Gutach

Manfred Moser gründete 1975 die Gutacher Dorfsportwoche

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18. Juni 2019

Manfred Moser mit seinen Schiedsrichterutensilien und vor dem Ehrenwimpel des südbadischen Handballverbands, für den er viele Jahre Spiele der Regionalliga pfiff. ©Claudia Ramsteiner

Am Donnerstag wird um 11 Uhr das Handballturnier zur 45. Dorfsportwoche des TuS Gutach angepfiffen. Der Gründer dieses Turniers ist Manfred Moser, der auch heute noch, mit 81 Jahren, als Schiedsrichter auf dem Platz steht.

Sie entstand aus einer Bierlaune heraus, die Dorfsportwoche des TuS Gutach, die längst zu einem der größten sportlichen und gesellschaftlichen Ereignisse der Region gehört. Die Erste Mannschaft saß vor 45 Jahren auf der Heimreise von einem Spiel beim Bier zusammen, als der Gedanke aufkam: So ein Handballturnier wie die Hornberger könnten wir doch auch machen.

Manfred Moser versprach spontan: »Ich mach’ das« und rannte bei den damaligen Vorsitzenden Kurt Grimm und Friedrich Brüstle offene Türen ein. Sämtliche Gutacher Vereine und die Firmen wurden angeschrieben, und es meldeten sich zum ersten Turnier bereits acht Mannschaften: In zwei Gruppen »Jeder gegen Jeden« wurden die Finalteilnehmer ausgespielt, erster Dorfmeister war die Firma Wöhrle. 

Mit Getränken am Biertisch fing's an

»Wir haben vor der Schule einen Biertisch aufgebaut und Getränke verkauft – so hat er angefangen«, erinnert sich Manfred Moser. Beim dritten Mal gab es erstmals auch etwas zum Essen dazu – die Brezeln seien ganz schnell vergriffen gewesen. Als das Malergeschäft Grimm seine Baugerüste zur Verfügung stellte, um ein Zelt aufzubauen, florierte der Wirtschaftsbetrieb.

Auf dem alten Sandplatz war man allerdings immer noch der Witterung ausgesetzt. »Heute geht man bei Regen in die Halle, damals spielten die Mannschaften im Dreck weiter. Und bei trockenem Wetter musste der Platz immer wieder gespritzt werden.« Auch der finanzielle Erfolg sei vor allem vom Wetter abhängig gewesen.

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Ein wichtiger Einschnitt für Manfred Moser war, als auch Mannschaften von Hausach bis Triberg am Gutacher Turnier teilnehmen wollten und einige Gutacher aufbegehrten: »Du hast gesagt, du willst was für die Gutacher machen, das soll auch so bleiben!« Die Frage kam vor den Vorstand, und der habe damals einstimmig entschieden: »Wir sind offen, nach Gutach können alle kommen.«

Wichtige Weichenstellung

Das war eine wichtige Weichenstellung für die Zukunft des Turniers. Auch zu Manfred Mosers Zeit traten hier schon 18 Mannschaften an, um den Dorfmeister auszuspielen.  Auch die Damen kamen dazu. »Der Radsportverein war damals sehr stark, der nahm den Pokal öfter für die Damen- und für die Herrenmannschaft mit heim«, so Moser.

Aber es blieb dennoch erst einmal »nur« ein Handballturnier. »So groß, wie die Dorfsportwoche heute geworden ist, hätten wir uns das damals nicht vorstellen können«, sagt der heute 81-Jährige. So etwa 20-mal hatte er das Turnier geleitet, so genau weiß er das heute nicht mehr. Das Rathaus habe immer große Unterstützung geleistet und seine handgeschriebenen Spielpläne gedruckt. Als Martin Heinzmann den Vorsitz übernommen hatte, sei die Dorfsportwoche immer mehr gewachsen »und wird heute professionell aufgezogen«. 

Manfred Moser ist immer noch dabei

Immerhin sind in diesem Jahr 37 Teams auf dem Feld, und in Gutach herrscht eine knappe Woche lang Ausnahmezustand mit einem Festprogramm für alle Generationen. Manfred Moser ist immer noch dabei. Der einstige aktive Spieler und Handball-Abteilungsleiter, der als Schiedsrichter in der Regionalliga Süd in ganz Süddeutschland herumgereist ist, steht bei der Dorfsportwoche heute noch auf dem Platz und pfeift die Schülerspiele. Und er freut sich, dass immer noch der Spaß im Vordergrund steht, und dass auch sein Enkel mitspielt.

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