Schiltach

Konzert mit Cello und Orgel

Autor: 
Andreas Buchta
Lesezeit 2 Minuten
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10. November 2016

©Andreas BuchtaChristina Meißner begeisterte, neben Carmen Jauchs Orgelspiel, mit ihrem Cello am Sonntag in der evangelischen Stadtkirche.

Ein klangliches Fest feierten zwei großartige Instrumente, gespielt von beachtlichen Virtuosinnen ihres Fachs – vor einem sehr überschaubaren Publikum. Christina Meißner und Carmen Jauch begeisterten mit Viloncello und Orgel in der evangelischen Stadtkirche ihre Zuhörer.

Es waren musikalische Augenblicke der Gegenüberstellung barocker und mittelalterlicher Musik mit zeitgenössischen Kompositionen, ein Wechselbad der Stimmungen, wie sie dramatischer nicht hätten sein können. So präsentierten Christina Weißer aus Weimar mit dem Violoncello und Carmen Jauch, Kantorin in Alpirsbach, an der großen Heintz-Orgel ihr Konzert »Augenblicke im Gestern und Heute«.

Wundervolle Akustik für ebensolche Klänge

Bewundernswert waren allein schon die beiden Instrumente, die in der einzigartigen Akustik des wenig besetzten Kirchenraums einen wundervollen Klang ergaben: zum einen die schon bei unzähligen Konzerten bewunderte Heintz-Orgel mit ihren formvollendeten Registrierungen und zum anderen das in seinem vollendeten Klang unmittelbar auffallende Cello von 1760 aus der Leipziger Meisterwerkstatt von Christoph Friedrich Hunger. 

Kraftvoller Auftakt

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Das Konzert begann mit den kraftvollen Akkorden der »Fantasie g-Moll« von Johann Sebastian Bach an der Orgel. Diesem vollendeten Stück barocker Musik stellte die Cellistin das von ihr für Cello solo arrangierte Lied »Ma-am« der zeitgenössischen koreanischen Komponistin Younghi Pagh-Paan gegenüber: Exotisch anmutende Tonkaskaden, die sich in der Akustik des Raums wunderbar entfalteten. 

In Kontrast gesetzt

Einer frühbarocken Komposition Michelangelo Rossis wurde wiederum das zeitgenössische Werk »In Croce« der russischen Komponistin Sofia Gubaidulina gegenübergestellt, das mit seinen kraftvollen, verfremdeten Klängen alle Möglichkeiten des Cellos auszuloten schien. Dann nahm Christina Meißner mit ihrem Cello vor dem Altar Platz und spielte gemessene mittelalterliche Weisen: »O frondes virga« der Hildegard von Bingen – und, in wiederum gewaltigem Kontrast, aus deren Visionen von Sofia  Gubaidulina: Ein Stück, das hohe Ansprüche stellte, sowohl an die Cellistin als auch an die Zuhörer.

Anforderungen ans Gehör

Nach diesen Anforderungen ans Gehör gab es die Gelegenheit, sich zurückzulehnen und wohlproportionierter barocker Orgelmusik zu lauschen: Ein Capriccio von Joseph Marie Clément Ferdinand Dall’Abaco, ein majestätisches Klanggemälde, wie eigens für dieses Instrument geschaffen. Und wieder ein Gegenstück: »Fratres« des modernen estnischen Komponisten Arvo Pärt, bei dem das fantastisch aufeinander abgestimmte Spiel der beiden Instrumente geradewegs begeisterte. Mit einem Präludium und einer Fuge von Johann Sebastian Bach sowie Camille Saint-Saëns’ »Prière« und unter großem Beifall des kleinen Publikums endete ein wundervolles Orgel-Cello-Konzert.

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