Hornberg

Mondgrundstücke spülen Geld ins Arbeitslosenkässle

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02. Dezember 2019

Ihr schauspielerisches Talent auf der Bühne bewiesen Martin Gramer (von links), Alexander Gotthans und Roland Schwarzwälder ©Martina Baumgartner

Die Hobbyschauspieler der Kolpingsfamilie Hornberg überzeugten das Publikum bei Ihrem Theaterspiel unter anderem mit einer teils beeindruckenden Textleistung. Immer wieder gab es Szenenapplaus und es wurde viel gelacht. 

Wegen des Herbststücks des Historischen Vereins und der Beteiligung einiger Schauspieler an beiden Stücken, konnten die Proben zu „Bankraub mit Hindernissen“ erst im November so richtig losgehen. Doch das hat der Aufführung der Kolpingsfamilie keinen Abbruch getan: Die Hobbyschauspieler unter Regie von Gaby Aberle und Renata Wöhrle zeigten am Samstagabend im Katholischen Gemeindezentrum was in ihnen steckt: jede Menge Humor und große Textsicherheit. 

Viel davon präsentierten die Hauptdarsteller Martin Gramer alias Willy Wühlbach und Roland Schwarzwälder, im Stück Erwin Koslowski. Schwarzwälder gab seiner Rolle als Erwin einen naiven Dreh und sorgte mit dessen glaubhaft gespielten Unverständnis immer wieder für Situationskomik.

Die beiden Arbeitslosen planten am Esszimmertisch einen Bankraub. Sie kamen allerdings nicht weit, denn ständig wurden die Freunde unterbrochen und es entwickelte sich eine turbulente Komödie mit insgesamt neun Charakteren. Die spielerische Leistung und die Komik des Stücks brachte die rund 200 Zuschauer oft zum Lachen, was sie auch mit reichlich Szenenapplaus honorierten.

Muskelprotz schwingt Boxhandschuhe

Exfrau Petra Wühlbach  (Beate Brohammer), herrlich kostümiert in Glitzer und Schaftstiefel, forderte bei Willy Unterhaltszahlungen ein. Ihre Forderung „untermauerte“ sie mit dem Auftritt des boxhandschuhschwingenden Muskelprotzes und neuem Lover Ludwig (Sebastian Schwarzwälder). Der musste, wie Willy und Gerichtsvollzieherin Karla Gewitter, der Annette Storz gekonnt das Leben einer vorschriftenverliebten Beamtin einhauchte, später herausfinden, dass Frau Wühlbach Chefin eines Escort-Services war und ihre Forderungen zu Unrecht stellte.

Weitere Tumulte verhindern Planung

Ein weiterer Tumult entspann sich um den Privatdetektiv Karl Lambo, von Alexander Gotthans gespielt, der hinter Wühlbachs Nachbarn und Mafiosi her war. 

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Immer wieder wurden die künftigen Bankräuber unterbrochen. Dafür sorgten auch Sandra Wöhrle als Wasserwerkerin Thea Gutzeit und Stromableser Ali Gülüz mit Marvin Polomski in Nebenrollen. Die wollten unbedingt im Keller ihre jeweiligen Zähler ablesen. Doch da hatte Willy zwei Knarren versteckt, die nicht entdeckt werden durften.

„Krasser Blick auf Scheibe“

Mit gekonnt eingesetztem Türkisch-Deutsch-Sprech kündigte Polomski alias Gülüz immer wieder an: „Ali mache krasser Blick auf Scheibe, sonst müssen Ali Taxi fahre Ankara“, und brachte Willy und Erwin damit zum Schwitzen.  

Zwischen den Szenen stockten die Bankraubplanungen immer wieder bereits bei der Feststellung der Öffnungszeiten des zum Raub ausgeguckten Geldinstituts.

Das war offenbar auch gut so, denn Versicherungsvertreterin  Elvira Windig hat mit dem „Steuern-nein- alles-mein-Programm“ einen „Schlaf-dich-reich-Plan“ im Gepäck, zu dem der Staat „vermögensunwirksame Leistungen“ gibt. Ihre Verkaufsstrategie war: Schneller schwätzen als Erwin überlegen kann.

Millionär auch ohne Bankraub

Und das konnte Hobbyschauspielerin Susanne Dilger, dass selbst den Zuschauern davon schwindelig wurde und dennoch bewunderte, dass man jedes ihrer Worte deutlich verstehen konnte.
Letztlich schwätzte sie Erwin sogar Mondgrundstücke auf, die die arbeitslosen Freunde am Ende jedoch zu Millionären machen sollten, auch ohne Bankraub.

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