Bad Rippoldsau-Schapbach, Oberwolfach und Bad Peterstal-Griesbach mischen mit

Landesweites Pilotprojekt: Digitalisierung ländlicher Raum

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11. November 2018

Den Auftakt zum Digitallabor in Bad Peterstal-Griesbach machten gestern (vorne von links): die Bürgermeister Matthias Bauernfeind, Meinrad Baumann und Bernhard Waidele; hinten von links: Steffen Braun (Fraunhofer), Axel Singer (Kur- und Tourismus GmbH), Jennifer Hurth, Ralph Bürk und Patrick Ruess. ©Simon Allgeier

Wie kann die Digitalisierung den Menschen im ländlichen Raum nutzen und welche Angebote können hierfür geschaffen werden? Diesen Fragen wollen die drei Gemeinden Bad Peterstal-Griesbach, Bad Rippoldsau-Schapbach und Oberwolfach in einem landesweiten Pilotprojekt nachgehen.

Das ist nach Ansicht von Meinrad Baumann weitaus mehr, als Glasfaserkabel bis ins letzte Haus zu verlegen: »Die Digitalisierung bietet dem Menschen die Verheißung größtmöglicher Freiheit, indem er in die Lage versetzt wird, über das Wissen, das er benötigt, frei zu verfügen.« Es waren philosophische Worte, die Bad Peterstal-Griesbachs Bürgermeister gestern Nachmittag zum Auftakt des »Digitallabors« sprach und die erahnen lassen sollten, welche gesellschaftliche Dimension das von den drei Gemeinden Bad Peterstal-Griesbach, Bad Rippoldsau-Schapbach und Oberwolfach in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut angestoßene Projekt für sich in Anspruch nimmt.

Als erstes von acht geplanten »Digitallaboren« wollen die drei Gemeinden Lösungen entwickeln, die den Menschen und Touristen im ländlichen Raum einen Alltagsnutzen bieten. »Nirgendwo ist Digitalisierung wichtiger als im ländlichen Raum«, betonte Ralph Bürk, Vorsitzender des Expertengremiums der Digitalakademie.

Auftakt zu zwei Jahren Dauer ist "Kreativveranstaltung"

Dort könne die Infrastruktur mit Blick auf die ärztliche Versorgung und Mobilität durch die Digitalisierung gestärkt werden. Die in dem zwei Jahren dauernden Pilotprojekt zu bearbeitenden Themen sollen in einer zweitägigen »Kreativveranstaltung« am 25. und 26. Januar in Bad Peterstal-Griesbach gemeinsam mit der Bevölkerung erarbeitet werden und sich »an der örtlichen Lebenswirklichkeit« orientieren. 

Bürgermeister sind Paten des Projekts

Drei Themenschwerpunkte der Digitalisierung, die von den Bürgermeistern als »Paten« betreut werden, sind bereits klar umrissen.

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Oberwolfachs Bürgermeister Matthias Bauernfeind will sich der Mobilität und dem Tourismus widmen. »Wir wollen weg vom Individualverkehr, aber der Ausbau des ÖPNV ist schwierig und scheitert oft an finanziellen Möglichkeiten«, erklärte er. Es müsse darum gehen, bestehende Möglichkeiten zu vernetzen und zu optimieren. Als Beispiel nannte er das in Oberwolfach eingeführte »Mitfahrbänkle«, das im Zuge der Digitalisierung ins 21. Jahrhundert transferiert werden könnte.

»Forstwirtschaft und Tourismus« will sich Bad Rippoldsau-Schapbachs Bürgermeister Bernhard Waidele vornehmen. Hier könne es darum gehen, über gesperrte Wege zu informieren.

Bad Peterstal-Griesbachs Kur- und Tourismus-GmbH-Geschäftsführer Axel Singer wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die neuen digitalen Plattformen, die von Bürk auch als »digitale Heimat« bezeichnet werden, nicht an den Gemarkungsgrenzen Halt machen dürfen. Ziel müsse es sein, entsprechende Plattformen am besten deutschlandweit anzubieten, damit sie genutzt werden. 

»Geld ist genug da«

Geld für den Aufbau der entsprechenden Plattformen werde »in den kommenden Jahren genug da sein«, betonte Bürk. Es gehe darum, mit Plattformen Verbindungen zu schaffen, die es bisher noch nicht gibt. Als Beispiel nannte er Portale, mit denen Wanderungen geplant werden können. Antworten darauf, wie man mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Startpunkt kommt und vom Zielort wieder zurück, lieferten diese nicht.

Durch die wissenschaftliche Begleitung des Digitallabors durch das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation erhöhe sich die Wahrscheinlichkeit, dass Projekte auch finanziell gefördert werden.

»Kommunikation und Bildung« hat sich Bad Peterstal-Griesbachs Bürgermeister Meinrad Baumann als Pate vorgenommen. Kinder im ländlichen Raum hätten weitere und längere Wege zurückzulegen als in der Stadt, umso wichtiger sei es, digitale Möglichkeiten zu nutzen.

Stichwort

Nationalpark als Impulsgeber

Die drei Gemeinden Bad Peterstal-Griesbach, Bad Rippoldsau-Schapbach und Oberwolfach eint nicht nur eine ähnliche Struktur mit einer geringen Einwohnerzahl in Bezug auf die Fläche sowie die topographische Lage im Schwarzwald. Sie bilden auch ein Cluster in der Nationalparkregion. Die Digitalisierung aus touristischer Sicht habe den Ausschlag für die Zusammenarbeit im »Digitallabor« gegeben, erläuterte Oberwolfachs Bürgermeister Matthias Bauernfeind. 
Den »Nationalpark vor der Haustür« bezeichnete Bad Peterstal-Griesbachs Bürgermeister Meinrad Baumann als Glücksfall, der das Digitallabor ermöglicht habe. 

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