Hausach

Kletterer Thomas Huber erzählt von Erfolgen, Frust und Glück

Autor: 
Sybille Wölfle
Lesezeit 3 Minuten
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13. Oktober 2019

Dicht umlagert war Thomas Huber in der Pause an seinem Medienstand. ©Sybille Wölfle

„Aufi auf’n Berg“ – Am Freitag hat der Berg- und Skiführer Thomas Huber in der vollen Hausacher Stadthalle die neue Event-Reihe von „Kinzigtal weltweit“ mit seiner bildgewaltigen Live-Multivision „Steinzeit“ eröffnet. 

Thomas Huber bildet zusammen mit seinem Bruder Alexander eine der stärksten Seilschaften unserer Zeit. Am Freitagabend berichtete er fesselnd, teilweise höchst dramatisch und mit vielen humoristischen Pointen über seine äußerst waghalsigen Expeditionen, die er mit „Stein-Zeit“ überschrieben hatte. Der ältere der beiden berühmten „Huberbuam“, die im Berchtesgadener Land zuhause sind, nahm sein Publikum gute zweieinhalb Stunden lang mit auf eine rockig-wilde und philosophische Reise. 
Die Geschichten des 52-Jährigen im bayerischen Dialekt waren Beweis für Erfolg und Scheitern, unbändige Leidenschaft fürs Klettern, großen Mut, aber auch Skepsis. Zudem gab er viel von seiner Familie und seinem traditionellen Leben „dahoam“ preis. Auch mehrere Kostproben vom Stone-Rock seiner Band „Plastic Surgery Disaster“ hämmerten durch den Saal. 

Stets vom Reiz des Unmöglichen getrieben, sucht der dreifache Familienvater immer wieder die Herausforderung im Besteigen schwierigster Berge. Oft Seite an Seite mit der Angst, das Wichtigste im Leben zu riskieren, wagt und meistert der Extrembergsteiger, Speed-Kletterer und Free-Climber seine Klettertouren in Fels und Eis immer wieder mit größter Leidenschaft und sportlichem Ehrgeiz. „I bin a brutale Maschine, wenn i geh, dann geh i“, gestand er.

Huber, der sich hin und wieder auch mal mit einem Wingsuit von hohen Bergkanten stürzt, nahm die Gäste mit zum nördlichsten Massiv der  Berchtesgadener Alpen, dem sagenumwobenen Untersberg. Die traumhaften Bilder der Erstbesteigung des geheimnisvollen und gefährlichen Ogre in Pakistan raubten einem fast den Atem. So manchem Besucher wurde in dieser schwindelerregenden Höhe etwas mulmig in der Magengegend. 

Viele Rekorde gebrochen

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„Unvorstellbare Momente habe ich auch mit meiner Klettergemeinschaft „Stone Monkey’s“ erlebt. Wir haben beim Klettern auf Zeit gleich mehrfach den Rekord gebrochen“, erzählte Huber stolz. Aber auch Scheitern gehöre zum Leben dazu, nahm er Bezug auf den Film „Am Limit“. 

Wie er mit einem Schweizer Team im Winter die „Metanoia“, eine der legendärsten Routen an der Eiger Nordwand erklomm, war ebenso spannend wie das gewagte Abenteuer der Erstbegehung des 6.155 Meter hohen Granitgiganten Cerro Kishtwar im indischen Kaschmir. Die drei Alpinisten hatten dort mit vereisten Rissen, Spinndrift, extremer Kälte und Schneefall zu kämpfen. „Der kleine Stein-Talisman meiner Tochter mit der Aufschrift ‚Mut’ war ausschlaggebend dafür, dass wir nochmal ins Basislager abgestiegen sind, da das Gas für den Kocher nicht reichte“, erzählte Huber: „Am siebten Tag haben wir endlich den Gipfel erzwungen, und ich hab vor Freude nur noch geheult.“ 

Packpferd stürzt

Ein Schock auch für die Zuschauer, wie auf dem Weg ins Basislager zum pakistanischen Berg Latok ein Packpferd den Hang hinunterstürzte. Es überlebte, wie durch ein Wunder, ohne große Blessuren. Auf dessen höchstem Punkt angekommen, belohnte Huber seine Gäste mit einer unermesslichen Aussicht. „Wir fühlten uns unsterblich“, schwärmte er. 

Gerade noch einer riesigen Lawine entkommen, habe er die Expedition am tief verschneiten Latok3 abgeblasen und sei dankbar gewesen, am Leben zu sein. „Lebt euer Leben und versäumt nichts“, gab Huber, der auch in der Arktis und Südamerika schon auf mehreren Gipfeln stand, mit auf den Heimweg. Seine handsignierten Poster, CDs und Bücher fanden zahlreich neue Besitzer. Auch ein Selfie mit dem „Huberbua“ war kein Problem.
 

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