Bad Rippoldsau-Schapbach

Klösterle-Kindergarten Bad Rippoldsau wird 75 Jahre alt

Autor: 
Franz Schmid
Lesezeit 3 Minuten
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23. Juni 2018

Sein heutiges Aussehen erhielt der Klösterle-Kindergarten mit der Erweiterung in den 90er-Jahren. Gegründet wurde die Einrichtung aber bereits vor 75 Jahren. ©Franz Schmid

Eine Woche noch, dann wird im Oberen Wolftal gefeiert: Das Team des katholischen Kindergartens Bad Rippoldsau lädt für Samstag, 30. Juni, zur Feier des 75-jährigen Bestehens des Klösterle-Kindergartens ein.

Der katholiche Kindergarten in Bad Rippoldsau feiert am Samstag, 30. Juni, sein 75-jähriges Bestehen.

Die Anfänge des heutigen Kindergartens liegen in Zeiten des Zweiten Weltkriegs: 1943 erhielt Pfarrer Bernhard Zink vom damaligen Wolfacher Landrat ein Schreiben, dass in der Gemeinde der Wunsch nach einem sogenannten NSV-Kindergarten bestehe (Nationalsozialistische Volkswohlfahrt). Das Kindeswohl stand für diesen Impuls aber nicht im Mittelpunkt: Die Einrichtung einer Kindertagesstätte sei vordringliche Aufgabe, um den Arbeitseinsatz der Frauen in ausreichendem Maß zu gewährleisten, hieß es im Brief.

Raum im Pfarrhaus zum Start

Zunächst wurde seitens der Kirchengemeinde Bad Rippolds­au ein behelfsmäßiger Raum im Pfarrhaus zur Verfügung gestellt. Erschwerend für die Mütter war die Tatsache, dass der Weg zum Kindergarten für mehrere Kinder 30 bis 45 Minuten betrug. Durch die anstehende Arbeit der Mütter in der Landwirtschaft kamen die Frauen trotzdem in Zeitnot.

Ab Februar 1944 wurde die Franziskaner-Ordensschwester M. Antonetta mit der Leitung betraut. Geöffnet war damals nachmittags, und zunächst nur während der Sommermonate von April bis September. Als Kindergartenraum diente zunächst der Pfarrsaal.

Holzwald-Kinder erst 1971 zugelassen

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Mit dessen Erweiterung 1952 wurde auch ein Mehrzweckraum für einen eingruppigen Kindergarten geschaffen. Dem Drängen der Eltern vom Holzwald, dass auch ihre Kinder angemeldet werden können, wurde jedoch erst 1971 stattgegeben. Zunächst wurden nur die fünfjährigen Kinder zugelassen, was eine Gruppenstärke von 41 Kindern ergab.

Im Erdgeschoss der seit 1969 leerstehenden Holzwaldschule hat die Gemeinde Bad Rippolds­au der Kirchengemeinde einen »Übergangsraum« für die Einrichtung eines Kindergartens zur Verfügung gestellt. Am 1. Juli 1972 wurde der eingruppige Holzwaldkindergarten für 18 Kinder in Betrieb genommen, sodass alle Kinder vom Holzwald ab dem vierten Lebensjahr einen Platz erhielten. 

Um die Notlösung zu beenden, beschlosss der Stiftungsrat 1972 einen Neubau, als Anbau ans Pfarrhaus. Im Oktober 1973 wurde der zweigruppige Kindergarten mit einer kleinen Halle eingeweiht.

Der Forderung der Eltern auf einen Ganztagsbetrieb wollte sich die Kirchengemeinde nicht verschließen, doch dafür war mehr Fläche nötig. Die Planungsphase für die Erweiterung zog sich wegen des denkmalgeschützten Pfarrhauses sieben Jahre. Erst dem vierten Architekten gelang es, eine Baugenehmigung zu bekommen. Zu Beginn des Kindergartenjahrs 1996/97 gingen die für rund 425 000 Euro erweiterten Räume in Betrieb.

Nach 53 Jahren gingen die Schwestern

53 Jahre stellte der Franziskanerinnen-Orden die Kindergartenleitung. Mit der Auflösung der Schwesternstation 1996 musste »Kindergartenschwester Florentia«, mehr als 30 Jahre Leiterin und Urgestein des Klösterle-Kindergartens, die Gemeinde verlassen.

Aufgrund der abnehmenden Kinderzahlen im Ortsteil Bad Rippoldsau wurde der Kindergarten ab 2008 nur noch eingruppig geführt. Zum Jubiläum am 30. Juni besuchen 15 Kinder die Einrichtung. Drei Erzieherinnen kümmern sich um sie: Agnes Schmider, seit 22 Jahren Leiterin, Heidrun Armbruster und Margit Bächle. Stundenweise ist Eva Hoferer noch dabei. Ab September können auch Kinder unter drei Jahren aufgenommen werden – insgesamt maximal 22 Kinder.

Stichwort

Festprogramm

Mit einer Familienfestmesse in der Mater-Dolorosa-Kirche wird die Feier am 30. Juni um 14 Uhr begonnen. Danach folgt das Kindergartenfest im Pfarrgarten. Für Kinder gibt es Spiele und Vorführungen, Erwachsene haben die Möglichkeit zur Besichtigung des Kindergartens. Außerdem gibt es eine bildhafte »Zeitreise« durch die 75 Jahre des Kindergartens. Für Bewirtung ist gesorgt.

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