Hausach

Kultusminister Stoch: "Dürfen kein Kind zurücklassen"

Autor: 
Andreas Buchta
Lesezeit 3 Minuten
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02. Oktober 2014

Kultusminister Andreas Stoch beim Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Hausach. ©Andreas Buchta

»Für mehr Chancengerechtigkeit im Bildungssystem – Kultusminister Andreas Stoch im Dialog« war die Veranstaltung überschrieben,
die gestern unter großer Publikumsbeteiligung in der Hausacher Stadthalle über die Bühne ging. Die Abgeordneten Sabine
Wölfle (SPD) und Sandra Boser (Grüne) hatten zu dieser bildungspolitischen Veranstaltung eingeladen.

Alle waren sie gekommen: Bürgermeister, Schulleiter, Lehrer, Gemeinderäte und besorgte Eltern, um sich über die aktuelle Bildungspolitik »direkt an der Quelle«, dem Kultusminister des Landes Baden-Württemberg, Andreas Stoch, zu informieren und auch kritische Fragen zu stellen. Bei der Fragerunde am Ende wurde der Minister entsprechend den Themen, die viele auf den Nägeln brennen, tüchtig ins Gebet genommen. Begrüßt wurden die vielen Gäste durch die Grünen-Abgeordnete Sandra Boser, die klarstellte, dass es sich bei den Veränderungen in der Schullandschaft um »kein grünes Projekt« handle; sie seien vielmehr dem demografischen Wandel und dem veränderten Schülerverhalten geschuldet. In Vertretung von Bürgermeister Manfred Wöhrle hieß Udo Prange die Gäste und die Politiker willkommen und verwies auf die Bedeutung Hausachs als Schulstadt mit ihren 2200 Schülern.

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»Bildungspolitik wird kritisch beäugt und muss sehr gut erklärt werden«, stellte Kultusminister Andreas Stoch fest und zeigte vier »Tatsachen, um die wir nicht herumkommen«: Da sei zum einen der demografische Wandel, der die Schülerzahlen von 1,6 Millionen im Jahr 2003 auf 1,4 Millionen heute zurückgehen ließ und sie weiter reduzieren werde. Zum Zweiten sei da die Qualität der Bildung; Studien hätten gezeigt, dass Baden-Württemberg im Ländervergleich hier nur an neunter Stelle liege. »Das wirft Fragen auf«, stellte er fest. Zum Dritten gehe es um Chancengerechtigkeit, wo doch bei uns der Bildungserfolg mit am stärksten von der sozialen Herkunft abhänge. Und schließlich komme man nicht um die Frage der Bezahlbarkeit von Bildung herum. Schule verändert sich Zum Glück seien die ursprünglich geplanten 11600 Stellenstreichungen im Bildungsbereich deutlich reduziert worden. Aber Bildung beginne nicht erst in der Schule; im frühkindlichen Bereich habe das Land den Durchbruch geschafft. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sei inzwischen gegeben. Die Ganztagsschule werde im Schulgesetz verankert. Im weiterführenden Bereich verändere sich die Schullandschaft total. Hier gebe es Verwerfungen zu Lasten der Haupt- und Werkrealschule.

Aber drei Viertel der Schulstandorte im ländlichen Bereich könnten in einem dreigliedrigen Schulsystem so nicht gehalten werden. Gewinner wären dabei die mittleren und großen Städte, der ländliche Bereich habe das Nachsehen. Er plädierte für zwei Säulen in der
Bildungslandschaft: das Gymnasium und eine integrierende Schulart, wie etwa die Gemeinschaftsschule. Auch die beruflichen Schulen seien ein wichtiges Glied in der Bildungslandschaft: »Jedes zweite Abitur wird nicht an einem Gymnasium abgelegt.« Auch die Weiterführung der Inklusion war dem Minister ein Anliegen; es sei dies eine besondere Herausforderung für die Schulen. Im kommenden Schuljahr werde die Sonderschulpflicht abgeschafft und das Wahlrecht eingeführt. »Alle diese Themen sind allzu lange liegen geblieben; wir müssen sie anpacken, ansonsten würden wir der Verantwortung gegenüber den Kindern nicht gerecht«, schloss der Kultusminister seinen Vortrag und stellte sich anschließend den Fragen aus dem Publikum.

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