Hausach

Maria Spinner ist der ruhende Pol der Metzgerei Decker

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12. August 2019

Maria Spinner hat bei der Metzgerei Decker in Hausach Metzgereifachverkäuferin gelernt und ist ihr nun schon 40 Jahre treu geblieben. ©Claudia Ramsteiner

Als Maria Spinner ihre Lehre zur Metzgereifachverkäuferin in der Metzgerei Decker begann, kam ihr jetziger Chef gerade in die Schule. Jetzt spielt schon die vierte Generation im Laufstall in der Küche.

Verkäuferin zu werden, das konnte sich Maria Spinner – damals hieß sie noch Schmider –, die auf dem Limbacherhof im Hauserbach aufwuchs, schon vorstellen. Dass es nun Metzgereiverkäuferin wurde, das war eher dem Zufall geschuldet. Wie es damals oft war: »Miner Vadder hät siner Vadder troffe, un seller hed gfrogt, ob si Maidli eigentlich schu ä Lehrstell hät«. 
Maria Spinner ging auf den Vorschlag ihrer Eltern ein, verdiente schon vor der Schulentlassung samstags bei der Metzgerei Decker ihr Taschengeld – noch in der damaligen Filiale im Lebensmittelmarkt Sum im Hegerfeld, und begann am 1. August 1979 ihre Ausbildung. Bereut hat sie es nie. 

»Maria liefert überall eine top Arbeit ab«

»Aufschnittplatten und Geschenke richten«, antwortet sie spontan auf die Frage, was sie an ihrem Beruf besonders liebt. Aber dann schiebt sie gleich hinterher: »Auch Kunden bedienen, eigentlich alles«. Und das ist es, was ihr Chef Jürgen Decker ganz besonders an ihr schätzt: »Ganz gleich, in welchen Bereichen, ob im Laden, beim Partyservice, beim Geschenke richten, Maria liefert überall eine top Arbeit ab.« Sie arbeite immer ruhig und besonnen, »wenn alle hektisch werden, bleibt sie der ruhig Pol«, so Decker.

Längst hat Maria Spinner das Tal, den Hof und den Namen gewechselt, die Arbeitsstelle nicht. Arbeitete sie früher Vollzeit, so war sie, während ihre drei Kinder klein waren, geringfügig beschäftigt und danach halbtags. Es konnte schon auch mal sein, dass sie ein Kind in der Babywippe mit zur Arbeit brachte, wenn ihre Anwesenheit gerade dringend erforderlich war.

Vierte Generation

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So, wie sie derzeit auch die vierte Generation ihrer Arbeitgeber aufwachsen sieht. Rolf Decker und seine Frau Anna, die sie damals eingestellt hatten, leben nicht mehr. Jürgen und Armin Decker, ihre jetzigen Chefs, waren damals noch kleine Buben. Und seit einem Dreivierteljahr ist Jürgen Decker Opa, sein Enkel spielt in der Küche, wenn dessen Mutter gerade zum Spülen gebraucht wird, und Maria Spinner sieht gerade die vierte Generation aufwachsen.

»In solch kleinen Betrieben wie wir sind Leute wie Maria nicht nur Mitarbeiter, sondern auch ein Stück weit Familienmitglieder«, sagt Jürgen Decker. Sie sei in den vier Jahrzehnten immer loyal der Familie gegenüber gewesen. Von den 20 Mitarbeitern der Metzgerei Decker, die im Volksmund noch immer »Eichemetzger« genannt wird, gehören ein Viertel »richtig« zur Familie: Armin und Jürgen Decker sowie ihre Kinder Alesha, Cedrik und Denise. Neben dem Hauptgeschäft in Hausach gibt es noch die Filialen in Schiltach und seit dem 1. Juli in Hofweier-Hohberg. 

Einkaufsverhalten hat sich geändert

Was sich in den 40 Jahren verändert habe, sei nicht nur die Technik, sondern vor allem das Einkaufsverhalten. »Früher haben die Frauen fürs Wochenende den großen Sonntagsbraten geholt«, so Spinner. Heute kaufen die Kunden »eher Sachen, die schnell gehen«, auch küchenfertig angerichtete Speisen. Bei Spinners auf dem Hinterbenzenhof im Hinteren Einbach gibt es schon noch den Sonntagsbraten: »Das ist auch schon deshalb praktisch, weil es dann am Montag Reste gibt, wenn ich wieder arbeiten muss«, sagt Maria Spinner.

Bei einem Termin in einer Metzgerei bleibt natürlich die Frage nach der nun geforderten Erhöhung der Mehrwertsteuer für Fleisch nicht aus. »Ich glaube, das brauchen wir nicht«, sagt Jürgen Decker. Der Kunde entscheide selbst, ob er beim heimischen Metzger kauft oder dort, wo er nicht nachvollziehen kann, wie die Tiere gehalten werden: »Es muss ja jedem klar sein, dass bei einem Billigprodukt irgendwo gespart werden muss«, so Decker. Und zwölf Prozent mehr für ein Billigprodukt fallen immer noch weniger ins Gewicht als auf ordentlich kalkuliertes Fleisch.  

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