Hausach

Manfred Poor zeigt "das Barocke in der Natur"

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01. Juli 2020

Manfred Poor mit einem Bild seines Fotoprojekts „Transforming paradise“ über das Werden und Vergehen in der Natur. Viele weitere sind bis 13. August bei einem Schaufensterbummel durch Hausach zu entdecken. ©Claudia Ramsteiner

Nicht nur die Literaturfahnen künden augenscheinlich vom Beginn des Literaturfestivals Hausacher Leselenz. Nun ist auch die Schaufenstergalerie des Wiener Fotografen Manfred Poor aufgebaut.

„In meiner Fotografie versuche ich, mich dem Wesentlichen anzunähern: eine Landschaft in ihrer Natürlichkeit einzufangen, eine Stadt in ihrem Eigenleben, die Menschen in ihrer Essenz, die Seele heißt. Mehr und mehr suche ich in meiner Arbeit das Abstrakte, das, was dem Betrachter Raum zur Eigeninterpretation eröffnet“, schreibt der Wiener Fotograf Manfred Poor über sich und seine Arbeit. 

Hausacher Leselenz – das bedeutet Jahr für Jahr auch intensive Netzwerkarbeit. Die Lebensgefährtin von Manfred Poor ist Isabella Feimer, die im vergangenen Jahr von Michael Stavaric zur Manuskriptlesung in den Rathaussaal geholt wurde. Und in diesem Jahr gibt es nun eine Schaufenstergalerie des Fotografen zu sehen, die Hausach zur Leselenzzeit nicht nur literarisch, sondern auch künstlerisch aufwertet.

Auch bei Welzel und Burkhardt

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Manfred Poors künstlerisches Schaffen umfasst grafische Arbeiten zu Kunst- und Theaterprojekten, fotografische Serien sowie Kuratorentätigkeit für Kunstprojekte. Er ist außerdem Gründungsmitglied des Kunst- und Kulturvereins „start4art“ in Wien.
In den Schaufenstern zwischen Futterbox und Fahrradstehle im Westen und der Apotheke Zur Eiche im Osten sind Werke aus seinem jüngsten Fotoprojekt „Transforming paradise“ zu sehen. In dem Fotoprojekt über das Werden und Vergehen in der Natur werden „Naturbetrachtungen umgestaltet und in eine künstliche Rahmung gesetzt, die ihre Essenz zum Vorschein bringt“, heißt es im Katalog zum Projekt. Er macht darin das Barocke der Natur, ihre Überladenheit und ihr Fantastisches im Sinne eines Magischen Realismus sichtbar.

Grundlagen der Komposition sind gesammelte Fundstücke und Originalfotos aus Europa und vom amerikanischen Kontinent. Die Koordinaten als Bildtitel beziehen sich auf den Fundort des Hauptmotivs. Manfred Poor, der für diese Fotografien weit gereist ist, sieht sie als eine „Konstante in einer  sich stets verändernden Welt“. 

Die Bilder werden vertieft durch lyrische und prosaische Textbeiträge deutscher Autorinnen und Autoren, die sich von den Bildern inspirieren ließen. Zum Teil sind die Texte in den Schaufenstern mit ausgestellt, leider nicht bei allen. 
Großformatige Bilder aus dem Projekt „And i used to look at the sky“ gibt es zudem bei Korb Welzel und in der Gärtnerei Burkhardt zu sehen. Beide Firmen waren bisher immer Austragungsort einer Leselenz-Lesung. Da diese wegen  der Corona-Pandemie nicht stattfinden können, werden sie nun so in das Leselenz-Geschehen mit einbezogen.

Mit viel Herzblut
Nicht nur die Netzwerke sind wichtig für dieses Literaturfestival, der Hausacher Leselenz lebt auch von den vielen ehrenamtlichen Helfern, die sich mit viel Herzblut engagieren und zum Teil auch die Organisation für einzelne Veranstaltungsteile übernommen haben.
So zeichnet sich Christiane Agüera Oliver verantwortlich für die Schaufenstergalerie, die in diesem Jahr 60 Exponate in 26 Schaufenstern zeigt. Sie besucht alle Geschäfte vorher und stellt die Schaufensterausstellung vor. Diese Vorbereitung nehme etwa drei Tage in Anspruch. 
Absagen bekommt sie in der Regel keine, „auch dieses Jahr machen alle machen wieder mit“, sagt sie. Neu sei außer Korb Welzel und Blumen Burkhardt die Futterbox. Auch in den Leerständen entlang der Hauptstraße in den ehemaligen Schaufenstern von Hut Lehmann, Schuh Oberle und Herrenfriseur Litsche sind Poors Fotografien ausgestellt. 
„Einige äußern auch gleich Wünsche, welche Exponate sie in ihrem Fenster  haben möchten und wie viele. Andere lassen sich überraschen“, erzählt Christiane Agüera Oliver. Sioe erstellt dann einen Plan, in welcher Reihenfolge dekoriert wird. Der Aufbau nimmt wieder zwei bis drei Tage in Anspruch. Derzeit gebe es bei einigen Geschäften wegen Corona geänderte Geschäftszeiten, einige Geschäftsinhaber wollen auch eine genaue Uhrzeit vereinbaren. 
Erschwerte Bedingungen
Manche dekorieren ihre Schaufenster mit den Exponaten selbst, dort geben wir die Bilder nur ab, bei anderen übernehmen dies Christiane Agüera Oliver und Manfred Pooer selbst. In jedem Schaufenster stehen die Bilder in einem ganz anderen Umfeld. „Auch die, die es selbst machen, geben sich immer besondere Mühe und es sieht überall richtig toll aus“, findet die „Galeristin“. Erschwert werde die Aktion diesmal allerdings durch die Corona-Verordnung. Die beiden können gar nicht mehr zählen, wie oft sie täglich ihren Mundschutz an- und aufsetzen und ihre Hände desinfizieren. 
 

Stichwort

Eröffnung am Freitag

Morgen, Freitag, beginnt um 21 Uhr mit der Eröffnungsveranstaltung der 23. Hausacher Leselenz. Das Literaturfestival Leselenz 2.0 läuft coronabedingt etwas anders ab als bisher. Gestartet wird mit der Romanpremiere „Doppelte Spur“ von Ilija Trojanow, die aus der Stadthalle heraus übertragen wird. Dabei sein kann man mit dem Auto im „Literatourkino“ auf dem ehemaligen Badenwerksareal in der Inselstraße. Den Ton bekommt man hier aber nur übers Autoradio. Auf der Frequenz 102,9 Mhz (oder Suchlauf einstellen, bis der Sendeplatz „Autokino“ erscheint) ist die Übertragung in den Radios in ganz Hausach hörbar. Die Leselenz- und Trojanow-Fans der restlichen Welt können die Veranstaltung auf der Facebookseite „facebook.com/leselenz“ hören und sehen.

mpoor1.wixsite.com

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