Schiltach

Lars Käsemann beim internationalen Team "Humedica"

Martina Baumgartner
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14. Februar 2016

Manche Urlaube des Schiltacher Arztes Lars Käsemann haben nichts mit Erholung zu tun: Im Einsatz einer internationalen Hilfsorganisation hilft er Menschen in Not. ©Martina Baumgartner

In dieser Woche am »Welttag der Kranken« wurde aller von Krankheit Heimgesuchten und ihrer Helfer gedacht. Die internationale Hilfsorganisation »Humedica« leistet medizinische Versorgung. Zu dessen Ärzteteam gehört der Schiltacher Lars Käsemann.

Herr Käsemann, Sie gehören zu den Helfern derer, an die am »Tag der Kranken« gedacht wird. Sie praktizieren nicht nur in Schiltach, oder?
Lars Käsemann: In Schiltach habe ich meine Praxis. Doch seit 2006 bin ich auch im Einsatz des Ärzteteams der internationalen Hilfsorganisation »Humedica« im Einsatz.
Wo?
Käsemann: Zuletzt war ich für drei Wochen in Äthiopien. Davor in 2006 zwei Wochen im Kosovo und bei einem dreiwöchigen Katastropheneinsatz auf den Philippinen im Jahr 2009.
Schließen Sie in dieser Zeit Ihre Schiltacher Praxis ab?
Käsemann: Ich mache das in meinem Urlaub. Es muss alles irgendwie passen, damit ich im »Humedica«-Einsatz arbeiten kann.
Was treibt Sie an, weltweit zu helfen?
Käsemann: Ich habe etwas gelernt, mit dem ich Menschen in Not versorgen kann. Das kann nicht jeder, und deshalb ist es für mich eine Verpflichtung.
Ehrenamtlich?
Käsemann: In meinem Medizinerherzen schlagen zwei Herzen: Einerseits würde ich gern praktizieren und die Patienten geben beim Rausgehen, was ihnen meine Hilfe wert ist. Andererseits muss ich ein verlässliches Auskommen haben und mich deshalb dem System unseres Gesundheitswesen fügen. 
Ist ein Einsatz beispielsweise in Äthiopien ein Abenteuer für sie?
Käsemann: Nicht, als ich dort war. Wenn ich Fotos davon betrachte, mutet die Umgebung, in der sich das Team bewegt hat, und was wir gemacht haben, schon so an.
Was haben Sie dort hauptsächlich gemacht? 
Käsemann: »Humedica« hat neben Katastropheneinsätzen auch langfristige Projekte. In Äthiopien ist das eine regelmäßige medizinische Grundversorgung des »Kara-Volksstamms« – ein indigenes Volk, das heute noch rund 1000 Menschen zählt, unter einfachsten Bedingungen fernab der Zivilisation lebt und vom Aussterben bedroht ist. 
Was machen Sie da genau? 
Käsemann: Die Menschen sterben dort hauptsächlich an Malaria und Wurminfektionen. Das behandeln wir mit Medikamenten. Wir Ärzte haben auch schon Theater gespielt und gezeigt, wie positiv sich Hygiene auf die Gesundheit auswirkt. Der Volksstamm wohnt in Gruppen und nicht zentral, sodass wir vom Basislager auch dorthin gehen. 
Mit dem Jeep?
Käsemann: Jeder Helfer einen privaten Rucksack mit nur zehn Kilogramm Inhalt dabei – wir laufen also auch. Einmal sind wir mit dem Schlauchboot auf dem »Omo« gefahren, der von hungrigen Krokodilen wimmelt – übrigens eine weitere Todesursache der »Kara«, die auch vom Fischfang leben.
Belasten Sie die Lebensumstände der Menschen in Äthiopien?
Käsemann: Bei uns geht es in der Medizin hauptsächlich darum, gesund alt zu werden. In Äthiopien geht es ums Überleben. Klar belastet das. 
Haben Sie das erlebt?
Käsemann: Einmal haben wir mit einem regionalen Transportunternehmen ein schwer malariakrankes Kind ins Krankenhaus fliegen lassen – der Pilot war übrigens ein Schramberger. Doch eine teure Einzelfallbehandlung geht zulasten vieler Hilfsbedürftiger.
Haben Sie etwas bewirkt in Äthiopien?
Käsemann: Sicher. Bisher konnten wir dafür sorgen, dass dieses ursprüngliche Volk der »Kara« noch nicht ausgestorben ist.

Info

"Humedica"

Die internationale Hilfsorganisation leistet seit 1979 weltweit humanitäre Hilfe mit Schwerpunkt auf Katastropheneinsätzen und medizinischer Versorgung. Sie versteht sich selbst als christlich-überkonfessionelles Werk, das sich dem Gedanken der Nächstenliebe verpflichtet fühlt. Ziel der Arbeit ist es, Menschen in Notsituationen ungeachtet ihres religiösen, ethnischen oder ­politischen Hintergrundes mit konkreter Hilfe zur Seite zu stehen.

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