Mittleres Kinzigtal

Mehrere Nasslager in der Region sollen Holz-Qualität sichern

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14. April 2020
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(Bild 1/4) Eduard Maier aus Mühlenbach ist einer der Spediteure, die mit ihren Langholzern das Hausacher Nasslager mit Holz überwiegend aus privatem Wald füllen. Weil es schnell gehen muss, wurde auch über die Osterfeiertage Holz angeliefert. ©Anna Teresa Agüera

Mehrere Nasslager werden aktuell eingerichtet. Unter anderem soll eins in Hausach, betrieben von der FVS, Platz für etwa 10 000 Festmeter bieten. Die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren.

Noch wird das Holz im neu eingerichteten Nasslager in Hausach nicht bewässert. Das ist aber nur noch eine Frage der Zeit: Die Vorbereitungen laufen dort auf Hochtouren. Das erste Holz ist da, jetzt „muss alles so schnell wie möglich gehen“, sagt Spediteur Eduard Maier aus Mühlenbach. Er beliefert unter anderem das Nasslager, das zwischen Hausach und Fischerbach auf Höhe der Zufahrt in den Gechbach eingerichtet wurde. Etwa 10.000 Festmeter haben dort Platz. Das Hausacher ist nur eines von mehreren Nasslagern, die in der Region aktuell hergerichtet werden.

Grund ist das Coronavirus und die damit verbundenen Auswirkungen – allem voran die heruntergefahrenen Produktionen in den Sägewerken. Und das nicht nur in Deutschland, sondern europaweit. Weniger Produktion, weniger Holzabnahme. Darauf müssen die Waldbesitzer reagieren. „Es ist eine extreme Situation“, fasst Joachim Prinzbach, Sprecher der Forstwirtschaftlichen Vereinigung Mittlerer Schwarzwald (FVS), zusammen. Kalamitätsholz, wie das Sturmholz von „Sabine“, müsse so schnell wie möglich aus dem Wald, denn die Käfer fliegen bereits. Und da sich die Sägewerke aktuell beim Einkauf zurückhalten, müssen die Waldbesitzer andere Lösungen finden, um ihr Holz zu konservieren. Damit das Holz nicht an Qualität verliert, richtet die FVS deshalb gleich mehrere solcher Nasslager ein, unter anderem auch in Oberwolfach-Walke und in Titisee – in Kooperation mit den Forstbetriebsgemeinschaften Wolfach/Oberwolfach und Schollach/Neustadt. 

Kapazität von 30.000 Festmetern

„Insgesamt verfügen wir inzwischen über eine Nasslagerkapazität von gut 30.000 Festmetern“, so Prinzbach. Das Größte wird in Hausach entstehen. Die Einlagerungen, die seit der vergangenen Woche laufen, seien aufgrund der Abstimmung der Akteure sehr gut angelaufen. Dankbar ist Prinzbach dabei vor allem den Grundstücksbesitzern, die ihre Flächen dafür zur Verfügung stellen. 

„Der Start ist also schon einmal gelungen“, fasst der Forstexperte zusammen. „Wenn wir es nun gemeinsam schaffen, in den eingegangenen Kooperationen diesen Weg weiter zu verfolgen, haben wir Chancen größere Schäden von den solidarischen Mitgliedern und Waldbesitzern abzuwenden.“

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Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass an dieser Stelle in Hausach ein Nasslager hergerichtet wird. Zuletzt wurden nach dem Sturm „Lothar“ Holzstämme dort gelagert. Es gibt auch Lager, die dauerhaft eingerichtet sind, „für die aktuelle Situation aber viel zu wenige“, betont Prinzbach. 

Mündliche Zusage der Behörden

Von heute auf morgen ein solches Nasslager einzurichten, das ist nicht so einfach: Es brauche dafür unter anderem einen Platz, der für die Lastwagen gut anzufahren ist, eine ausreichende Wasserversorgung und die behördliche Genehmigung. Letztere wurde laut Joachim Prinzbach für die FVS-Nasslager in der vergangenen Woche mündlich erteilt. 

Die Förderhöhe für die Nasslagerhölzer sei noch offen und der Betrieb – Betreiber der Nasslager ist die FVS – mit erheblichen Kosten verbunden, so Prinzbach. Die Vergütung und Endabrechnung für die eingelagerten Hölzer werde teilweise erst nach Auslagerung komplett möglich sein. Und der Erlös für die Nasslager-Hölzer werde geringer ausfallen. „Der FVS-Aufsichtsrat und der Vorstand haben sich intensiv abgestimmt“ und ein Solidaritätsangebot auf die Beine gestellt, das positiv von den Mitgliedern aufgenommen worden sei, so Prinzbach. Das beinhaltet unter anderem, dass für Holz, das ab dem 1. April vermarktet werde, ein Solidaritätsbeitrag von fünf Euro pro Festmeter in Abzug gebracht werde. Dieser soll nach Ergebnis der Nasslagerabrechnungen teils als Bonus zugeschlagen oder rückvergütet werden. Für Mitglieder, die ihr Holz fiskalisch nicht über die Geschäftsstelle abwickeln, gilt das Angebot nicht.

Gemeinsam Wege finden

Auch Klaus Schmieder, Ehrenvorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Fischerbach, betont, dass die positiven Reaktionen auf das Solidaritätspaket Zuversicht geben, „dass die Waldungen im FVS-Gebiet intakt bleiben, der Verlust minimiert und dass auch die momentane Situation bestmöglich gemeistert wird“. Es habe schon viele Naturereignisse gegeben, auf die man habe reagieren müssen. „Immer haben wir gemeinsam Wege gefunden, durch die ein Totalausfall verhindert werden konnte.“ Der Aufbau von Holzverkaufsvereinen wie der FVS habe sich also bewährt. 
 

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