolfach, in Hausach teilt er sich mit zwei weiteren Organisten den Dienst bei Begräbnissen, er begleitet regelmäßig die Freitagsmesse in der Hausacher Mauritiuskirche und springt im Kinzigtal überall dort ein, wo gerade jemand fehlt.

Beginn in der Schulzeit

Karl Schmider begann bereits als Schüler des Erzbischöflichen Gymnasialkonvikts »St. Konrad« in Konstanz zu komponieren, zunächst als Autodidakt. Während seiner Zeit als Lehrer und Kirchenmusiker in Laufenburg (Baden) absolvierte er ein privates Kompositionsstudium bei Ernst Pfiffner in Basel, wo er von Grund auf in die Regeln von Harmonielehre und Kontrapunkt eingeführt wurde. Auch die analytische und praktische Auseinandersetzung mit modernen Kompositionsmitteln des 20. Jahrhunderts war Teil des Studiums und hatte Einfluss auf seinen Kompositionsstil.

»Schmider kopiert nicht den Stil der ›Alten Meister‹, sondern versieht seine Kompositionen mit harmonischen Schärfen, wodurch diese eine eigene Handschrift erhalten.« Dies sagte schon beim letzten »Schmider-Konzert« der Reichenauer Münsterkantor Roland Uhl. Der ehemalige Hausacher schrieb seine Diplomarbeit über das Leben und Werk seines väterlichen Freunds. Beim Mauritiuskonzert am Sonntag wird er sich einmal auch selbst an die Orgel setzen und jenes Klavierstück, das ihm Schmider für seine Diplomarbeit geschenkt hat, in einer selbst bearbeiteten Orgelfassung uraufführen.

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Erste Stelle in Hornberg

Die Kirchenmusik hatte Karl Schmider einst auch mit seiner heutigen Frau zusammengeführt, mit der er vor ziemlich genau sechs Jahren goldene Hochzeit feierte. Seine erste Stelle in Hornberg hatte der junge Lehrer damals nämlich dem Umstand zu verdanken, dass dort dringend auch ein Kirchenmusiker gesucht wurde. Drei Jahre später heiratete er eine der jungen Sängerinnen seines Kirchenchors.

Nach vier Jahren und der Geburt von drei Kindern zog das junge Paar nach Laufenburg, wo der jüngste Sohn zur Welt kam. Zwölf Jahre später wurde in Haslach ein Lehrer mit Organisten- und Chorleiterkenntnissen gesucht, und Karl Schmider kehrte mit seiner Familie wieder zurück ins Kinzigtal.

Seit 17 Jahren ist er nun pensioniert und widmet seine Freizeit noch immer vorwiegend der Musik. Ab und an komponiert er auch noch und fügt seinem riesigen Werksverzeichnis aus Messen, Kantaten und Motetten vorwiegend Instrumentalstücke hinzu – nicht selten Geburtstagsgeschenke für seine musikalischen Kinder und Enkel. Dass ein Verleger aus Ettenheim gerade wieder Werke aus seiner Hand verlegt, freut Karl Schmider besonders.

Eine Stunde Fahrradfahren pro Tag muss allerdings auch drin sein, weil ein gesunder Geist am liebsten in einem gesunden Körper wohnt.

Das Mauritiuskonzert zu Ehren von Karl Schmider mit dem Chor Astrágalos, dem Tenor Klaus Haas und Bläsern des Münsterorchesters Reichenau unter der Gesamtleitung von Roland Uhl beginnt am Sonntag, 20. September, um 18 Uhr in der Mauritiuskirche in Hausach.

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