Gutach

Landtagskandidat Matthias Kappis stellt sich in Gutach vor

Autor: 
Petra Epting
Lesezeit 3 Minuten
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02. März 2016

Der Kampf um den Nachwuchs bei den Handwerkern und die Gewinnung von Ärzten für das Land waren unter anderem Thema bei der Vorstellung von FDP-Landtagskandidat Matthias Kappis. ©Petra Epting

Die Bildungspolitik, fehlende Handwerker und Ärzte im Ländlichen Raum waren nur einige der Diskussionspunkte im Café Dorfbeck in Gutach, wo am Montagabend eine kleine Runde engagiert diskutierte.

Der Straßenwahlkampf fordere jetzt gegen Ende doch seinen Tribut, entschuldigte sich FDP-Landtagskandidat Matthias Kappis am Montagabend im Café Dorfbeck für seine angeschlagene Stimme. Mit zwei Ortsverbänden in einem lang gezogenen Wahlkreis habe man mit einem kleinen Team einiges zu bewältigen.

Guter Stimmung war der Landtagskandidat aber trotzdem: Denn die gebe es in der FDP selber, und auch von der Bevölkerung sei der Zuspruch da. »Viele meinen, dass wir fehlen«, fügte er hinzu. Matthias Kappis glaubt fest an acht Prozent plus x. Manchmal werde er dafür belächelt, doch die Tendenz sei steigend. »Bevor Sie rechts wählen, lieber ein Kreuz für die FDP machen«.

Fünf Ziele umriss der Bauingenieur mit eigener Firma bei seiner Vorstellung: Kontrollierte Zuwanderung, intelligente Bildungspolitik, zielgerichtete Arbeitsmarktpolitik, ausgeglichener Finanzhaushalt und eine zukunftsfähige Infrastruktur. Besonders letztere liege im ländlichen Raum im Argen und sei doch so wichtig für Neuansiedlungen. Für den Verkehrsausbau sei zu lange nichts getan worden. Auch müssten endlich Schulden abgebaut werden. »Wir können das besser als nur eine schwarze Null«.

Beim Mindestlohn stimmen nach der Meinung von Matthias Kappis die Prioritäten nicht, weil bei der Dokumentation ein immenser Aufwand betrieben werden muss.Klarheit und Verlässlichkeit fordert der Landtagskandidat bei der Asylpolitik. Es müsse geklärt werden, was sei, wenn wieder Frieden herrsche. Menschen in den benötigten Berufen dürfen bleiben, ist für ihn eine Lösung. Er sei außerdem kein Feind der Gemeinschaftsschule, aber man dürfe nicht eine Schulart auf Kosten anderer bevorzugen, deshalb fordert er, die »Schul-Vielfalt weiter zu erhalten«.

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Und zu noch einer Aussage bekannte sich der FDP-Landtagskandidat überraschend deutlich: Er kenne sich nicht auf allen Gebieten gleich gut aus, das sei schlicht unmöglich. Deshalb gebe er manches Mal lieber diese ehrliche Antwort und verspreche, sich in einer Sache weiter zu informieren und dran zu bleiben.

Handwerker-Notstand

»Dorfbeck« Karl-Heinz Wöhrle sprach in der Fragerunde den eklatanten Notstand bei den Handwerkern an. »Wir können nicht so viele Akademiker brauchen. Die Regierung muss sich umstellen. Wir sind die Basis, und ohne uns ist das eine bedrohliche Entwicklung«. Dass ein Ingenieur mehr gelte als ein Handwerker, sei einfach nur Mist, so der Tenor. Das Dilemma wird wiederum bei den Eltern gesehen, die häufig nur auf hohe Schulabschlüsse setzen. »Viele junge Menschen gehen überdies raus und kommen nicht mehr zurück in den ländlichen Raum«. Niemand wolle das hören, beklagte Zimmerermeister Fritz Kaspar die Disziplinlosigkeit bei den Jugendlichen, was andere so aber nicht stehen lassen wollten. 

Thematisiert wurde ferner der Kampf um einen Kinderarzt für Gutach. »Die Kassenärztliche Vereinigung halte es nicht für nötig, sich am Bedarf zu orientieren, das ist eine Katastrophe«, sagte Hans-Jürgen Schneider, Vorsitzender des FDP-Ortsverbands Oberes Kinzigtal/Gutachtal. Auch mache aus wirtschaftlichen Gründen für viele  Ärzte eine Zweitpraxis einfach keinen Sinn.
 

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