Kinzigtal

Lebendige Bachkantate zum Abschied

Autor: 
Claudia Ramsteiner
Lesezeit 3 Minuten
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16. Juli 2007
Eine sehr gute Chorleistung, exzellente Instrumentalisten und sensible Soli prägten den Kantatengottesdienst gestern in der evangelischen Kirche in Schiltach und zum Abschied von Pfarrer Rolf Berger in der Gutacher Dorfkirche.
Schiltach/Gutach. Mit einem jubelnden Orchester, das unter der Leitung von Detlev Zeller trotz der »zusammengewürfelten« Instrumentalisten aus dem ganzen Tal einen wunderbar geschlossenen Eindruck machte, begann gestern der Kantatengottesdienst, den der evangelische Kirchenchor Gutach und die Schiltacher Kantorei dem scheidenden Gutacher Pfarrer Rolf Berger zum Abschied schenkten. Am Vormittag wurde die Kantate bereits in der Schiltacher Kirche aufgeführt. Detlev Zeller wählte die letzte der drei Kantaten, mit denen Johann Sebastian Bach das Gedicht von Samuel Rodigast vertont hatte – die einzige übrigens, in der alle sechs Strophen verarbeitet sind. Der Text des Anfangschorals zieht sich dabei durch alle sechs Strophen, ohne sich musikalisch zu wiederholen oder die Liedmelodie langweilig werden zu lassen. Dass der Sopran im Chor besonders hell und klar klingt, liegt vermutlich an den sieben Mädchen von Zellers Schiltacher Kinderchor, die die recht einfache Melodie mitsingen dürfen. »Das ist was ganz Anderes als im Kinderchor, aber es macht großen Spaß«, verrät die neunjährige Ronja zwischen Einsingen und Beginn. »Er wird mich nicht betrügen«, singen Klaus Haas (Tenor) und Yvonne Bramowski (Alt) in einem anrührenden Duett – der reine Tenor und die warme Altstimme passen sehr gut zueinander. Dass dieses Solo einen riesigen Atem und die sichere Beherrschung der Koloratur verlangt, ist nicht zu spüren. »Er wird mich wohl bedenken«, folgt das Solo von Regine Barth-Bessei mit vollem, klaren Sopran, begleitet von leichten, spielerisch klingenden Läufen der Querflöte. Heike Thoma spielt das vermutlich anspruchsvollste aller Flötenobligati Bachs, als ob dies die leichteste Sache der Welt wäre. Es folgt eine muntere Bass-Arie mit der wohltönende Stimme von Jürgen Bärmann: »Er ist mein Licht, mein Leben«, mit kecken Synkopierungen begleitet und eine lyrische, trostreiche Arie für Alt und Oboe (Matthias Rabe): »Weil doch zuletzt ich werd’ ergötzt mit süßem Trost im Herzen, da weichen alle Schmerzen«. Mit Hörnern und Pauken singt der Chor noch einmal mit »voller Power« den sechsten Vers, um nach dem Gemeindelied »Nun danket alle Gott« und dem Segen noch einmal den Eingangschor zu wiederholen. Dankbarer Beifall belohnte die Solisten, die Chöre und die Instrumentalisten, die allesamt unter der Leitung von Detlev Zeller eine sehr reife Leistung erbracht haben. Der pensionierte Gutacher Pfarrer Friedrich Weis hielt die Predigt im Schiltacher Gottesdienst, in Gutach mühte sich Pfarrer Rolf Berger trotz der jüngsten Beinoperation mit Krücken auf die Kanzel. Sein Abschied von der Gutacher Gemeinde wird am Sonntag, 22. Juli, gefeiert. Pfarrer Berger hat seinen Wohnsitz mit seiner Frau Sigrid bereits in Ortenberg, er ist bis zum offiziellen Ende seiner Amtszeit noch krank geschrieben. Sein Nachfolger Mirko Diepen, der seinen Dienst am 1. September antreten wird, verfolgte gestern den Kantatengottesdienst ebenfalls und in den Bänken saß außerdem Zellers Vorgänger Bernd Boje mit seiner Frau Irma.

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