Hausacher Leselenz

Mit glühender Nadel gestricktes Programm

Autor: 
Claudia Ramsteiner
Lesezeit 3 Minuten
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04. August 2021
Nadia Budde erhält am Freitag, 6. August, den Leselenz-Preis der Thumm-Stiftung für Junge Literatur.

Nadia Budde erhält am Freitag, 6. August, den Leselenz-Preis der Thumm-Stiftung für Junge Literatur. ©Christian Reister

Das Literaturfestival Hausacher Leselenz schlägt am kommenden Wochenende sein zweites Kapitel auf. Drei Tage lang erlebt die Stadt internationale Sprach- und Sprechkünstler.

„Rotglühender kann man gar nicht mehr stricken“, kommentierte José F. A. Oliver, Festivalleiter des Literaturfestivals Hausacher Leselenz, wie das Programm für das zweite Leselenz-Wochenende zustandekam. Nach einem rund zweistündigen Telefonat mit dem Ordnungsamt waren auch die letzten Unklarheiten zu den Corona-Hygieneregeln beseitigt. Und nicht zuletzt stellte sich heraus, dass drei der vier Poeten für die Versopolis-Veranstaltung am Sonntag gar nicht anreisen können.

Es findet alles dennoch statt – aber halt mit heißer Nadel gestrickt. Und es fand sich so auch noch ein Platz für eine Lesung mit Martin Piekar. Dem Stadtschreiber vom vergangenen Jahr war nämlich, ebenfalls coronabedingt, eine Abschiedslesung versagt. „Es war fast noch schwieriger als im vergangenen Jahr“, gestand José Oliver – glücklich, dass nichts abgesagt werden muss und nicht nur alle Kunst- und Sprachschaffenden zu ihren Auftritten kommen, sondern auch die Leselenz-Fans zu hoch spannenden Lesungen und Darbietungen.

Auftakt Vergabe des Leselenz-Preises

Den Auftakt zum zweiten verlängerten Leselenz-Wochenende bildet die Vergabe des Leselenz-Preises der Thumm-Stiftung für Junge Literatur an Nadia Budde am Freitag, 6. August. Die Laudatio wird Arne Rautenberg halten, der zweite Träger dieses Preises im Jahr 2018.

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Schon ab morgen könnte man bekannten und weniger bekannten Größen der Sparte „Spoken words“ im Leselenz-Städtle begegnen. Die Vertreter dieser eigenständigen literarischen Szene wie Poetry-Slammer oder Rapper treffen sich zum ersten Mal in der Literaturgeschichte zu einem „Spoken Word Camp“ und erarbeiten zwei Tage lang ein Positionspapier zu ihrer Sprach- und Sprechkunst. „Ein historisches Ereignis“, verrät José Oliver.

Zehn Spoken-Word-Künstler

Alle zehn wirken am Leselenzprogramm mit. Und so gibt es unter dem Motto „Running Mic trifft ...“ am Samstagnachmittag laut der Pressemitteilung des Hausacher Leselenzes zunächst ein musikalisch-literarisches und ein tänzerisch-literarisches Stelldichein zwischen führenden Spoken-Word-Dichterinnen und -Dichtern aus dem deutschsprachigen Raum mit der Stadtkapelle Hausach und der Trachten- und Volkstanzgruppe Hausach/Einbach. Verschiedene Kunstformen treffen aufeinander, Metropole trifft den ländlichen Raum. Abends schließlich findet in der Hausacher Stadthalle die Große Spoken Word Show statt.

„Als literarisch-künstlerischer Gruß ins letzte Leselenz-Jahr, das als „Leselenz 2.0“ dem Virus mit außergewöhnlichen Veranstaltungen die Stirn geboten hatte, können am Montagabend die beiden Lesungen des letztjährigen Stadtschreibers Martin Piekar, der italienischen Dichterin Gaia Ginevra Giorgi und die Ausstellungen des Frankfurter Künstlers Thusjanthan Manoharan betrachtet werden.

INFO: Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei, es ist eine Anmeldung unter • 07831/7975 oder an tourist-info@hausach.de erforderlich.

Stichwort

„poetische t:räume“, Klappe zwei

◼ Freitag, 6. August, 19.30 Uhr, Stadthalle Hausach: Leselenz-Preis der Thumm-Stiftung für Junge Literatur, Vergabe an Nadia Budde, Laudatio Arne Rautenberg.
◼ Samstag, 7. August, 14 Uhr Klosterplatz Hausach: Running Mic/Spoken Word trifft Stadtkapelle Hausach, 16.30 Uhr im Mostmaierhof Trachten- und Volkstanzgruppe Hausach/Einbach (bei Regen beide Veranstaltungen in der Stadthalle)
20 Uhr, Stadthalle: Große Spoken-Word-Show mit
Josefine Berkholz, Timo Brunke, Dirk Hülstrunk,
Samuel Kramer, Miedya Mahmod, Danielle de
Picciotto, Dean Ruddock, Tanasgol Sabbagh, Temye Tesfu, Ken Yamamoto
◼ Sonntag, 8. August, 16 Uhr, Stadthalle: „vom poetischen w:ort I“ mit den Versopolis-Poeten Yorgos Alisanoglou (Griechenland), Paula Bozalongo (Spanien), Jurgita Jasponte˙ (Litauen) und Sophie Reyer (Österreich), deutschsprachige Stimmen: Martin Piekar und Stefan Wancura; „vom poetischen w:ort II: Martin Piekar liest aus seinem Werk, Moderation: Robert Renk; vom poetischen w:ort III: Martin Piekar im Gespräch mit dem Künstler Thusjanthan Manoharan
◼ Montag, 9. August, 19.30 Uhr, Stadthalle: Literatourfenster Italia mit Gaia Ginevra Giorgi, Moderation: Mikael Vogel.
◼ Ausstellung bis Ende August zu den üblichen Geschäftszeiten in den Räumen von Blumen Burkhardt und Korb Welzel: Thusjanthan Manoharan „Bildw:orte“. Weitere Infos: www.leselenz.eu

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