Schenkenzell: Bürgermeister informiert sich zum Fachkräftemangel im Ort

Lebensqualität wird auch durch Angebot vor Ort bestimmt

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12. Oktober 2018

Bürgermeister Bernd Heinzelmann und Chef der Metzgerei Michael Gorenflo sprechen über das Handwerk und dessen Stellenwert in der Gesellschaft. ©Martina Baumgartner

Dass die Lebensqualität in Schenkenzell gut ist, sei auch den Gewerbe- und Handwerksbetrieben vor Ort zu verdanken. »Dazu gehört auch die Metzgerei Gorenflo«, stellte Bürgermeister Bernd Heinzelmann am Mittwochnachmittag im Schenkenzeller Landengeschäft fest. Er unterhielt sich vor Ort mit Michael Gorenflo, der gemeinsam mit seinem Bruder Martin die Gorenflo Metzgerei und Feinkost GmbH mit Hauptsitz in Wolfach betreibt.

Rund 20 Mitarbeiter beschäftigen die Brüder Martin und Michael Gorenflo in ihrem Metzgerei- und Feinkostunternehmen, davon sind drei in Schenkenzell. 

Doch einfach sei es nicht Fachkräfte im ländlichen Raum zu finden, so Gorenflo. Seit einem Vierteljahr sucht er Auszubildende und Ausgebildete für die Bereiche Verkauf und Produktion. Weil das Unternehmen nicht genügend Mitarbeiter hätte, müsse es auch schon mal in den sauren Apfel beißen und einzelne Aufträge ablehnen, informiert der Chef.

Im Sommer hatte er das Schenkenzeller Ladengeschäft für eine Woche lang schließen müssen, weil zwei Vollzeitverkäuferinnen gleichzeitig erkrankten. Würde er auf lange Sicht kein weiteres Personal finden, müsse er die Öffnungszeiten in Schenkenzell überdenken, so Goreflo.

"Der Titel eines Handwerksmeister ist ebenso viel wert wir der eines Akademikers"

Er wünscht sich, dass sich mehr junge Leute für eine Ausbildung im Handwerk statt für eine an der Universität entscheiden würden. »Der Titel eines Handwerksmeisters ist ebenso viel wert wie der eines Akademikers«, und weist darauf hin, dass der Verdienst eines Handwerkers ebenfalls gut sein kann.

Auch Bürgermeister Bernd Heinzelmann weiß, dass bereits in den Schulen umgedacht werden müsse: »Die Verknappung von Fachkräften wird sich empfindlich im Preis von Leistungen niederschlagen«, glaubt er.

Rezept gegen die Konkurrenz ist das Vertrauen der Kunden

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Vor der Konkurrenz der großen Lebensmittelmärkte hätte er weniger Angst: »Wir müssen das Vertrauen unserer Kunden in uns und unserer Waren gewinnen und halten«, sagt er und erklärt, dass das die Gorenflo GmbH im Offenburger Schlachthof schlachten ließe und darauf achte, dass die Tiere ausschließlich aus der Region um Offenburg kämen.

Verarbeitet würden die Schlachtteile in den Produktionsräumen der Wolfacher Metzgerei. »Wir garantieren Frische sowie Qualität und sind bekannt für unsere Wurstwaren, darunter acht hausgemachte Salamisorten,  und kunstvollen Pasteten«, sagt er stolz. Auch dafür ist das Geschäft zuletzt 2015 vom Magazin »Feinschmecker« ausgezeichnet worden.

Betrieb ist seit 1965 in Familienhand

Siegfried Gorenflo hatte den Betrieb 1965 in Baiersbronn gegründet. 1967 übernahm er eine Metzgerei in der Wolfacher Vorstadtstraße und entschied sich 1981 eine Verkaufsfiliale des Wolfacher Geschäfts in das Elternwohnhaus in Schenkenzell einzubauen. 

Brüder investieren

1997 übernahmen die beiden Brüder Bankkaufmann Michael Gorenflo sowie Fleischermeister und Lebensmitteltechniker Martin Gorenflo das Ruder. Sie verteilten die Aufgaben auf mehrer Schultern und investierten in einen Umbau. 2015 wurde in Schenkenzell nochmals renoviert. 

»Wir glauben an den Standort Schenkenzell und sehen dort gutes Potential für unser Unternehmen«, so der gebürtige Schenkenzeller, der bereits im Kindesalter hinter dem Verkaufstresen seiner Eltern stand. Einen Generationenwechsel an der Spitze sehen die Gorenflo-Brüder jedoch nicht, denn bisher ist ein Nachfolger nicht in Sichtweite.

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